Erneuerbare Energien
Ökostrom-Umlage lässt Strompreise steigen

Die Ökostrom-Umlage zur Förderung erneuerbarer Energien steigt 2012 leicht auf knapp 3,6 Cent pro Kilowattstunde. Die Erhöhung zahlen Industrie und Verbraucher über den Strompreis.
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BerlinDie deutschen Verbraucher müssen sich im kommenden Jahr auf leicht steigende Kosten für die Förderung erneuerbarer Energien einstellen. Die von allen Bürgern über den Strompreis zu zahlende Ökostrom-Umlage wird 2012 leicht von 3,5 auf knapp 3,6 Cent pro Kilowattstunde steigen. Die vier Übertragungsnetzbetreiber als Verwalter des Umlagekontos bestätigten am Freitag bereits vorab bekanntgewordene Zahlen.

Insgesamt kostet die Förderung einen Durchschnittshaushalt pro Jahr je nach Verbrauch 120 bis 150 Euro. Die Umlage wird 2012 auf exakt 3,592 Cent je Kilowattstunde steigen.

Die Höhe der Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist ein Politikum. Die Bundesregierung hatte sich bei den Beschlüssen für die Energiewende im Sommer festgelegt, die EEG-Umlage werde in den kommenden Jahren 3,5 Cent nicht übersteigen. Sie wollte damit Befürchtungen entgegentreten, der schnelle Umstieg auf erneuerbare Energien werde enorme Kosten verursachen.

Tatsächlich war die Umlage bereits in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Allein zum Jahresbeginn 2011 kletterte sie um 70 Prozent von 2,047 Cent auf den heutigen Wert von 3,53 Cent. Die Umlage summiert sich für die Verbraucher zu stattlichen Beträgen: 2010 waren es 13 Milliarden Euro.
Nach Ansicht der Energiepolitiker von Union und FDP ist der neuerliche Anstieg der Umlage ein Alarmsignal: "Man muss sich die Frage stellen, ob das Fördersystem nicht umgestellt werden kann", sagte Klaus Breil, energiepolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, dem Handelsblatt im Vorfeld der Erhöhung. Breil schlug vor, die Höhe der Vergütung strikt an der Produktivitätssteigerung der Anlagen zu orientieren.

"Mittelfristig brauchen wir grundsätzlich neue Konzepte. Die EEG-Vergütungen dürfen nicht zu einer Dauersubvention werden", sagte Thomas Bareiß, energiepolitischer Koordinator der Unionsfraktion, dem Handelsblatt. Es müssten "mehr Markt und mehr Wettbewerb ins System", forderte Bareiß. Zwar habe man mit der jüngsten EEG-Novelle Marktmechanismen eingeführt. Dies könne aber nur ein Anfang sein. "In der kommenden Legislaturperiode muss das Thema ganz grundsätzlich bearbeitet werden", verlangte Bareiß. Außerdem sei eine stärkere europaweite Abstimmung der Förderung erforderlich.

Mit dem Anstieg der Umlage haben sich schlimmste Befürchtungen allerdings nicht bestätigt. In den vergangenen Wochen hatte es geheißen, ein Anstieg der Umlage auf bis zu vier Cent je Kilowattstunde sei durchaus denkbar.

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  • Hallo Grüner, die 120Euro sind die Kosten die sich aus 3500 kWh Stromverbrauch pro Jahr ergeben. Die Erhöhung ist damit theoretisch geringer. Das einzige kleine Problem damit: 3500 kWh pro Jahr sind völlig utopisch für eine Familie. Realistisch sind 10000 kWh pro Jahr, tendenz steigend mit mehr und mehr Elektronik und zukünftig auch Elektroautos.

    Wenn die Eneuerbaren so leistungsstark sind, warum brauchen sie dann die Förderung und vor allem den Kauf-Zwang? Der Kauf-Zwang ist übrigens die wirkliche Förderung und erhöht die Kosten der konventionellen Kraftwerke und deren Strom enorm. Mit Windkraft laufen die Kohlekraftwerke/Gaskraftwerke im Stand-By während der Wind weht, und müssen sofort wieder einspringen wenn der Wind aufhöhrt. Das was sie damit an Kohle/Gas an Kosten einsparen ist minimal. Die Arbeiter in den Kraftwerken sitzen doch trotzdem 24 Stunden am Tag an ihrem Platz und werden permanent benötigt. D.h. der reguläre Strom wird doppelt so teuer, dazu die EEG Umlage, dazu die Kosten für die Netzanbindung der Eneuerbaren (die hier schon wieder unterschlagen wird), das sieht nach einer Kostenkatastrophe aus.

    Der Sargnagel Deutschlands hat einen Namen, und der heißt EEG und er heißt Merkel.

  • Hallo Grüner, die 120Euro sind die Kosten die sich aus 3500 kWh Stromverbrauch pro Jahr ergeben. Die Erhöhung ist damit theoretisch geringer. Das einzige kleine Problem damit: 3500 kWh pro Jahr sind völlig utopisch für eine Familie. Realistisch sind 10000 kWh pro Jahr, tendenz steigend mit mehr und mehr Elektronik und zukünftig auch Elektroautos.

    Wenn die Eneuerbaren so leistungsstark sind, warum brauchen sie dann die Förderung und vor allem den Kauf-Zwang? Der Kauf-Zwang ist übrigens die wirkliche Förderung und erhöht die Kosten der konventionellen Kraftwerke und deren Strom enorm. Mit Windkraft laufen die Kohlekraftwerke/Gaskraftwerke im Stand-By während der Wind weht, und müssen sofort wieder einspringen wenn der Wind aufhöhrt. Das was sie damit an Kohle/Gas an Kosten einsparen ist minimal. Die Arbeiter in den Kraftwerken sitzen doch trotzdem 24 Stunden am Tag an ihrem Platz und werden permanent benötigt. D.h. der reguläre Strom wird doppelt so teuer, dazu die EEG Umlage, dazu die Kosten für die Netzanbindung der Eneuerbaren (die hier schon wieder unterschlagen wird), das sieht nach einer Kostenkatastrophe aus.

    Der Sargnagel Deutschlands hat einen Namen, und der heißt EEG und er heißt Merkel.

  • Wenn die Durchschnittsfamilie bei einer Steigerung von 3,53 auf 3,592 Cent 120,- EUR Mehrkosten hat muss sie schlappe 193.548 kWh Strom verbrauchen...
    Merken sie eigentlich selber nicht mehr, wie stumpfsinnig ihre Stimmungsmache gegen das EEG ist? Nicht nur dass eine Mehrbelastung von 2,79 EUR (das kommt nämlich raus wenn man sich die Mühe macht nachzurechnen) durch Standby-Abschaltung einsparbar wäre, die Preiserhöhungen der Konzerne, für die sie Lobbyarbeit machen werden ein Vielfaches betrage.
    Genauso wie sie Anfang 2011 die Erhöhung der Umlage deutlich übertroffen haben, statt die damals (auch wegen der Erneuerbaren Energien) gesunkenen Einkaufspreise weiter zu geben. Dann hätte der Strompreis sogar gesenkt werden können.

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