Erneute Arbeitsniederlegung: Verdi droht schon jetzt mit weiteren Streiks

Erneute Arbeitsniederlegung
Verdi droht schon jetzt mit weiteren Streiks

Die Arbeitnehmer können mehr – Verdi-Chef Bsirske geht mit Kampfansagen in die neue Verhandlungsrunde für den Öffentlichen Dienst. Während Vertreter der Kommunen zur Mäßigung aufrufen, will Verdi die Aktionen ausweiten.
  • 6

PassauVor der Fortsetzung der Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst hat Verdi-Chef Frank Bsirske indirekt mit einer Ausweitung der Warnstreiks gedroht. Wenn die Arbeitgeber kein verhandlungsfähiges Angebot vorlegten, „sind die Kolleginnen und Kollegen in der nächsten Woche noch steigerungsfähig“, sagte Bsirske der „Passauer Neuesten Presse“. Am Mittwoch hatten nach Gewerkschaftsangaben bundesweit mehr als 40.000 Beschäftigte die Arbeit niedergelegt, seit Wochenbeginn waren es über 110.000 Mitarbeiter von Bund und Kommunen.

„Wie gut der öffentliche Dienst funktioniert, merken viele erst, wenn mal gestreikt wird“, sagte Bsirske, Die Tarifentwicklung im öffentlichen Dienst liege seit dem Jahr 2000 noch immer um mehr als 4,5 Prozent unter dem Durchschnitt der Tarifentwicklung der Gesamtwirtschaft, sagte Bsirske. „Hier wollen wir aufholen.“ Beschäftigte in unteren und mittleren Entgeltgruppen hätten einen zusätzlichen Nachholbedarf.

Die Gewerkschaften Verdi und der ddb-Beamtenbund fordern für die rund 2,1 Millionen Beschäftigten des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen Entgelterhöhungen um 100 Euro und zusätzlich 3,5 Prozent, eine Anhebung der Ausbildungsvergütung um 100 Euro monatlich sowie die unbefristete Übernahme der Auszubildenden.

Der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, rief die Gewerkschaften vor Beginn der zweiten Runde der Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst hingegen zur Mäßigung auf. Gerade die geforderten Zuwächse im unteren Lohnbereich durch den hohen Sockelbetrag von 100 Euro erhöhten den Druck auf die Kommunen, solche Aufgaben zu privatisieren, warnte Landsberg in der „Rheinischen Post“. Schon heute seien die Tariflöhne des öffentlichen Dienstes für einfachere Tätigkeiten höher als in der Privatwirtschaft. „Die Gewerkschaften müssen aufpassen, dass nicht der Ast abgesägt wird, auf dem sie sitzen“, sagte Landsberg.

Nach einer Welle von Warnstreiks werden die Verhandlungen zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften am Donnerstag in Potsdam fortgesetzt.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Erneute Arbeitsniederlegung: Verdi droht schon jetzt mit weiteren Streiks"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Streik? Wann wird endlich gegen die raubritterschen Methoden der deutschen Politiker gestreikt, die nur Ihre Einkommen im Blick haben ( Russlands Politiker verschieben Milliarden auf ausländische Konten und unsere PÖolitiker???)???

  • Verdi und Streike? Wann werden endlich die unfähigen, unwilligen Mitarbeiter der Argen/Jobcenter massiv bestraft, die sich weigern Arbeitslosen/Arbeitssuchenden zu vermitteln? Die Mitarbeiter dürfen nur noch Entlohung nach Vermittlung ( Min. 1 Jahr in normalbezahlte Jobs) erhalten, max. 200 Euro, und wir haben keine Arbeitslose mehr!!!!

  • wie immer die frage: was verdienen die gewerkschaftsmitarbeiter?

    Das würde auch mich mal interessieren wie viel im Grunde die Beitragszahler die Bonzen wie Birske oder Sommer im Jahr kostet. Das sind nicht nur ihre üppigen Monatseinkommen, sondern dazu kommt z.B. auch Fahrzeuge mit Fahrer und deren Einkommen, Neuanschaffung, Übernachtungen usw. aber da lassen sich die Bonzen wohl kaum in die "Bücher" schauen.
    Die Gewerkschaften sind Dienstleister und müssen Einnahmen generieren, egal wie und welcher Art.
    Ein Risiko persönlicher Art gehen sie ja nicht ein, wenn mal etwas nicht so zufrieden endet z.B. Schlecker, Pech gehabt, Mund abwischen, weiter geht's, der nächste ist schon ausgeguckt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%