Erneuter Fall
Verstrahlte Lauge in Atomlager Asse entdeckt

Die Kernenergie sorgt weiter für Schlagzeilen: Nach dem Störfall im Atomkraftwerk Krümmel ist nun im Atommülllager Asse in Niedersachen erneut radioaktive Salzlauge entdeckt worden. Die Lösungen wurden bei Kontrollgängen entdeckt.

HB FRANKFURT/HAMBURG. Die Ansammlung neuer Salzlösungen wurde an zwei Stellen in 950 und 925 Meter Tiefe in dem ehemaligen Salzbergwerk gefunden, wie das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) mitteilte.

In den Lösungen wurden den Angaben zufolge Werte für Cäsium 137 von 121 Becquerel pro Liter festgestellt und für Tritium von 27 000 Becquerel pro Liter. Beide Werte liegen laut BfS unterhalb der Freigrenzen der Strahlenschutzverordnung. Das Bundesamt für Strahlenschutz hat nach eigenen Angaben Strahlenschutzmaßnahmen veranlasst. Eine Gefährdung des Betriebspersonals und der Umgebung sei ausgeschlossen.

In dem ehemaligen Salzbergwerk wurden von 1967 bis 1978 mehr als 126 000 Fässer mit schwach- und mittelaktivem Atommüll eingelagert. In das Bergwerk fließt seit Jahren Salzlauge ein. Im Januar 2009 übernahm das Bundesamt für Strahlenschutz die Verantwortung für das Atommülllager.

Für die Sanierung des Lagers muss der Steuerzahler bis zu vier Milliarden Euro aufbringen, wie Bundesumweltminister Sigmar Gabriel vergangene Woche berichtete. Solide Zahlen zu Kosten der Sanierung des ehemaligen Salzbergwerks werde man aber erst im kommenden Jahr vorlegen können.

Ungeachtet der jüngsten Pannen im Atomkraftwerk Krümmel hat das Thema Atomkraft für zwei Drittel der Bundesbürger keine große Bedeutung für ihre Entscheidung bei der Bundestagswahl im September. In einer Forsa-Umfrage für das Hamburger Magazin „Stern“ erklärten nur 29 Prozent, dass die Kernenergie einen großen oder sogar sehr großen Stellenwert für ihr Parteivotum besitzt. Zudem sprach sich exakt die Hälfte der Befragten für den im Atomkonsens vorgesehenen Ausstieg bis 2021 aus. Ihnen gegenüber stehen 44 Prozent der Deutschen, die für eine längere Laufzeit sind.

Vom Wirbel um Vattenfall profitieren hingegen die Ökostrom-Händler. Mehrere Anbieter berichteten am Dienstag von massiv gestiegenen Neukunden-Zahlen. Greenpeace Energy sprach von zwei bis drei Mal so vielen Zugängen wie sonst, Lichtblick verzeichnet nach eigenen Angaben ein Plus von 70 Prozent pro Tag, Naturstrom von 30 bis 40 Prozent. Laut den Unternehmen begründen viele Neukunden ihren Wechsel ausdrücklich mit Unzufriedenheit über den Betreiber des Atomkraftwerks Krümmel. Das „Hamburger Abendblatt“ hatte zuvor von einer Kündigungswelle bei Vattenfall berichtet.

Der Konzern wollte Kündigungen am Dienstag nicht bestätigen und verwies auf „verwaltungstechnische Prozesse“: Kunden meldeten sich bei ihrem neuen Anbieter an, der sich erst nach einer Weile an den alten Anbieter wende – „es kann also noch keine Zahlen geben“, sagte Unternehmenssprecherin Sabine Neumann. Erst im August werde man erfahren, welche Kundenbewegungen es im Juli gegeben habe.

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