Eröffnung der neuen Zentrale: Journalistenverband kritisiert EZB

Eröffnung der neuen Zentrale
Journalistenverband kritisiert EZB

Zur Eröffnung ihres neuen Gebäudes in Frankfurt schirmt sich die EZB hermetisch ab. Davon sind auch viele Journalisten betroffen. Die Grünen sind empört. Und auch der Journalistenverband äußert scharfe Kritik.
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BerlinDer Vorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV), Michael Konken, hat die Europäische Zentralbank (EZB) scharf dafür kritisiert, dass sie zur Eröffnung ihres neuen Gebäudes in Frankfurt nur ausgewählte Journalisten für die Berichterstattung zugelassen hat. „Es ist nicht nachvollziehbar, dass die EZB die Eröffnung ihrer neuen Zentrale wie eine geheime Verschlusssache managt“, sagte Konken dem Handelsblatt (Online-Ausgabe).

Es reiche nicht aus, nur einige Agenturjournalisten und ein Team des Hessischen Rundfunks einzuladen, unterstroch der DJV-Chef. „Auch Journalisten von Zeitungen, Online-Medien und Privatsendern haben Fragen zum neuen Sitz der EZB.“

Nach Informationen der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (F.A.Z.) wollte sich auch der hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir einschalten. Mit einem Brief, der am Montag verfasst werden sollte, will der Grünen-Politiker demnach an EZB-Präsident Mario Draghi appellieren, zumindest die Vertreter der in Frankfurt ansässigen Zeitungen einzuladen. Man hielte es für klug, den Kreis der geladenen Journalisten zu erweitern und habe Hoffnung, dass die Zentralbank ihre Entscheidung noch kurzfristig überdenke, hieß es in Kreisen des Ministeriums.

Die Zentralbank hat zu der Zeremonie, mit der ihr rund 1,3 Milliarden Euro teurer Neubau im Frankfurter Osten eingeweiht werden soll, nur einzelne Agenturjournalisten sowie ein Fernsehteam des Hessischen Rundfunks eingeladen. Begründet wurde dies mit Sicherheitsbedenken wegen der angekündigten Proteste der Organisation Blockupy.

Scharfe Kritik erntete die Notenbank deswegen auch von den Grünen. Es sei ihre „schleierhaft, warum Journalistinnen und Journalisten als Sicherheitsrisiko gelten sollen“, sagte die medienpolitische Sprecherin ihrer Grünen-Bundestagsfraktion, Tabea Rößner. Nicht nur die Menschen im Rhein-Main-Gebiet hätten den Anspruch auf eine umfassende Berichterstattung. „Es kann nicht sein, dass diese unter den Sicherheitsauflagen so massiv eingeschränkt wird.“ Sie fordere daher die Verantwortlichen auf, ihre Entscheidung zurückzunehmen und auch der Tagespresse Zutritt zu gewähren.

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  • Wovor haben Politiker und Zentralbanker eigentlich Angst ? Letztendlich ist es doch die von der EZB verursachte Geldschwemme, die einen beängstigen sollte, oder ?

  • "Sicherheitsbedenken wegen der angekündigten Proteste der Organisation Blockupy"

    Mir fehlt noch der Aufruf von Frau Merkel:
    "Folgen Sie denen nicht, die dazu aufrufen!" Zu oft sind "Vorurteile, Kälte, ja, sogar Hass in deren Herzen!"

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