Ersatz für Wowereit
Hessens SPD-Chef Schäfer-Gümbel vor Karrieresprung

Nach dem vergleichsweise guten Ergebnis bei der Landtagswahl winkt Hessens SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel nun der Karrieresprung in der Bundespartei. Die Entscheidung über den Aufstieg fällt in den nächsten Wochen.
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WiesbadenHessens SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel soll nach Vorstellungen seines Landesverbandes in der Bundespartei aufsteigen. Die beiden SPD-Unterbezirke in Hessen kündigten am Sonntag an, dass sie den 44-Jährigen als Vizeparteichef vorschlagen würden. Gewählt wird die Parteiführung Mitte November auf einem Bundesparteitag in Leipzig. Derzeit gibt es fünf Stellvertreter von SPD-Chef Sigmar Gabriel. Einer von ihnen, Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit, hatte angekündigt, er werde für diesen Posten nicht erneut kandidieren. Schäfer-Gümbel könnten dessen Platz dann übernehmen.

SPD-Chef Sigmar Gabriel begrüßte die Nominierung von Schäfer-Gümbel, der in Hessen die Bildung einer Landesregierung unter seiner Führung auslotet. „Thorsten Schäfer-Gümbel hat den hessischen Landesverband der SPD nicht nur geeint, sondern Hessen wieder zu einem starken Land für die SPD gemacht“, sagte Gabriel, der derzeit fünf Stellvertreter hat.

Mit ihrem Spitzenkandidaten Schäfer-Gümbel hatte die Hessen-SPD bei der Landtagswahl am 22. September zugelegt, aber die angestrebte Mehrheit für Rot-Grün verfehlt. Auch CDU und FDP haben keine eigene Mehrheit mehr. Daher laufen in Hessen derzeit Sondierungsgespräche. In der zurückliegenden Woche hatten sich CDU und SPD sowie Grüne und SPD getroffen. In dieser Woche wollen SPD und Grüne erstmals gemeinsam auch mit der Linkspartei sprechen. Außer einer großen Koalition von CDU und SPD hätten im Landtag rechnerisch auch Rot-Rot-Grün, Schwarz-Grün sowie ein Bündnis aus SPD, Grünen und FDP eine Mehrheit. Die FDP hat solch ein Ampelbündnis aber bereits abgelehnt.

Sozialdemokraten und Grüne wollten gemeinsam mit der Linkspartei sprechen. SPD-Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel sagte: „Rot-Grün waren sich dabei vor allem in einem ersten und wichtigen Punkt einig, dass das Wahlergebnis ein klarer Auftrag für einen Politikwechsel in Hessen ist.“ Zwar hatten weder SPD noch Grüne eine Koalition mit der Linken ausgeschlossen, bislang wurde sie jedoch wegen großer inhaltlicher Differenzen für unwahrscheinlich gehalten.

Schäfer-Gümbel ergänzte, Rot-Grün habe die Option, mit der Linkspartei oder mit der FDP ein Dreier-Bündnis einzugehen. „Ob das überhaupt realistische Wege sind, werden wir wissen, wenn wir wissen, was die inhaltlich, organisatorisch, strukturell zu sagen haben. Da bin ich sehr gespannt.“

Die designierte Generalsekretärin der Bundes-FDP und hessische Kultusministerin Nicola Beer sagte, es gebe keine Schnittmengen mit SPD und Grünen für ein Ampel-Bündnis. Wie 2008 gebe es zwar intensive Anfragen in diese Richtung. Sie habe aber damals dankend abgewinkt und mache es auch jetzt wieder.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Ersatz für Wowereit: Hessens SPD-Chef Schäfer-Gümbel vor Karrieresprung"

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  • Die beiden ROT/ROT/GRÜN Befürworter Wowereit und SG sammeln sich. In Hessen kommt nun der Koalitionsübungsplatz mit die Linke für ein späteres Bündnis in Berlin. Dafür stehen Wowereit und Schäfer-Gümbel
    sofort bereit, sollte Gabriel von Kraft und der SPD Basis abgeschossen wird.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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