Ersatzkasse entschuldigt sich
Barmer: Keine Hürden für Sozialhilfeempfänger

Die Filiale der Barmer Ersatzkasse in Berlin ist wegen ihrer Behandlung von Sozialhilfeempfängern von der Wuppertaler Zentrale kritisiert worden. Barmer-Chef Eckardt Fiedler sagte in Wuppertal, es sei nicht vereinbar mit den Richtlinien der Kasse, Sozialhilfebezieher auszugrenzen und ihnen den Zugang zur Barmer zu erschweren.

HB WUPPERTAL/BERLIN. Die Geschäftsstelle Berlin entschuldigte sich inzwischen für rund 100 Briefe, in denen sie Berliner Sozialhilfeempfängern mitgeteilt hatte, persönliche Beratungsgespräche seien nur im 300 Kilometer entfernten Zwickau möglich. Dies geschehe sehr wohl in Berlin, betonte Fiedler. Über den Fall hatte der Berliner „Tagesspiegel“ berichtet.

„Das ist eine peinliche fast unverzeihliche Panne“, sagte Fiedler Radio NRW. Man müsse zwar den Versuch verstehen, die Kosten niedrig zu halten, aber es dürfe nicht in eine Risikoselektion entarten. Die Mitarbeiter in Berlin seien angewiesen, alle betroffenen Sozialhilfeempfänger erneut anzuschreiben und unmissverständlich klarzustellen, dass sie durch eine Geschäftsstelle in Berlin persönlich beraten und betreut werden.

„Wir bedauern, dass solche Schreiben rausgegangen sind“, sagte der Berliner Regionalgeschäftsführer Detlef Krüger. „Hier hat es einige Ausrutscher in unseren Reihen gegeben.“ Aus arbeitsökonomischen Gründen war die bundesweite Sachbearbeitung und Abrechnungsabteilung für Sozialhilfeempfänger in Zwickau zusammengelegt worden.

Bereits vergangene Woche hatte es in einem Pressebericht geheißen, die Barmer-Zentrale habe ihre Mitarbeiter angewiesen, Sozialhilfeempfänger und Asylbewerber abzuweisen, weil diese höhere Kosten verursachen würden.

Die Allgemeine Ortskrankenkasse (AOK) sieht angesichts der bevorstehende Flut von Eintritten sozial Schwacher keinen akuten Handlungsbedarf. „Wir behandeln Sozialhilfeempfänger wie jeden anderen Kunden, nämlich service-orientiert“, sagte der Sprecher des AOK-Bundesverbandes, Udo Barske, in Bonn. Er rechnet in diesem Jahr für die Kassen mit bis zu einer Million neuer Kunden aus diesem Personenkreis.

Durch eine gesetzliche Neuregelung müssen sich Sozialhilfeempfänger, die bislang nicht krankenversichert waren, eine Kasse suchen, die sie im Auftrag der Sozialämter betreut. Die Kassen erhalten laut Barske in diesen Fällen keine Beiträge, sondern rechnen mit den zuständigen Ämtern nach den tatsächlich entstandenen Kosten ab.

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