Erster Abschluss im Osten
Einigung im Tarifstreit des Thüringer Einzelhandels

Im Tarifstreit des Thüringer Einzelhandels ist es zu einer Einigung gekommen. Die rund 60 000 Beschäftigten der Branche bekommen in den unteren Lohn- und Gehaltsgruppen von 1. September 2003 und vom 1. August 2004 an jeweils 1,8 % mehr Geld, sagte Martin Pielemeier vom Einzelhandelsverband am Mittwochabend in Erfurt der dpa.

HB/dpa ERFURT. Für höhere Lohn- und Gehaltsgruppen beträgt das Einkommensplus 1,7 %. Damit sei der erste Tarifabschluss in Ostdeutschland unter Dach und Fach. Die Arbeitgeber und die Gewerkschaft ver.di hatten sich nach elfstündigen Verhandlungen in der fünften Runde geeinigt. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von zwei Jahren.

Die Tarifparteien einigten sich auch auf Zuschläge. Wer samstags arbeitet, soll nach Angaben des Einzelhandelsverbands Zeitzuschläge von 20 % bekommen. Die Regelung gilt für die Zeit von 15.00 Uhr an und nicht mehr ab 14.00 Uhr, wegen der längeren Öffnungszeiten aber nun bis 20.00 Uhr. Ein Samstag sowie die vier Samstage vor Weihnachten sind zuschlagsfrei, bisher waren es zwei zuschlagsfreie neben den vier Weihnachtssamstagen.

ver.di-Fachbereichsleiter Handel, Angelo Lucifero, hatte als Mindestmaß die Bedingungen des Pilotabschlusses in Hamburg gefordert. Dieser sieht eine Einkommensverbesserung jeweils zum 1. August 2003 und 2004 von 1,7 % vor. Die unteren Lohn- und Gehaltsgruppen sollen je rund 1,9 % mehr Geld bekommen. Der Vertrag läuft zwei Jahre. Bei den Thüringer Verhandlungen Mitte Juli hatte ver.di ein Angebot von je zwei Prozent in zwei Stufen vorgelegt. Das lehnten die Arbeitgeber ab. Sie wollten die Löhne und Gehälter in drei Stufen bis Ende Juni 2005 nur um insgesamt drei Prozent anheben.

Der Einzelhandelsverband bezeichnete sowohl Lohn und Gehalt als auch die Frage der Zuschläge als Knackpunkte der Verhandlungen. Dabei sei mit Blick auf andere Abschlüsse wichtig gewesen, Thüringer Besonderheiten mit einzurechnen, sagte Pielemeier. In mehreren Bundesländern hatten sich die Tarifparteien bereits auf einen Abschluss geeinigt.

Mit Warnstreiks wollte die Gewerkschaft ver.di seit mehreren Wochen Druck auf die Arbeitgeber ausüben. Am Dienstag hatten Beschäftigte von Großmärkten in Erfurt und Gotha die Arbeit niedergelegt. Die Gewerkschaft kritisierte, dass der Einzelhandelsverband den Abschluss in Hamburg als nicht akzeptabel bezeichnet hatte.

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