Erster Streik seit fünf Jahren
Auf dem Bau bleibt die Schippe liegen

Im deutschen Baugewerbe seit diesem Montag erstmals seit fünf Jahren wieder gestreikt. Den Anfang machten Beschäftigte in Schleswig-Holstein und Niedersachsen – und die Gewerkschaft will die Streiks in den kommenden Tagen nach und nach ausweiten.

HB BAD NENNDORF. Auf mehr als 100 Baustellen in Niedersachsen und Schleswig-Holstein kam am Montag die Arbeit nach Angaben der Gewerkschaft IG Bau zum Erliegen. Der Schwerpunkt soll zu Beginn in Hannover, Osnabrück, Hamburg und Braunschweig liegen. Der unbefristete Streik im niedersächsischen und schleswig-holsteinischen Baugewerbe wird nach Meinung von Gewerkschaftschef Klaus Wiesehügel über das Fortbestehen des Flächentarifvertrages entscheiden. Es soll so lange gestreikt werden, bis auch die Arbeitgeberverbände im Norden den längst ausgehandelten Tarifvertrag unterschrieben haben. Er kann sonst nicht in Kraft treten.

Die Arbeitgeber hatten die Tarifeinigung in letzter Minute gekippt. Sie schöben nur vor, dass sie die Einigung aus wirtschaftlichen Gründen nicht mittragen könnten, sagte Wiesehügel am Morgen in Bad Nenndorf bei Hannover. „Das ist überhaupt gar nicht ihre wirkliche Motivation. Hier geht es um viel, viel mehr. Hier geht es darum, ob das ganze Tarifwerk im Baugewerbe zerbricht oder nicht.“

Der Tarifkompromiss sah eine Einkommenserhöhung um zunächst 3,1 Prozent von Juni an vor sowie einen befristeten Zuschlag in Höhe von 0,4 Prozent. Von 2008 an waren weitere Anhebungen geplant. Diesen Abschluss verweigern die Arbeitgeber in Niedersachsen und Schleswig- Holstein.

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) hatte am Sonntag den Streik formell beschlossen. Zuvor hatten Urabstimmungen in beiden Bundesländern nach IG-Bau-Angaben mit insgesamt 87,9 Prozent ein klares Votum für den Arbeitskampf ergeben.

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