Erstmals auch Ostdeutschland bestreikt
Verdi droht mit weiteren Kita-Streiks

Die Gewerkschaften haben die Streiks in den kommunalen Kindertagesstätten am Dienstag ausgeweitet. Bundesweit hätten 25 000 Erzieherinnen, Sozialpädagogen und Sozialarbeiter die Arbeit ruhen lassen, teilten Verdi und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) mit. Erstmals wurde auch in Ostdeutschland gestreikt.

HB BERLIN. Erstmals sei auch in den ostdeutschen Bundesländern die Arbeit niedergelegt worden. "Der Streik geht weiter, bis eine Einigung am Verhandlungstisch erzielt wird", sagte Verdi-Chef Frank Bsirske bei einer Kundgebung in Wuppertal. Der Präsident der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA), Thomas Böhle, forderte ein sofortiges Ende der Streiks.

Weitere Schwerpunkte des Arbeitskampfes waren Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Bayern sowie Hamburg. Die Beschäftigten wollten ihrer Forderung nach einem gesonderten Gesundheitsschutz-Tarifvertrag Nachdruck verleihen, sagte ein GEW-Sprecher. Nach Angaben der Gewerkschaften leiden viele Erzieherinnen unter einer dünnen Personaldecke, Rückenschmerzen und hoher Lärmbelastung. Die Gewerkschaften fordern daher, dass die Erzieher das Recht auf die Ermittlung ihrer gesundheitlichen Belastung am Arbeitsplatz und auf die Abschaffung krank machender Bedingungen erhalten.

Am Mittwoch verhandeln die Gewerkschaften in Berlin mit dem VKA. Die Gewerkschaften verlangen für die rund 220 000 Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst mehr Geld und einen Gesundheitsschutz-Tarifvertrag.

Die VKA lehnt einen solchen Tarifvertrag jedoch ab und nannte ihn rechtswidrig. Dem widersprach Achim Meerkamp, der im Verdi-Vorstand für Bund, Länder und Gemeinden zuständig ist. Falls die Tarifverhandlungen nicht positiv verlaufen sollten, werde es weitere Streiks geben, sagte Meerkamp.

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