Erwartetes Wirtschaftswachstum
Eichel wird vorsichtiger

Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) schätzt das erwartete Wirtschaftswachstum in Deutschland mittlerweile deutlich zurückhaltender ein, als noch vor Wochen.

HB BERLIN. „Fast alle wichtigen Indikatoren - muss ich vorsichtshalber sagen - zeigen, dass 2004 ein Aufschwung-Jahr werden kann“, sagte Eichel am Dienstag in einer Rede beim Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) in Berlin. Bislang hatte Eichel stets alle Indikatoren angeführt und hatte zudem versichert, dass der Aufschwung sicher kommen werde. Weitaus skeptischer als Eichel zeigte sich der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Michael Rogowski. Er mache sich zunehmend Sorgen darüber, ob die Wachstumsprognose seines Verbandes von zwei Prozent noch zu erreichen sei, sagte der BDI-Chef.

Der zweite Rückgang des Ifo-Geschäftsklima-Index in Folge hatte vergangene Woche Sorgen über die Konjunkturentwicklung genährt. Auch die jüngste Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) hatte signalisiert, dass die Deutschen zunehmend Zweifel am Aufschwung haben.

Eichel bezeichnete den privaten Konsum als Achillesferse der deutschen Wirtschaft: „Das ist ein besonderes deutsches Problem.“ Es liege vor allem an der in Deutschland herrschenden schlechten Stimmung. Wie die Bundesregierung erwarten die meisten Volkswirte in diesem Jahr ein Wirtschaftswachstum von 1,5 bis 2,0 % in Deutschland. Die Zahl der Skeptiker hat aber wegen der schwächeren Wirtschaftsdaten zuletzt zugenommen.

Ein Sprecher Eichels sagte, der Minister sehe derzeit keine Risiken für eine Konjunkturerholung. Die Indikatoren wiesen darauf hin, dass die Bundesregierung mit ihrer Wachstumsprognose richtig liege. Der Minister habe daher keinen Zweifel, dass die Wachstumsdynamik im Laufe des Jahres immer stärker sichtbar werde.

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