Erwünschter Schub blieb aus
Montags-Demos stehen wohl vor dem Aus

Für die organisierten Vertreter der Montags- Demonstrationen ist die Sache gelaufen. Man könne nicht immer und ewig jeden Montag demonstrieren, sagte der Berliner PDS-Vorsitzende Stefan Liebich. Die Gewerkschaften und die Globalisierungskritiker Attac hatten bereits ähnliches verlauten lassen.

HB LEIPZIG/BERLIN. Auch dieser Montagabend brachte keinen Aufschwung für den wöchentlichen Protest gegen die Arbeitsmarktreform Hartz IV: Die Zahl der Kundgebungsteilnehmer nahm weiter ab. Mancherorts fielen die Demonstrationen sogar mangels Beteiligung ganz aus. Die Bewegung, die noch Ende August 100 000 Menschen mobilisierte, dürfte sich verlaufen.

Den erwünschten Schub für den Volksaufstand gegen die Regierung hatte auch die bundesweite Demonstration am vergangenen Einheits- Wochenende in Berlin nicht gebracht. Auf viele hunderttausend oder gar eine Million Demonstranten hofften die Protestler - am Ende waren es nur einige zehntausend, die am Samstag durch die Hauptstadt zogen. Besonders die nicht-organisierten Bürger, die ursprünglich das Rückgrat des Protestes bildeten, verharrten lieber zu Hause. Zog man am Samstag die großen Gruppen mit Fahnen von PDS, ver.di, IG Metall oder Attac ab, dürften kaum 10 000 Menschen übrig bleiben.

In einigen Orten hatten die bisherigen Organisationsbündnisse, an denen unter anderem der DGB beteiligt war, nicht mehr zu Protestmärschen aufgerufen. Oder die Kundgebungen fielen mangels Beteiligung aus. Der Thüringer DGB-Chef Frank Spieth schlug Kundgebungen nur noch alle vier Wochen vor.

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