Erzieherinnen
Einigung im Kita-Tarifstreit

Nach monatelangem Streit ist es nun vollbracht: Der zwischen den Spitzen von Arbeitgebern und Gewerkschaften ausgehandelte Kompromiss im Kita-Tarifstreit ist unter Dach und Fach. Nach Arbeitgebern und GEW hat am Nachmittag auch Verdi den Kompromiss abgesegnet.

BERLIN. Der seit Monaten schwelende, teils von massiven Streiks begleitete Tarifkonflikt über die Bezahlung kommunaler Kindergärtnerinnen ist beigelegt. Gewerkschaften und Arbeitgeber stimmten am Montag in Frankfurt einem in mehrtägiger Marathonsitzung ausgehandelten Kompromisspaket zu, dass den 220 000 betroffenen Beschäftigeten nach Angaben der Gewerkschaft Verdi Gehaltssteigerungen von druchschnittlich etwa 110 Euro pro Monat bringt. Die Arbeitgeber bezifferten die voraussichtlich Mehrkosten für die Kommualhaushalte mit 500 bis 700 Mio. Euro pro Jahr.

Dem Kompromiss zufolge sollen die Erzieherinnen und Erzieher offenbar künftig eine herausgehobene Rolle im Tarifrecht für den öffentlichen Dienst bekommen. Dies soll zum einen die besondere Bedeutung ihres Berufs unterstreichen. Zum anderen soll damit jedoch auch verhindert werden, dass eine höhere Bezahlung der Erzieherinnen zu einem Aufschaukeln mit Gehaltsansprüchen anderer Berufsgruppen im öffentlichen Dienst führt.

Alle Details des bereits seit Tagen mit Spannung erwarteten Tarifergebnisses waren allein schon wegen er Komplexität der Materie am Monatagabend noch nicht zu überblicken. Wie die Kommunalehaushalte im einzelnen belastet werden, hängt beispielsweise unter anderem von der jeweiligen Altersstruktur der Beschäftigten ab. Ausgangspunkt sämtlicher Reibereien der vergangenen Monate war eine im schon im Jahr 2005 beschlossene Tarifrechtsreform fü den öffentlichen Dienst. Durch sie war der frühere Bundesangestellten-Tarifvertrag (BAT) für die insgesamt zwei Mio. Arbeitnehmer von Bund und Kommunen durch modernere Bezahlungsstrukturen abgelöst worden.

Eine entscheidende Veränderung dabei: Im neuen Tarifrecht richtet sich die Bezahlung nicht mehr nach Lebensalter und Familienstand. Stattdessen sind neben der grundsätzlichem Eingruppierung nach konkreter Tätigkeit und Qualifikation nur noch sechs sogenannte Erfahrungsstufen je Gehaltsgruppe vorgesehen. Die Konsequenz: Es bleiben künftig die bisher unabhängig von Tarifrunden anfallenden Gehaltssteigerungen aus, wie sie die Beschäftigten im alten System allein durch steigendes Dienst- und Lebensalter quasi automatisch erhalten hatten.

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