„Es ist katastrophal, was uns die Bundesagentur liefert“
Arbeitsagentur bekommt Datenchaos nicht in den Griff

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) bekommt ihre Softwareprobleme bei der Überweisung des Krankenversicherungsbeitrags für Langzeitarbeitslose nicht in den Griff. In einem vertraulichen Schreiben, das dem Handelsblatt vorliegt, räumt die Nürnberger Behörde „erhebliche Mängel und Defizite“ beim Datentransfer ein.

BERLIN. Die „Fehler im Meldeverfahren“ könnten frühestens „Ende des Jahres“ behoben werden. Nach Informationen des Handelsblatt ist die BA nicht einmal in der Lage, die zum 1. Juli erfolgte Beitragssenkung von durchschnittlich 14,2 auf 13,3 Prozent umzusetzen und überweist daher zu viel Geld an die Kassen.

„Es ist katastrophal, was uns die Bundesagentur liefert“, sagte Jörg Bodanowitz, der Sprecher der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK) dem Handelsblatt, "der reinste Datenfriedhof“. Oftmals könnten Zahlungen nicht zugeordnet werden, hieß es beim Verband der Angestellten-Krankenkassen (VdAK). Außerdem seien fälschlich massenhaft Mitgliedschaften storniert worden. Bereits Ende Juli hatte der VdAK schriftlich moniert, die „Unzulänglichkeiten“ im Melde- und Beitragsnachweisverfahren hätten ein Ausmaß erreicht, das „nicht mehr tragbar“ sei. In ihrem Antwortschreiben räumt die BA nun Probleme ein.

Die Software A2LL, mit der das Arbeitslosengeld II verwaltet wird, habe in einem „extrem kurzen“ Zeitraum implementiert werden müssen. Es gebe noch „erhebliche Mängel und Defizite, die abgestellt werden müssen“. Die gesetzlich vorgeschriebene bundesweite Zusammenfassung der Krankenkassenzahlungen könne aber „nicht mehr im Jahr 2005“ umgesetzt werden, gesteht die BA. Grund seien Lieferschwierigkeiten bei ihrem Softwarehersteller T-Systems. Mit „sehr hoher Priorität“ arbeite man an der Korrektur des Meldeverfahrens. „Ende des Jahres“ sollten die fehlerhaften Stornierungen aufhören.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%