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EU-Beitritt: Wirtschaft drängt auf Annäherung

exklusiv Bundeskanzlerin Angela Merkel sitzt angesichts ihrer Türkei-Reise zwischen allen Stühlen. Während führende deutsche Wirtschaftsvertreter auf eine weitere Annäherung Deutschlands und Europas an die Türkei drängen und die große wirtschaftliche Bedeutung des Landes betonen, bremst Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer. Er warnt vor einem EU-Beitritt im Hauruck-Verfahren.

Die Kluft zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihrem türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdogan ist deutlich sichtbar. Quelle: dpa
Die Kluft zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihrem türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdogan ist deutlich sichtbar. Quelle: dpa

ATHEN/BERLIN. Ummittelbar vor dem Türkei-Besuch von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) pocht die deutsche Wirtschaft auf eine weitere Annäherung zwischen Türkei und Europäischer Union (EU). "Die deutsche Wirtschaft mahnt eine emotionsfreie Diskussion um die Beitrittsverhandlungen der Türkei an. Das Land bleibt absehbar ein Wachstumsmarkt in strategisch bedeutender Lage", sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) Werner Schnappauf dem Handelsblatt. "Als Zielmarkt deutscher Exporte ist die Türkei mit 15 Milliarden Euro im Jahr 2008 wichtiger als Japan", sagte Schnappauf. Ähnlich äußerte sich der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) Hans Heinrich Driftmann: "Wirtschaftlich gehört die Türkei bereits zu Europa." Unterstützung erhält er von Christian Köhler, dem Hauptgeschäftsführer des Markenverbandes. "Die Türkei sollte der EU beitreten können, sobald alle Kriterien erfüllt sind."

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Merkel wird heute zu einem zweitätigen Besuch in Ankara und Istanbul erwartet. Neben einem Treffen mit dem türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan wird die Kanzlerin auch mit türkischen Unternehmern zusammen kommen. Im Zentrum ihrer Gespräche steht der Stand der EU-Beitrittsverhandlungen und die Fortschritte bei der Lösung des Zypern-Konflitkes. Zudem geht es um Santionen gegen den Iran, die die Türkei ablehnt, und den Stand des Baus der Nabucco-Pipeline.

Die Pipeline soll Gas aus der kaspischen Region nach Westeuropa bringen und die europäischen Länder unabhängiger von russischem Gas machen. "Nabucco hilft mit türkischer Beteiligung, die Gasversorgung Europas zu sichern", sagt RWE-Vorstandschef Jürgen Großmann. Neben ihm gehören unter anderem Hans-Peter Villis von EnBW, der Vorstandsvorsitzende der Bahn AG Rüdiger Grube und Airbus-Chef Thomas Enders zur Wirtschaftsdelegation der Kanzlerin.

Während die deutsche Wirtschaft unisono auf eine engere wirtschaftliche Beziehungen zur Türkei drängt, gibt es auch Stimmen, die einen EU-Beititt des Landes nicht als Voraussetzung dafür sehen. "Durch die bestehenden Assoziierungs- und Freihandelsabkommen ist der bilaterale Außenhandel bereits weitgehend liberalisiert", sagt Anton Börner, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA). "Von einem möglichen EU-Beitritt des Landes wäre daher kein besonderer wirtschaftlicher Impuls zu erwarten." Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt sprach sich für ergebnisoffene Verhandlungen über eine EU-Beitritt aus. Die Entscheidung hänge aber auch davon ab, "ob die EU in der Lage ist, dieses große Land ohne Gefährdung ihrer politischen, wirtschaftlichen und institutionellen Balance aufzunehmen".

  • 29.03.2010, 13:01 UhrAnonymer Benutzer: Marschollek Hans-Jürgen

    Herr Meyer hat vollkommen Recht!
    Als nächstes will die "Wirtschaft" das China auch noch in die EU kommt. Nach wie vor ist die Türkei dem Kontinent Asien Kartografisch zugeteilt, so soll es auch bleiben. Es ist heute bereits die Grenze der bezahlbarkeit mit der Erweiterung zum Osten bei weitem überschritten und dem bürger noch mehr zuzumuten würde über kurz oder lang zu Kriegen führen. Muss das sein?

  • 29.03.2010, 10:22 UhrAnonymer Benutzer: W. Fischer

    Sehr geehrter Herr Mayer, sie haben in knappen Sätzen ausgesprochen was zu diesem Thema zu sagen war. ich bin mit ihnen hundertprozentig einig, unsere Politiker sollten ihren Leserbrief sich zu Herzen nehmen.
    Danke

  • 29.03.2010, 02:35 UhrAnonymer Benutzer: Herbald Meyer

    Es lebe die "Wirtschaft" !!!!!

    Markt, Profit und business as usual ohne Grenzen.

    Alles wird gut - für die Kapitalisten!

    Alles wird schlecht für das "Volk" das Alle Lasten der Gesellschaft tragen muß, alles schon dagewesen ...die industrie produziert, maximiert Gewinne, das "Volk" füttert den Multikultisumpf und erträgt die sozialen Einschnitte, Verwerfungen und brüche einer einst halbwegs kulturellen und sozial ausgeglichen Gesellschaft (keine heile Welt aber historisch gewachsen).

    Die Herren Kaptalisten flüchten an die Sonnengestaden dieser Welt, ihre Kinder leben unbehelligt in Luxusinternaten" .... die Realität der Multikulti-Ausbeutung zahlt NUR der einfache Mann, die einfache Frau und ihre Kinder! in allen Lebensbereichen!

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