EU-Energiekommissar
Oettinger warnt Deutschland vor hohen Stromkosten

Hohe Stromkosten könnten zu einer Gefahr für den Standort Deutschland werden. EU-Energiekommissar Günther Oettinger warnt eindringlich vor einer Deindustrialisierung.
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EU-Energiekommissar Günther Oettinger sieht in den steigenden Energiekosten eine akute Gefahr für den Industriestandort Deutschland. „Die hohen Strompreise haben die Deindustrialisierung Deutschlands jetzt schon eingeleitet“, sagte Oettinger dem Handelsblatt. „Für viele Produktionssparten, etwa Kunststoffe, Papier oder Industrietextilien, sind die Energiekosten noch vor den Arbeitskosten zur Hauptsorge geworden“, warnte Oettinger. Die Abwanderung von Unternehmen aus Deutschland habe deshalb bereits begonnen. Die Abgabenlast auf Strom sei mit über 40 Prozent zu hoch. Bedenklich sei vor allem, dass die Förderung von Erneuerbaren Energien den Stromkunden immer teurer komme.  Der Kommissar übte scharfe Kritik an dem „Durcheinander“ der deutschen Energiepolitik. Die Energiekonzepte von Bund und Länder seien überhaupt nicht aufeinander abgestimmt.  Umweltminister Altmaier und Energieminister Rösler müssten hier besser steuernd eingreifen.

Ruth Berschens leitet das Korrespondenten-Büro in Brüssel.
Ruth Berschens
Handelsblatt / Büroleiterin Brüssel

Kommentare zu " EU-Energiekommissar: Oettinger warnt Deutschland vor hohen Stromkosten"

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  • Verwechseln Sie bitte nicht öffentlichskeitswirksame Einzelaussagen und -fälle mit der Gesamtentwicklung!Offenbar hat der Strompreis keine großen gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen gehabt! Der Anteil der Industrie am BIP ist in den letzten 20 Jahren nahezu gleich geblieben, eher ein wenig gestiegen. Was Sie beobachten, das ist normaler Strukturwandel. Ohne einen solchen wäre es nicht möglich, die industrielle Wertschöpfung zu erhalten. Wer in diesem Zusammenhang von De-Industrialisierung fabuliert, der hat entweder keine Ahnung oder er will die Öffentlichkeit täuschen!

  • Die Energiewende wird keine Arbeitsplätze kosten ......
    Metall und Chemiebetriebe , Verarbeitendes Gewerbe , Dienstleister und Kraftwerks betreiben haben uns nun das gegenteil bewiesen !
    In der Solarindustrie gehen die Unternehmen reihenweise Pleite , da werden die wegfallenden Arbeitsplätze nich aufgefangen werden können , wie von rot/grün wahrgesagt .
    Deutsche unternehmen investieren im ausland , während hier Kurzarbeit beantragt wird (Ford).
    Opel macht sicher bald nur noch die Buchhaltung in Deutschland .
    Trittin war sich nicht zu schade , immer wieder zu predigen das der Strom nicht teurer wird wenn die AKW s abgeschaltet werden , nun sieht es jeder selber an seiner Rechnung wie realistisch diese Grünen und Roten doch sind .
    Deutschland ist DAS Exportland Europas ja sogar der Welt , nun werden wir den letzten Akt dieser Vorführung sehen , wir exportieren weiter - unsere Arbeitsplätze !!!

    Aber das kommt eben dabei heraus, wenn man grünen Soziologen oder Melkerinnen aus Dessau etwas zutraut womit sie offensichtlich überfordert sind .

  • Wollen wir hoffen das es so bleibt , von den grünen bekommen sie sicher keinen ct für Energie .
    Die streichen ihnen auch wieder die Pendlerpauschale ...für H4 hatten sie noch nie viel übrig !

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