EU erzürnt Raucher E-Zigarette soll als Arznei behandelt werden

Heute entscheidet die EU-Kommission, ob für die E-Zigarette künftig dieselben Regelungen gelten sollen wie für Arzneimittel. Schon jetzt machen wütende Raucher ihrem Ärger im Netz Luft.
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Alternative E-Smoking

E-Smoking - Eine Alternative zur normalen Zigarette?

DüsseldorfIst sie ein Medikament, ein Lifestyle-Produkt oder doch fast schon eine „normale“ Zigarette? Die E-Zigarette erhitzt die Gemüter und zwar nicht nur in Brüssel: Hier entscheidet heute ein Komitee darüber, ob der elektrische Glimmstängel ein „tabakähnliches Produkt“ ist, oder künftig als „Arzneimittel“ reguliert werden soll.

Was sich erstmal unspannend anhört, kann für die Konsumenten und für den E-Zigarettenhandel gravierende Auswirkungen haben, denn eine Regulierung als Arzneimittel ist langwierig und teuer, das Produkt wäre nur noch in der Apotheke zu beziehen.

Bereits im Vorfeld hatten mehrere Ärzte gefordert, die E-Zigarette im freien Handel zu belassen, da sie trotz allem weniger gefährlich als „Tabak, Alkohol, fetthaltige oder zuckerhaltige Lebensmittel“ sei.
Auch die Verbraucher stört die „Regulierungswut“ der EU. Unter dem Hashtag #EUecigBAN lassen die Anhänger der E-Zigarette ihrer Wut freien lauf:

Dazu wurde eine Petition eingerichtet, in der es darum geht, die „ecigs“ zu retten. Bisher haben fast 27.000 Menschen dafür abgestimmt. Dabei stellen die Befürworter der E-Zigarette immer wieder in den Vordergrund, dass das Produkt eine „gesünder“ Alternative zur normalen Zigarette sei. Das deuten auch die europäischen Ärzte an, die in ihren Brief an die EU-Entscheider appellieren: „Während herkömmliche Rauchstopp-Ansätze nicht weiterführen, können mit Hilfe von E-Zigaretten sieben bis zwölf Millionen Raucher in der EU auf eine sicherere Alternative umsteigen.“ Gerade junge Raucher würden bei einer Einstufung als Medikament vielleicht wieder zur herkömmlichen Zigarette greifen.

Hat die Tabak-Lobby ihre Finger im Spiel?
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38 Kommentare zu "EU erzürnt Raucher: E-Zigarette soll als Arznei behandelt werden"

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  • E-zigarretten Benutzer sind im allgemeinen sehr findige und kompetente Menschen, die sich nichts einfach verbieten lassen wollen. Und ich denke, das diese, bevor sie zu Glimmstängeln zurück kehren, sogar lieber auf Eigenbau-, Untergrund - E-zigs oder Importen aus China zurück greifen werden. Liebe EU, selbst mit der stärksten Lobby und allen Verboten der Welt ist die E-Zig nicht mehr aufzuhalten.

  • Ich möchte nur eines wissen, warum muss eine um ein Vielfaches weniger schädliche Alternative zu Tabakzigaretten strenger bzw. durch die Hintertür zum Verbot, reguliert werden?
    Wer kann hier dazu kompetent antworten?
    Dafür muss man weder Mediziner noch Jurist sein, um den Unterschied zwischen einer Kippe und einer e-Dampfe zu erkennen: 1000 z.T. giftige Inhaltsstoffe einer Tabakzigi versus 3-4 Inhaltsstoffe im Liquid, deren Auswirkungen bei Inhalation und Emission auch bekannt sind mittlerweile.
    Da braucht man doch keine Querverweise zu Foren oder Mails um auf Biegen und Brechen Pro- oder Contra zu geben. Ausserdem sollte doch jeder halbwegs vernünftig denkende Mensch erkennen, dass es sich bei der e-Dampfe gar nicht um ein Tabakprodukt handelt. Warum wird sie dann aber so eingestuft von der EU?
    Übrigens, mein Hausarzt hat mir gesagt, dass Nikotin alleine ohne Tabak+Verbrennung, nicht krebserregend ist, das weiss angeblich jeder Mediziner. Das genügt mir vollkommen, und wenn ich doch mal 1-2 Pickel am Popo davon bekäme, wäre das immer noch besser als Krebs.

  • @Dreamengine, Ihre vollständige Aussage bezog sich auf Hardware, Liquidzusammensetzung, Wicklung (selbst wickeln) und Energiezufuhr (variable Akkuträger)... was schon ein gewisses Maß an Expertenwissen erfordert. Ich selbst hab 2 Jahre gedampft, hab auch im Forum gelesen und hab es trotzdem nicht geschafft, einen Flash mit wenig Nikotin zu erreichen. Erwarten Sie dieses Wissen von einem Durchschnitt-Nutzer, der sich einfach ein Einsteigerset am Kiosk oder Internet kauft, ohne sich tagelang in Foren einzulesen?

    Da Sie gerne bereit sind, Wissenslücken zu füllen, dann erklären Sie doch, was sich an den chemischen/ physikalischen Eigenschaften des Dampfs ändert, dass er mehr flasht, wenn die Hardware, Liquidzusammensetzung, Wicklung und Energiezufuhr verändert wird.

    Es heisst doch immer, im Liquid sind außer PG/VG/Nikotin und Aromen, keine weiteren Chemikalien vorhanden. Warum sollte die "Liquidzusammensetzung" dann einen Einfluß auf den Flash haben? Oder gibt es doch weitere Zusatzstoffe?

    Auch die "Wicklung und Energiezufuhr" soll Einfluß auf den Flash haben. Sollte das Ergebnis, nämlich der Dampf nicht immer der gleiche Dampf bleiben? Was hat sich an seinen Eigenschaften geändert, wenn er mal mehr oder weniger flasht? Liegt es vielleicht daran, dass er eine höhere Temperatur hat, wenn ich ihn einatme?

    Welche Temperatur hat die Heizwendel an der Kontaktfläche genau, wenn Sie es so genau wissen, dass 420 Grad auch nicht mit der von Ihnen erwähnten Profi-Hardware erreicht werden? Gibt es dazu unabhängige Studien?

    Zitat: "Es steht jedoch außer Frage, dass Nikotin selbst weniger schädlich als die bei der Verbrennung von Tabak entstehenden Karzinogene und Kohlenmonoxid ist."

    Hier gehen Sie nicht auf die Dosis ein. Ich denke nicht, dass eine tägliche Aufnahme von z.B. 1Kg Nikotin weniger schädlich ist, als die bei der Verbrennung von Tabak entstehenden Karzinogene und Kohlenmonoxid. Welche genaue Tagesdosis Nikotin sehen Sie als vertretbar? Gibt es dazu Studien?

  • Die ganze Geschichte ist wieder einmal ein hervorragendes Beispiel für Menschenbild und Lobbyismus in der EU. Sie beginnt mit marktwirtschaftlicher Freiheit: Findige Unternehmer stellen ein Produkt her, für das es einen Markt gibt. Angebot befriedigt Nachfrage. Niemand stirbt oder wird betrogen oder sonstwie geschädigt. Mündige Verbraucher treffen auf mündige Unternehmer. Nun darf aber in der EU niemand mündig sein und freie Marktwirtschaft ist eh Teufelswerk. Als Nichtraucher wünschen ich den Konsumenten der E-Zigaretten alles Gute und viel Kraft.

  • AnjaM, meinen Sie den Prof. Dr. Mayer von der Uni Graz, der als Verfechter der E-Zigarette gilt? Geben Sie mal bei google folgendes Zitat ein:
    "Herzlichen Glückwunsch zu Ihrer schwachsinnigen Webseite, über die ich soeben zufällig gestolpert bin. Neben der wiederwärtigen Förderung von Denunziation (die an unsere traurige Verganheit erinnert), sind Ihre Ausführungen zu E-Zigaretten leider hochgradig dümmlich."

  • Was sich am Anfang nett und flüssig lesen liest, empört mich nun zunehmend. In den letzten Dialogen machen sich Boshaftigkeit eines, so scheint es mir, Sympathisanten der Tabak Lobby breit. Der Grund zu dieser Empörung ist doch der, das der einzelne EU-Bürger wie eine Marionette funktionieren soll. Hat jemals jemand darüber nach gedachte, was es für Funktionäre sind die an der Spitze in Brüssel sitzen? Große Köpfe der Chemie & Pharma- Industrie, Diese, so bin ich mir sicher mit der Tabak Industrie ein Stelldichein hat. Wie wohl sonst würde die Tabak Industrie es bewerkstelligen das jede Zigarettenmarke so schmeckt wie eh und je. Abgesehen davon ist es eine reine finanzpolitischen Geschichte warum die Politik sich so ins Zeug legt, man bedenke das anhand der bis Heute gezählten Dampfer dem Staat ca. 8.000.000 €uro Tabaksteuer täglich verloren geht. Somit haben wir weiterhin „den Mut zur Wut“

  • Bitte geben Sie meine Aussage vollständig wieder, wenn Sie dies tun. Ich sprach von Hardware, Liquidzusammensetzung, Wicklung und Energiezufuhr.

    Vernünftige Hardware fängt nicht im High End Bereich an. man kann auch Clearomizer selbst wickeln. Variable Volt oder variable Watt Akkuträger sollten schon sein.

    Und keine Sorge, mit einer Heizwendel in einem verdampfer erreichen Sie unter keinen Umständen die Temperatur, bei der Propylenglykol verbrennt (420°C).

    wir Dampfer sind gern bereit Ihre Wissenslücken zu füllen, allerdings bitten wir um eine sachliche Diskussion und keine "Meinungsmache" aufgrund von Halbwissen.

    Letztlich muss ich feststellen, dass ich keineswegs Nikotin verharmlost habe. Vgl. hierzu erster Abschnitt meines zweiten Posts. Es steht jedoch außer Frage, dass Nikotin selbst weniger schädlich als die bei der Verbrennung von Tabak entstehenden Karzinogene und Kohlenmonoxid ist.

    Ich stelle lediglich fest, dass die Gefahr von Nikotin im Vergleich zu von den von einem Tabakzigarettenkonsumenten zusätzlich aufgenommenen Schadstoffe geringer ausfällt.

    In diesem Zusammenhang sollte man auch die von Ihnen zitierten Empfehlungen aus den Foren sehen.

  • AnjaM, wann habe ich etwas über die tödliche Dosis geschrieben… oder wollen Sie damit andeuten, dass das Nikotin deshalb harmlos ist, da man beim Dampfen pro Tag nur 1/10 der tödlichen Dosis aufnimmt. Nach Ihrer Logik könnte man ja seelenruhig Zigaretten rauchen, da die täglich aufgenommene Dosis an Teer auch weit unter der tödlichen Dosis liegt…
    Eins noch, da Sie mir vorgeworfen haben : "Sehkraft und Tinnitus = absoluter Unsinn. Nichts als FUD". Hier ein Beitrag "Nikotin stört Funktion der Netzhaut" mit Verweis auf eine wissenschaftliche Studie, bei der sogar Nikotinkaugummis verwendet wurden, um den Einfluss anderer Inhaltsstoffe des Zigarettenrauchs auf die Netzhautfunktion ausschließen.
    web.archive.org/web/20131217151425/http://orthopaedie.der-klinikfuehrer.de/fachbereiche/ophthalmologie/medizin-forschung/nikotin-stoert-funktion-netzhaut
    Und Sie werfen mir FUD vor? Wie nennt es sich dann, was Sie hier betreiben? Etwa "Augen zu und durch". Ich freue mich, dass Sie gesund geblieben sind, aber das ist kein Argument, um auf eine Allgemeingültigkeit zu schliessen.

  • und ich korrigiere einen Schreibfehler:
    Dass die angeblich tödliche Dosis Nikotin nicht bei 60 mg (wie vor über 150 Jahren angenommen) sondern bei ca 500 MILLIGRAMM liegt (!) sollten Sie zwischenzeitlich auch mitbekommen haben - http://blog.rursus.de/2013/10/die-toedliche-dosis-nikotin-ein-ueber-150-jahre-alter-irrtum/

  • ich reiche eine kleine Zusammenfassung nach:
    Die Bedeutung der Veröffentlichung von Prof. Dr. Mayer:

    Nahezu sämtliche wissenschaftlichen Veröffentlichungen, Pressemitteilungen, Webseiten von Gesundheitsorganisationen, Reden von Politkern, usw. beziehen sich bei der letalen Dosis von Nikotin auf eine fehlerhafte Annahme von 1906, welche wiederum auf ungenaue Selbstversuche von 1856 stützen und neuere Ergebnisse ab 1875 ignorieren.

    Vergleicht man nun die damaligen Selbstversuche mit den gut dokumentierten Fällen von Vergiftung durch Nikotin in den letzten Jahren, kommt dabei heraus, dass die letale Dosis von Oral aufgenommenen Nikotin nicht bei 60 Milligramm, sondern bei über 0.5 Gramm liegt und damit knapp 8 mal höher ist, als bisher angenommen.

    Bedeutet das jetzt, dass Nikotin nicht giftig ist?

    Nein! Es besteht kein Zweifel daran, dass Nikotin in hoher Dosierung giftig ist und tödlich sein kann.

    Aber: Die bisher gemachten Angaben über “tödliche Liquids” sind maßlos überzogen. Zum Beispiel hat ein handelsübliches “18er Liquid” einen Nikotingehalt von 18 Milligramm pro 1 Milliliter. Wenn man nun von einer 10ml-Flasche ausgeht, befinden sich in dieser Flasche insgesamt 180 Milligramm oder umgerechnet auch 0,18 Gramm Nikotin. Damit wäre der Inhalt dieser Flasche weit von der voraussichtlichen tödlichen Dosis entfernt.

    Natürlich sind Liquids für EZigaretten trotzdem nichts was in Kinderhände gehört oder etwas mit dem man sich einreiben sollte oder es trinken sollte. Wie auch Haushaltsreiniger oder Hochprozentiger Alkohol, gehört Nikotin außerhalb der Reichweite von Kindern!

    Aber umbringen… Umbringen kann sich durchschnittlicher Erwachsener damit nicht!

    Vielen Dank Herr Prof. Dr. Mayer – Mit diesem Papier räumen Sie einen 150 Jahre währenden Irrtum aus den Büchern (und hoffentlich auch den Gehirnen)!

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