EU-Kommissar
Löhne in Deutschland sind zu niedrig

Die deutschen Bürger sollen mehr einkaufen – und damit das möglich ist, sollen sie höhere Löhne erhalten. Das fordert zumindest der EU-Sozialkommissar Lazlo Andor. Profitieren soll dadurch am Ende auch die EU.
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EU-Sozialkommissar Lazlo Andor hat Deutschland einen falschen Kurs in der Wirtschafts- und Lohnpolitik bescheinigt. „Seit nunmehr zehn Jahren bleiben die Lohnzuwächse in Deutschland stark hinter der Produktivitätsentwicklung zurück“, sagte er der Zeitung „Welt am Sonntag“. Dies müsse sich ändern. Darüber hinaus sollte Deutschland seine öffentlichen Investitionen deutlich hochfahren, die Nachfrage steigern und die „exzessiven Exportüberschüsse, die anderen europäischen Ländern schaden“ reduzieren. Deutschland habe als größte Volkswirtschaft der EU eine besondere Verantwortung für Europa, mahnte Andor.

„Es wäre besser, wenn die Löhne in Übereinstimmung mit der Produktivität wachsen würden“, sagte Andor. Er kritisierte auch, dass in einigen EU-Krisenländern die Lohnzuwächse deutlich über dem Produktivitätszuwachs gelegen hätten. „Das geht auch nicht.“ Der EU-Kommissar plädierte dafür, in der EU neben den Bereichen Haushalt und Inflation auch für die Arbeitslosigkeit, die Einkommensentwicklung, das Armutsrisiko und die sozialen Ungleichgewichte Grenzwerte zu formulieren.

Mit Blick auf die Strategie im Kampf gegen die Euro-Staatsschuldenkrise kritisierte er, es sei falsch gewesen, in Problemländern drastische Lohnkürzungen einzufordern und damit die sozialen Probleme weiter anzuheizen. „Die Austeritätspolitik der vergangenen Jahre hat in vielen Ländern der Eurozone die ökonomische Krise verschärft“, erklärte er.

Auch aus der Deutschen Bundesbank und der Europäischen Zentralbank (EZB) hatte es zuletzt Stimmen gegeben, die für stärkere Einkommenszuwächse in Deutschland plädiert hatten. Dagegen hatte Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer vor einigen Tagen auf Reallohnzuwächse in Deutschland verwiesen und Forderungen nach stärkeren Anhebungen zurückgewiesen. Es sei keinem geholfen, wenn die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft leide, auch nicht Europa, hatte er gewarnt.

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hatte vor wenigen Wochen drei Prozent mehr Lohn empfohlen. Dieser Wert ergebe sich „überschlagsmäßig aus mittelfristig knapp zwei Prozent Preisanstieg und ein Prozent trendmäßigem Produktivitätswachstum“, sagte Weidmann.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Die wiederholt vorgetragene Forderung der EU, das Gehaltsniveau in Deutschland deutlich anzuheben, ist ein Anschlag auf die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands, sowohl in Europa als auch auf dem Weltmarkt.
    Deutschlands derzeit ausgezeichnete Position im internationalen Handel wurde durch die Schröderschen Reformen hart erkämpft. Arbeitnehmer und Gewerkschaften übten Lohnzurückhaltung und die Einschnitte in den Sozialsystemen wurden von der deutschen Bevölkerung klaglos akzeptiert.
    Dieser hart erarbeitete Wettbewerbsvorteil soll nun nach dem Willen der EU gemindert, also Deutschland in seiner Produktivität den Krisenländern angenähert werden, um diese im innereuropäischen Handel wettbewerbsfähiger zu machen und somit die Ungleichgewichte in Europa abzumildern.
    Anstatt den richtigen Weg zu gehen, nämlich die Krisenländer durch Reformen wettbewerbsfähiger zu machen, wählt man den bequemen Weg.
    Die potentiell verheerende Wirkung dieser Maßnahmen auf die Stellung Deutschlands und somit auch der Eurozone auf dem Weltmarkt, scheint in diesen Überlegungen keine Rolle zu spielen.
    Überdies sind die angeblichen Vorteile für den deutschen Arbeitnehmer reine Augenwischerei. Vordergründig hätte er mehr Geld in der Lohntüte. Da eine flächendeckende Gehaltsanhebung jedoch eine außerordentlich inflationäre Maßnahme ist, würden die Preissteigerungen nicht lange auf sich warten lassen und den scheinbaren Kaufkraftgewinn neutralisieren. Der einzige Profiteur wäre der Staat, der sich über die kalte Progression einen unverhältnismäßig hohen Anteil der Gehaltssteigerungen einverleiben würde.
    Eine flächendeckende Lohnanhebung würde den Wirtschaftsstandort Deutschland nachhaltig schwächen, eine vermehrte Abwanderung von ganzen Wirtschaftszweigen in Billiglohnländer nach sich ziehen und damit die derzeit erfreulich niedrige Arbeitslosigkeit wieder ansteigen lassen. Die Brüsseler Forderungen sind das Gegenteil von marktwirtschaftlichem Handeln und Denken im Erhardtschen Sinne.

  • Die Einkommen der Deutschen sind zu niedrig. Eingefährt von den Politiekrn, besonders die SPD unter Hr. Schröder waren und sind hier führend. Prifietieren von den höheren Löhnen tut nur die EU, da sie noch mehr Steuergelder von Deutschland verlangen kann und fordern wird!

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