EU-Kommissar
Oettinger: Deutschland muss sich mit Europa absprechen

Deutschland dürfe den Ausstieg aus der Atomenergie nicht im Alleingang vollziehen, fordert EU-Energiekommissar Günther Oettinger. Berlin müsse sich mit den Europäer über die Stromversorgung abstimmen. VON STEFAN MENZEL
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Wien"Die deutsche Entwicklung ist eine europäische Entwicklung", sagte EU-Energiekommissar Günther Oettinger in Wien. Es gehe jetzt darum, Konzepte zur Stromerzeugung " verantwortlich zu entwickeln". Die Verbraucher müssen sich nach Ansicht Oettingers auf Preiserhöhungen einstellen.

"Strom wird sicherlich nicht billiger", betonte er. Erdgas werde bei der Stromversorgung der Zukunft eine ganz zentrale Rolle einnehmen. Außerdem komme auf die erneuerbaren Energieformen eine wichtige Bedeutung zu. "Zu allererst müsse wir natürlich auch die Energieeffizienz steigern", sagte der deutsche EU-Kommissar.

Oettinger warnte vor der Illusion, dass es in Deutschland künftig keinen Atomstrom mehr geben werde. "Strom hat keinen Pass, und wir haben ein europäisches Energiesytem", betonte der Kommissar. Frankreich und Tschechien hätten sehr wohl das Recht, weiterhin Atomstrom zu produzieren. "Beide Regierungen sind demokratisch legitimiert", sagte Oettinger. Beide Länder liefern schon jetzt Strom in das deutsche Netz. Nach dem Atomausstieg wird der Import in Deutschland wahrscheinlich noch zunehmen.

Der Bundesrepublik und auch Österreich, das schon seit Jahrzehnten auf Atomstrom verzichtet, seien aber natürlich kritische Fragen in Bezug auf die Produktion von Strom aus Kernenergie bei ihren Nachbarn gestattet. "Deshalb brauchen wir jetzt auch die Stresstests für Kernkraftwerke", so Oettinger weiter.

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie

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