EU-Sonnenschutzrichtlinie
Bayerns Wirte fürchten Dirndl-Verbot

Pläne der EU zu besserem Sonnenschutz von Arbeitnehmern haben in Bayern Entrüstung ausgelöst: Die EU will nackte Haut im Freien wegen Hautkrebsgefahr eindämmen - und die Wirte wittern ein "Dekolleté-Verbot" für Biergarten-Bedienungen und damit das Aus für das Dirndl.

HB MÜNCHEN. "Das Dirndl ist Bestandteil bayerischer Kultur und Lebensfreude - eine Kultur, um die uns viele beneiden“, sagte der Sprecher des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes, Frank-Ulrich John, am Montag. "Ich habe mit vielen Bedienungen gesprochen, ich habe noch nie gehört, dass ein Sonnenbrand im Dekolleté-Bereich ein Problem gewesen sein soll.“

John erläuterte, die Kellnerinnen bedienten meist in schattigen Biergärten und nicht in der prallen Sonne. Außerdem könnten sie sich mit Sonnencreme schützen. "Die Bürokraten sollten mehr auf die Mündigkeit ihrer Bürger setzen“, sagte John. "Ich könnte mir eine Bedienung mit Sonnenhut und hoch geschlossen vorstellen - aber bitte in Brüssel.“

Mit Blick auf den Wunsch der Wirte nach längeren Ausschankzeiten in Biergärten und in den Außenbereichen der Gaststätten hat John allerdings einen Vorschlag: „Der beste Sonnenschutz wäre, wenn nur noch bei Dunkelheit bedient würde - aber dazu müssten die Sperrzeiten für die Außengastronomie angepasst werden.“

Ein Dirndl ist ein Kleid mit engem, meist tief ausgeschnittenem Oberteil, weitem Rock - dessen Länge mit der herrschenden Mode wechselt - und Schürze, je nach Modell auch mit einer weißen Kurzbluse, das mehr oder weniger eng an Vorbilder aus der bayerischen Volkstracht angelehnt ist.

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