EU-Vergleich
Deutsche Arbeitskosten steigen

Einer Studie zufolge steigen die Kosten einer Arbeitsstunde in der deutschen Wirtschaft an. Mit Arbeitskosten von 33,60 Euro pro Stunde ist Deutschland innerhalb der Europäischen Union (EU) auf Platz Sieben hochgerückt.
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BerlinDie Kosten einer Arbeitsstunde in der deutschen Wirtschaft steigen stärker als im europäischen Durchschnitt, liegen aber noch im oberen Mittelfeld. Zu diesem Ergebnis kommt das gewerkschaftsnahe Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) in einer am Montag vorgelegten Studie. Mit Arbeitskosten von 33,60 Euro pro Stunde sei Deutschland 2016 in der Europäischen Union (EU) um einen Platz auf Rang Sieben hochgerückt. Am teuersten war Arbeit demnach in Dänemark und Belgien. Die Arbeitskosten in Deutschland hätten durch die stärkere Lohnentwicklung in den vergangenen fünf Jahren angezogen. „Allerdings sind damit die Effekte einer sehr langen Schwächephase in den 2000er Jahren nur zum kleineren Teil ausgeglichen“, erklärte das IMK.

Die Arbeitskosten gelten als wichtiger Indikator, da sie die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen auf internationaler Bühne beeinflussen. Sie legten in Deutschland 2016 um 2,5 Prozent zu und stiegen damit stärker als im Durchschnitt der Euro-Zone (plus 1,3 Prozent). Aussagekräftiger sind die Lohnstückkosten, die berücksichtigen, wie viel in einer Stunde produziert wird. Diese seien in Deutschland trotz einer etwas stärkeren Steigerung in den vergangenen Jahren „seit Beginn der Währungsunion deutlich schwächer gestiegen als in allen anderen Mitgliedsstaaten des Euro-Raums mit Ausnahme von Irland“.

„Die deutsche Wirtschaft ist international enorm wettbewerbsfähig, die Unternehmen verdienen sehr gut“, sagte der wissenschaftliche IMK-Direktor Gustav Horn. „Die deutsche Wirtschaft wächst solide, und das nicht trotz, sondern wegen der etwas stärkeren Zunahme bei den Löhnen.“

Die deutsche Industrie, deren Arbeitskosten mit 39,00 Euro pro Stunde im Europa-Vergleich auf Platz Vier liegen, profitiert laut IMK von deutlich geringeren Kosten im privaten Dienstleistungssektor (30,60 Euro). In keinem anderen EU-Land sei der Abstand größer. Die Industrie werde durch Vorleistungen entlastet, die sie im Dienstleistungssektor nachfrage.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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