Euro-Deal: Rettungsfonds wird teuer für Deutschland

Euro-Deal
Rettungsfonds wird teuer für Deutschland

Die Hilfen sind beschlossen und die Rechnung geht an Berlin: Auf Deutschland kommt eine höhere Neuverschuldung zu, um die Krisenstaaten in der Eurozone vor der Pleite zu bewahren.
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MünchenDie Einrichtung des geplanten neuen Euro-Schutzschirms (ESM) wird die Bundesregierung nach einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung" teuer zu stehen kommen.

Wie das Blatt in seiner Mittwochausgabe aus Koalitionskreisen berichtet, wird Deutschland womöglich bis zu 25 Milliarden Euro zum Eigenkapital des ESM beisteuern müssen. Insgesamt ist eine Grundkapitalsumme von 80 bis 100 Milliarden Euro im Gespräch. Sie sei notwendig, damit der Rettungsfonds von den großen Ratingagenturen die höchste Bonitätsnote AAA erhält.

Die Top-Bewertung wiederum sei Voraussetzung dafür, dass der ESM an den Kapitalmärkten zu bestmöglichen Konditionen Kredite aufnehmen kann. “Sollte tatsächlich so viel Eigenkapital nötig sein, müssen wir davon ausgehen, dass Deutschland etwa 18 bis 25 Milliarden Euro wird übernehmen müssen, zitiert das Blatt Koalitionskreise.

Da Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) das Geld nicht habe, werde er die Summe - möglicherweise über mehrere Jahre gestreckt - über eine höhere Neuverschuldung aufbringen müssen. Der ESM soll Mitte 2013 den Schutzschirm EFSF ablösen und die Gemeinschaftswährung möglichst dauerhaft vor neuen Schuldenkrisen bewahren. Endgültig beschlossen werden soll der ESM auf einem Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs Ende kommender Woche.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Wieso wird hier behauptet dass es keine Partei mit einer vernuenftigen Einstellung gaebe? siehe Pressemitteilung der REP vom 07.12.2010:

    ... „Bürgschaft folgt auf Bürgschaft, und Rettungsschirm folgt auf Rettungsschirm", sagte der Bundesvorsitzende der Republikaner Rolf Schlierer. Keine der hektischen Stabilisierungsmaßnahmen werde den Geburtsfehler der Währungsunion beseitigen können, die Länder mit zu unterschiedlicher Wirtschaftskraft und unvereinbaren Auffassungen von Währungsstabilität unter ein gemeinsames Dach gezwungen habe. Statt dessen steige die Geldverbrennung ins Unermeßliche und drohe die Völker Europas dauerhaft zu entzweien.
    ...
    „Die Bürger dürfen diesen kalten Staatsstreich von oben nicht widerspruchslos hinnehmen", appellierte Schlierer. Aus europäischer Verantwortung müsse Deutschland beim Ausstieg aus der mißlungenen Gemeinschaftswährung vorangehen. „Frau Merkel irrt, wenn sie dreist behauptet, der Fortbestand des Euro sei eine Frage von Krieg und Frieden"; sagte Schlierer. „Das wirkliche Friedensprojekt für Europa ist die geordnete Abwicklung der gescheiterten Währungsunion."

  • Das Ganze ist doch wirklich absurd. Der Euro-Stabilitätspakt fordert, dass die Neuverschuldung der einzelnen Euro-Länder eine vorgegebene Grenze nicht überschreitet. Und dieselben Euro-Erfinder zwingen Deutschland jetzt dazu die eigene Neuverschuldung zu erhöhen, damit die Schuldenländer so weiter wirtschaften können, wie vorher. Haben unsere Politiker nicht vor Kurzem noch selbst sogenannte Sparpakete zur Verringerung der Neuverschuldung aufgelegt? Und jetzt kommt eine Organisation von außen und nimmt Einfluss auf unsere Innenpolitik. Frei nach dem Motto: wenn die anderen Euro-Länder schlecht dran sind, dann braucht es Deutschland auch nicht gut zu gehen! Das ist doch sowas von verfassungswidrig. Jeder der Politiker, die freimütig das Geld des deutschen Steuerzahlers nach Brüssel überweisen, haben ihren Amtseid Schaden vom Deutschen Volk abzuwenden, gebrochen. Gegen diese Politiker ist sofort Anzeige zu erstatten und ein Haftbefehl auszusprechen!

  • @ W.Fischer:

    Sie werden, bei der naechsten Wahl schon, merken, dass diese Seelenverkaeufer nach wie vor gut im Geschaeft sind.
    Entweder werden sie direkt, oder durch die Nichtwaehler gewaehlt.
    Wetten?

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