Euro-Debatte: Ex-Kanzler Schröder giftet gegen Röslers Griechen-Bashing

Euro-Debatte
Ex-Kanzler Schröder giftet gegen Röslers Griechen-Bashing

Wirtschaftsminister Rösler spekuliert öffentlich über einen Euro-Austritt Griechenlands, ein Euro-Populist will er aber nicht sein. Ex-Kanzler Schröder sieht das anders. Mit scharfen Worten attackiert er den FDP-Mann.
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DüsseldorfDer frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat gefordert, die öffentliche Beschimpfung Griechenlands in Zusammenhang mit der Finanzkrise einzustellen. Dies sei der europäischen Idee nicht dienlich und werde dem Euro nicht helfen, sagte Schröder am Mittwoch im staatlichen griechischen Fernsehen (NET). „Vor allen Dingen wünsche ich mir, dass das, was ich Griechenland-Bashing nenne, aufhört“, sagte Schröder. Er bezog sich auf Äußerungen aus der CSU und von Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP). Rösler hatte kürzlich gesagt, ein Euro-Austritt Griechenlands habe „längst seinen Schrecken verloren“.

Rösler selbst gibt sich als Unschuldslamm. Bei „Spiegel Online“ wandte er sich diese Woche ausdrücklich gegen Populismus in der Euro-Debatte. „Europopulismus ist weder mein Weg noch der der FDP“, sagte Rösler in dem Interview vom Dienstag. Solche Tendenzen seien extrem gefährlich. Rösler grenzte sich gegen Aussagen von Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU) ab, der gefordert hatte, man solle an Griechenland ein Exempel statuieren.

Rösler stellte sich hinter die Warnung des FDP-Ehrenvorsitzenden Hans-Dietrich Genscher vor Populismus. Er wiederholte seine These, dass man "notfalls" mit den Folgen eines Austritts Griechenlands aus der Eurozone umgehen könnte.

Schröder sagte, er habe sich bewusst entschieden, wegen der Finanzkrise und aus Solidarität seinen Urlaub in Griechenland zu verbringen. „Hier gibt es fleißige Menschen, die mit ihrer Arbeit ihre Familien durchbringen, und die können nicht gleichgesetzt werden mit den Fehlentwicklungen, die es ohne Zweifel gegeben hat.“

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  • Wer's immer noch nicht kapiert: Die BRD-Verwaltungs-Organisation, genannt Regierung, ist mit gg.unvereinb. Gesetzen gewählt und darum nichtig. Alle raus aus dem Reichstag.

  • Detlev sehen: Wakenews
    http://www.youtube.com/watch?v=J5F9RmWDABU

  • Schröder - und Fischer - haben mit der Aufnahme Griechenlands in die Eurozone doch das Debakel verursacht. Schröder sollte lieber einmal Selbstkritik üben. Dann würde seine Glaubwürdigkeit gewinnen.

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