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Euro-Krise: Alt-Kanzler Schmidt attackiert Merkel

Bundeskanzlerin Merkel ist für ihre Politik in der Euro-Krise von Alt-Kanzler Helmut Schmitt scharf angegriffen worden. Bundespräsident Gauck hingegen nahm Merkel und ihr Verhalten gegenüber anderen EU-Ländern in Schutz.

Streiten um Merkels Politik: Bundespräsident Joachim Gauck und Alt-Kanzler Helmut Schmidt. Quelle: Reuters
Streiten um Merkels Politik: Bundespräsident Joachim Gauck und Alt-Kanzler Helmut Schmidt. Quelle: Reuters

BerlinAlt-Kanzler Helmut Schmidt hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für ihre Politik in der Eurokrise erneut scharf angegriffen. Es sei "zum Teil ihre eigene Schuld", dass es in einigen europäischen Ländern Bilder gebe, die Merkel "mit einer Hakenkreuzbinde zeigen", sagte Schmidt am Donnerstag in der ZDF-Talksendung "Maybrit Illner". Die Kanzlerin habe eine "zu starke Zentralisierung auf ihre Person vorgenommen". Einige Nachbarländer hätten "das Gefühl, dass Deutschland ein neues Zentrum sein sollte", kritisierte der Sozialdemokrat.

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Bundespräsident Joachim Gauck nahm in der Sendung die Kanzlerin in Schutz. "Wir stehen heute nicht vor dem Problem, dass eine geschichtsvergessene Regierungschefin sagt: am deutschen Wesen soll die Welt genesen", sagte er. Merkel kämpfe auch "stellvertretend für andere benachbarte Nationen" für einen stabilen Euro.

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Es sei falsch, wenn der Eindruck erzeugt werde, dass die Kanzlerin "gegen den Rest Europas steht", sagte Gauck. Er sei überzeugt von Merkels " hoher Rationalität und ihrem Handlungswillen", sagte Gauck. In der Eurokrise sei es selbst für Wissenschaftler "außerordentlich schwer zu wissen, welcher Schritt der richtige ist". "Eine gewisse Risikobereitschaft auch im monetären Bereich gehört mit zu einer guten Politik", fügte der Bundespräsident hinzu. Vor allem dürfe man aber in der Eurokrise nicht die Geduld verlieren, "nicht durchdrehen und nicht hysterisch werden".

Umstrittene Persönlichkeit: Bundeskanzlerin Angela Merkel. Quelle: dpa
Umstrittene Persönlichkeit: Bundeskanzlerin Angela Merkel. Quelle: dpa

Gauck sagte, es könne schon sein, dass es in der EU einmal eine "Wohlstandsdelle" gebe. Europa sei aber "auch im Falle ein gewissen Begrenzung der Freude am Leben ein lebenswerter Raum, wegen der Freiheit und wegen der Demokratie." Er traue hier der deutschen Bevölkerung eine ganz Menge zu. Auch beim Ausbruch der Finanzkrise 2008 seien die Deutschen ruhig geblieben. Rechtsextremisten hätten in der Bundesrepublik politisch keine Chance.

  • 01.10.2012, 18:07 UhrRotkaepchen

    1.10.12 Der Bundespräsident Gauck hat Recht, wenn er die Politik auffordert, komplizierte Sachverhalte einfach ans Volk rüber zu bringen. Doch passiert dies? Ich warte noch. Gewählte Politiker sollten über Politisches volksnah unterrichten. Wenn sich in Talkrunden die Politiker über abstrakte Wortverklemmungen verbiegen, rauchen so manchem TV-Zuschauer die Köpfe. Am Ende verstehen viele gar nichts oder wenig, weil die Dinge nicht in der Sprache des Volkes serviert werden, eher über verbale Klimmzüge, über die sich nicht einmal Professoren und Volkswirte einig sind. So kann man die Krise nicht dem Volk erklären, schon gar nicht die Lösung. Wer dem Raubeinkapitalismus unserer Tage auf die Füße treten will, muss die Menschen mitnehmen. Die stimmen dann über die Wahlurne oder Volksabstimmungen ab, bestimmen die Zukunft. Drum hat er Recht, unser Bundespräsident. Vernetzt muss aufgeklärt werden, was falsch in unserem Lande, in Europa und in der Welt läuft. Und, wie die ganzheitliche Lösung aussehen könnte. Und, in einer Sprache, die jeder versteht. Wolfgang Werkmeister, Eschborn

  • 29.09.2012, 19:00 Uhrrevoluzr

    Schmidt ist in seiner weltfremden Rückständigkeit (Stichwort: Internet, Twitter) einfach nur noch peinlich für Deutschland und die Generation der Nicht-mehr-Schuldigen am Holocaust :-(

  • 28.09.2012, 10:54 UhrErschreckende_Ansichten

    Wenn sie jetzt schon im ZDF bei Illner, wie gestern Abend geschehen, einen vergreisten Ex-Bundeskanzler Schmidt und einen Ex-DDR-Pastor und Moralapostel, heutiger Bundeswinkaugust Gauck vor die Fernsehkameras schleifen, um den den Deutschen einzutrichtern, warum wir zukünftig massive Wohlstands- Demokratie- und Freiheitsverluste hinnehmen haben, kann einem nur noch schlecht werden.
    Diejenigen, die dem Tode schon sehr nahe stehen, haben leicht zu schwadronieren. Sie hinterlassen durch ihre Politik den nachfolgenden Generationen unlösbare und verheerende Zustände. Kohl, Schmidt und Gauck ist die Vergangenheit und niemals die Zukunft. Ich muss sagen, diese Sendung getsern Abend hat mir das nochmals nachhaltig bestätigt, was ich schon lange über die „Führungseliten“ denke! Gerade Gauck hat sich für mich disqualifiziert und bei Schmidt halte ich ihm für manche Aussage sein hohes Alter zugute. Schon erschreckend wenn man hört, wie dieser jetzige Bundespräsident übers deutsche Volk, dessen politische Beteilung und Entscheidung in existenziellen Fragen unserer Gesellschaft, unseres Volkes und unserer Zukunft denkt, kann einem nur Angst und Bange werden. Da wird von Verfassungsänderungen gesprochen, von der gewußten und willentlichen Verhinderung von Volksabstimmungen (weil angeblich dem mündigen Bürger eine Entscheidungsfindung in wichtigen politischen Fragen nicht zugetraut werden kann!) und vielem mehr. Gauck will damiit zum Ausdruck bringen, das die „Eliten“ dann ihren eingeschlagenen Weg, plötzlich dem Souverän unterwerfen müssten, was ja garnicht geht, wo kämen wir denn da hin, wenn das plötzlich so wäre? Erschreckend dieser gestrige TV-Auftritt von Gauck und Schmidt! Der Euro ist am Ende, genauso wie die deutsche Medienlandschaft, das politische Personal und damit einhergehend die Demokratie!!! Aber Hauptsache der DAX steigt weiter > sollen alle untergehen.

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