Euro-Krise „Die Verschuldung kann zur Gefahr für die Demokratie werden“

Die Euro-Länder ringen heute um eine Lösung der Griechenland-Frage. Doch FDP-Fraktionsvize Toncar hält die Zeit für eine Umschuldung noch nicht für gekommen. Dann aber sieht er auch einen Euro-Austritt Athens als Option.
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Eine Euro-Münze. Quelle: dapd

Eine Euro-Münze.

(Foto: dapd)

Handelsblatt Online: Herr Toncar, ist der Euro inzwischen, wie Finanzminister Schäuble sagt, wegen der Schuldenprobleme Griechenlands als Ganzes gefährdet?

Florian Toncar: Wenn es kein Korrektiv gibt, ist der Euro in Gefahr. Denn es ist nicht vorstellbar, dass in einem Währungsraum Staaten pleite gehen und weiterhin in der Währung verbleiben. Häufen sich Fälle wie Griechenland, stellt das natürlich den Euro als Ganzes infrage.

Hat die momentane Lage, in der noch keine klare Lösung erkennbar ist, auch mit dem Krisenmanagement der Euro-Länder zu tun – der IWF sieht das sehr kritisch?

Die Euro-Länder arbeiten unter einem immensen Zeitdruck. Es geht dabei um Entscheidungen, die ganz Europa verändern können. Da sind natürlich auch verschiedene Interessen im Spiel. Deutschland will beispielsweise keinen europäischen Finanzausgleich, andere schon. Und das erleichtert eben nicht die Entscheidungsfindung. Außerdem leben wir in Demokratien. Wir können deshalb nicht am Bürger vorbei etwas beschließen. Und das steht natürlich in gewissem Widerspruch zur Erwartungshaltung der Märkte.

Braucht Europa mehr Führung – und sollte Deutschland hier vorangehen?

Die Bundesregierung hat schon wichtige Punkte bei der Griechenland-Frage eingebracht, die Realität geworden sind. Die Beteiligung des IWF hätte es ohne Deutschland nicht gegeben. Und auch bei den Sparauflagen für die Länder, die internationale Hilfe in Anspruch nehmen, haben wir uns durchsetzen können. Auch das Thema Gläubiger-Beteiligung hat Deutschland massiv vorangebracht. Das alles braucht aber Zeit. Da hilft es nicht, die Führungsrolle zu übernehmen. Deutschland muss seine Partner nicht führen, sondern überzeugen können.

Aber gerade bei der Gläubiger-Beteiligung scheint die Kakophonie am größten. Wirklich weitergekommen ist man aber nicht.

Frankreich und Deutschland haben Vorschläge gemacht, die sich möglicherweise umsetzen ließen, ohne dass gleich ein völliger, dauerhafter Zahlungsausfall festgestellt wird. Wir müssen uns bei der Gläubiger-Beteiligung bei den Ratingagenturen rückversichern, was jeweils welche Folgen hätte. Auch wenn das unangenehm erscheinen mag, können wir ein solch komplexes Konstrukt nicht einfach beschließen, ohne gleichzeitig scharfe Marktreaktionen zu riskieren.

"Es muss einen Schuldenschnitt geben"
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31 Kommentare zu "Euro-Krise: „Die Verschuldung kann zur Gefahr für die Demokratie werden“"

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  • Man kann es also sehr deutlich und mit einfachen Worten sagen. Der Euro und die Aufgabe der deutschen Souveränität über seine eigene Währung der DM, war der Preis den Deutschland für die Wiedervereinigung zu zahlen hatte.

  • Der Marsch auf Brüssel sit geplant

    http://www.marchtobrussels.eu/
    http://www.facebook.com/groups/March.for.democracy

  • Kohl wußte sehr genau, ökonomisch sinnvoll wäre gewesen zuerst politische Union, dann Währungsunion. Damit konnte er sich allerdings gegen Mitterand nicht durchsetzen, auch weil er dann möglicherweise die französische Zustimmung zur Wiedervereinigung auf das Spiel gesetzt hätte.
    Die vorgezogene Währungsunion war ein politisches Manöver, das ökonomisch nicht gerechtfertigt war noch ist. Mit den Konsequenzen haben wir uns heute herum zu schlagen.

  • Die Grünen haben an Deutschland ohnehin kein Interesse und sind um jeden Schaden, der Deutschland zugefügt wird, glücklich. Sie hassen ihr eigenes Volk
    Die SPD hat, trotz Abspaltung in die Linkspartei, noch zu viele stramme Linke die eher den sozialistischen Grünen nahestehen.
    Die SPD verrät zum zweiten Mal in der Geschichte ihr Volk
    Es wird der alte Satz wieder Bedeutung bekommen "Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten"
    Und die angeblich Konservativen aus dem Seeheinmer Kreis, nicht mehr vorhanden, wie wir an Steinbrücks dummen Tiraden mit Eurobonds ja sehen konnen.
    Ideologie und Fanatismus (bei den Grünen z. B.) haben bei den Politikern Oberhand, Vrnunft nicht
    Mit einen Eifer zerstören sie Deutschland. Das erschreckt wirklich. Das ist die Situation wie kurz vor 33
    Wie man so gegen das eigene Volk agieren kann, werde ich nicht begreifen
    Wann wird begriffen, dass der Euro dieses Kunstgeld, eine kriminelle Tat war und gescheitert ist?
    Wir werden durch Presse und TV im Auftrag des Politbüros so manipuliert und indoktriniert, dass wir endlich glauben sollen, dass die Politik alles richtig macht und der Euro gut sei
    Der dumme deutsche Michl glaubt alles, so glauben die Herren in Berlin
    Für die große Volksverdummung haben ja ebenfalls die Politiker in vielen Jahren gesorgt mit ihrer Kuschelpädagogik und dem ständign Absenken der Lehranforderungen. Heute wissen wir warum.
    Ein dummes Volk regiert sich eben besser
    Noch haben wir hier keine Aufstände wie in einigen anderen Euro-Ländern, aber auch bei uns werden sie kommen
    Und unsre Politiker bereiten den Weg für radikale Parteien, wie sie auch in andren EU-Ländern bereits sind, das ist das eigentlich Schlimme
    Unseren Kindern können wir nur raten, das Land schnell zu verlassen, ehe es zu spät ist
    Eine DDR-Gelernte wickelt gerade die alte demokratische Bundesrepublik ab und alle machen mit.
    Deuschland schafft sich ab

  • Wenn es zu einer Transferunion kommt mit den daraus folgenden Konsequenzen,nämlich endgültig ausufernde Staatsverschuldung, Sinken des Lebensstandarts,steigenden Steuern, Inflation und massiver Abfluss von Steuermitteln in die Peripheriestaaten wird auch der Allerletzte wach werden und diese Bewußtwerdung wird sich massiv in kommenden Wahlergebnissen niederschlagen. Da werden auch fortwährende "Opferapelle" nichts mehr helfen und sonstige Schönfärberei.

  • PLEITE-Griechen raus aus dem EURO!

  • Der Euro war kein Fehler - nimmt man die Weltläufte nicht statisch.
    Er ist das, was alle, denen an europäischer Einigung gelegen gewesen ist, damals wußten.

    Zugestanden: Europa über Geld einigen zu wollen, das kann auf Dauer lediglich Unfrieden schaffen.

    Das ware einer der konstitutionellen Fehler, der allerdings weniger mit dem Euro zu tun hat als mit der Natur der Menschen.

  • Das hat dann aber mit einem europ. Zusammenschluß nichts mehr zu tun so wie es mal von Adenauer und de Gaule geplant war.
    Dieser Euro wird über kurz oder lang für derartigen Unfrieden bis hin zu Bürgerkriegen sorgen. Und zwar in allen Euro-Ländern
    Anstatt laufend dummens Gesquatsche in Brüssel und vor allem von Sarkozy und Merkel, sollte endlich mal Ehrlichkeit herrschen.
    Und diese Ehrlichkeit kann nur heißen: der Euro war ein Riesenfehler und kriminell und nun müssen wir zurück zu unsren alten Währungen.

  • Es ist offensichtlich daß Deutschland, Europa, und die ganze Welt mit jedem Monat näher an eine ungeheuerliche wirtschaftliche und finanzielle Krise kommen. Viele schlagen vor, daß man sein Geld in Gold wechselt, andere schlagen Immobilienbesitz vor. Was aber letztendlich das wichtiste ist, ist daß man sich ernähren kann. Daher sollte man sich da genau überlegen, was dazu notwendig ist. Die Natur um uns ist ein reich gedeckter Tisch, man muß sie nur für sich wieder entdecken.

    Wenn das so weitergeht, kann man nur empfehlen auf passiven Widerstand zu stellen. Dazu gehört auch, weniger Geld zu benötigen, wenn man sich aus der uns umgebenden Natur zumindest teilweise ernähren kann. Jedes Jahr das gleiche Bild. Voll hängende Beerenbüsche, Obstbäume und so weiter- es wird alles nicht mehr abgeerntet. Dann gibt es essbare Wildpflanzen en masse, wie man z.B. bei Herrn Dr. Strauß in seinen Büchern und Seminaren lernen kann: www.dr-m-strauss.de.
    Hat man keine Küchenausstattung die einem erlaubt, Grundnahrungsmittel überhaupt erst einmal zu verarbeiten, kann man geeignete Küchengeräte auf www.simply-wild.de finden. Zudem tolle Koch- und Pflanzenbücher und vieles mehr, wie z.B. gesunde Nahrungsmittel.

  • Voll und ganz Ihrer Meinung. Dieses Land ist schon längst zu einer pseudodemokratischen Parteiendiktatur verkommen.

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