Euro-Krise: Papandreou wirbt für Vertrauen

Euro-Krise
Papandreou wirbt für Vertrauen

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BerlinGriechenlands Ministerpräsident George Papandreou hat in Berlin davor gewarnt, sein Land zu überfordern.

„Wir müssen aufpassen, dass die Zinsen für die EU-Hilfen nicht zu hoch sind, weil sie sonst die Rückzahlungsfähigkeit gefährden“, warnte Papandreou am Montag in einer Europa-Rede an der Humboldt-Universität in Berlin.

Griechische Unternehmen könnten schlecht wettbewerbsfähig werden, wenn sie höhere Zinsen als ihre deutschen Wettbewerber zahlen müssten.

Der griechische Ministerpräsident wird am Dienstag auch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zusammentreffen. Papandreou machte sich erneut dafür stark, dass der Euro-Rettungsmechanismus EFSF auch die Möglichkeit zum Aufkauf von Staatsanleihen erhalten sollte. „Wir brauchen alle Finanzinstrumente, um die Märkte zu beruhigen“, sagte er in seiner Rede, die zwischenzeitlich von griechischen Demonstranten unterbrochen worden war.

Außerdem mahnte er, dass der Schuldenabbau alleine in den Euro-Staaten keine Lösung bringen werde. Nötig seien auch Investitionen, die Wachstum beförderten. Dabei regte er an, dass über Eurobonds gezielt große Infrastrukturprojekte in der EU finanziert werden könnten.

Gleichzeitig warb Papandreou in Deutschland dafür, der Reformfähigkeit seines Landes zu vertrauen. Es seien bereits schmerzhafte und dramatische strukturelle Reformen unternommen worden. Auch der Privatisierungskurs werde fortgesetzt. „Griechenland wird seine Hilfen zurückzahlen.“ Es unternehme alle Maßnahmen, um eine Umstrukturierung der Schulden und einen Bankrott des Landes zu vermeiden.

Die Gefahr einer Spaltung der Eurozone sieht Papandreou nicht mehr. Die Debatte über den möglichen Ausstieg einzelner Länder aus der Eurozone habe gezeigt, dass die Folgen für alle insgesamt sehr negativ wären.

Reuters

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