Euro-Krisenmanagement

Berlin schießt gegen Trichet und Barroso

Die EZB kauft doch wieder Staatsanleihen und die EU-Kommission will eine Ausweitung des Rettungsfonds für Pleitestaaten. Doch dieses Euro-Krisenmanagement  von Trichet und Barroso stößt auf harsche Kritik.
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Unter Beschuss: Trichet (re.) und Barroso. Quelle: dapd

Unter Beschuss: Trichet (re.) und Barroso.

(Foto: dapd)

DüsseldorfInnerhalb der schwarz-gelben Koalition stoßen die jüngsten Äußerungen des Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, und des Präsidenten der EU-Kommission, José Manuel Barroso, zur Euro-Schuldenkrise auf massive Kritik. „Die EZB und die Regierungen im Euroraum stehen vor dem Scherbenhaufen ihrer eigenen Politik“, sagte der Finanzexperte der FDP-Bundestagsfraktion, Frank Schäffler, Handelsblatt Online. Sie befänden sich in einer Interventionsspirale aus der sie nicht mehr herauskommen. „Unter diesen Voraussetzungen wird Europa in eine große Inflation getrieben, die nichts anderes ist als die Enteignung von Sparvermögen.“

Auch Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) kritisierte das Vorpreschen von Barroso. „So eine Debatte kommt zur Unzeit. Es ist gerade einmal zwei Wochen her, da wurden weitreichende und gute Beschlüsse gefasst“, sagte der Vizekanzler in einem Gespräch mit der dpa am Rande einer Norwegen-Reise in Stavanger.

Der finanzpolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion, Klaus-Peter Flosbach, griff Barroso scharf an. „Jetzt wieder viele Lösungsvorschläge zu diskutieren, ist kontraproduktiv. Das führt nur zur Verwirrung“, sagte der CDU-Politiker Handelsblatt Online. „Wenn an den Märkten tatsächlich die Hälfte Psychologie ist, tun Märkte und Politik gut daran, weniger hysterisch zu reagieren.“

Für Unmut sorgt, dass die EZB im Kampf gegen die europäische Schulden-Epidemie doch wieder Staatsanleihen von Krisenländern kauft. Die EZB hatte den Aufkauf von Staatsanleihen vor mehreren Monaten unterbrochen. Den Leitzins beließ die EZB wie erwartet bei 1,5 Prozent. Der Ausverkauf an den internationalen Aktienmärkten nahm derweil immer dramatischere Züge an.

Ungebremst stürzte der deutsche Leitindex Dax am Donnerstagnachmittag auf 6391 Punkte, den niedrigsten Stand seit Mitte Oktober 2010. Der Dax schloss bei 6414 Punkten, das war über drei Prozent schwächer. In den USA verlor der Dow Jones Index sogar über vier Prozent.

EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso sorgt mit seinem Vorschlag für Unruhe, den inzwischen 440 Milliarden Euro schweren Krisenfonds EFSF weiter aufzustocken.

Barroso-Brandbrief an die Euro-Retter
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18 Kommentare zu "Euro-Krisenmanagement: Berlin schießt gegen Trichet und Barroso"

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  • Es tut mir Leid, aber das ist Unsinn. Gerade Deutschland hat NICHT über seine Verhältnisse gelebt. Vergleicht man den privaten Reichtum mit den Schulden des Staates, steht da ein gigantisches Plus. Gerade deshalb haben ja viele Südländer auf privater UND staatlicher Seite ein Problem. Die Welt als ganzes kann finanziell NICHT über den Verhältnissen leben.

    Sieht man sich dann Länder wie Brasilien, Russland, China oder Indien genauer an - auch da stapeln sich die Schulden viel höher als man denkt.

    Was ansteht: es entweder über einen Schuldenschnitt, oder über eine Wärhungsreform oder über Steuern Vermögen umverteilt werden. Dazwischen gibts eine dreckige Phase in der viel Ungewissheit herrscht und der Einzelne viel verlieren kann. Mit einer Epochenwende in ihrem Sinn hat das wenig zu tun. Sowas gabs vor 90 Jahren schonmal und wenn das passiert leidet die ganze Welt.

  • Nun, vielleicht hilft der neuerliche Vorstoß von Herrn Barroso wenigstens, ihn endlich in die Bedeutungslosigkeit abzuschieben.

  • Die Sozialismus-Verblödeten haben die DM in den Euro-Dreck gebracht, und bald schon werden die Sozialismus-Verblödeten uns allen sagen wollen - noch unverschämter als bisher - wie es "alternativlos" weiter gehen soll!

  • Kein normales Bürger kann das Handeln der EU TOP Vertreter (H. Baroso) nachvollziehen. Wie wurde uns in der Finanzkrise eingeschärft: Kaufe keine Anlage, die Du nicht verstehts! Ich, immerhin studierter Betriebswirt und mit dem Schwerpunkt European Business, damit immer pro Europa gewesen, verstehe es nicht mehr.
    MS

  • Ich empfehle mal den Film von Michael Moore, der gestern Aend im ZDF lief.
    Der Titel war , glaube ich, Kapitalismus.
    War sehr interessant und zeigt genau, wie es überhaupt zu all dem gekommen ist.

  • Gut analysiert.
    Hinzu kommt noch, dass die derzeitige FDP ausd Kindergartenkindern bsteht.
    Fachwissen? Schaverstand etc.? Wie denn, die kommen alle vom Hörsaal in den plenarsaal.
    So lange dies nicht endlich abgeschafft wird, geht es wieter mit dem Murks

  • Die EZB frisst den Schiss, den andere EU-Länder ablassen und Deutschland frisst dann am Ende den Shit, den die EZB abgibt. Mahlzeit auch !!!

  • Die Vorherrschaft der westlichen Industrienationen neigt sich dem Ende zu. Jahrzehntelang haben alle, wirklich alle, auch wir, weit über unsere Verhältnisse gelebt.
    Die Schwellenländer stehen auf der Matte um die Vorherrschaft zu übernehmen.
    Die Gier des Menschen führt immer wieder dazu, dass sich die Vorherrschaft ändert, früher die Kaisserreiche (Rom, Ägypten etc.), heute "Witschafts und Politikreiche".
    Da die "ich"-Gesellschaft in den letzten 30 Jahren immer mehr an Fahrt aufgenommen hat, ist das ganze Dilemma auch nicht mehr abbremsbar.
    Un Parteien (gant besonders die FDP), die jetzt immer noch nicht geschnallt haben, dass es nicht gut geht, wenn man immer mehr ausgibt, als man einnimmt, aus der Geschichte rein gar nichts lernen, ein Verhalten wie ein Manager, der nur die nächsten 3 Monate im Auge hat, an den Tag legen, die gehören in die Versenkung.
    Es muss richtig krachen, anders geht es nicht.
    Erst wird s viel schlimmer, bevor es besser wird.

  • Hallo zusammen,

    wir alle wissen doch, dass Geld nicht "vernichtet" wird, sondern lediglich den Besitzer wechselt!

    Wir alle wissen auch, dass man an den Börsen viel Geld gewinnen kann, wenn die Kurse sinken!

    Wir alle wissen auch, dass die Ackermanns dieser Welt 25% Rendite erwirtschaften wollen!

    Wir wissen auch, dass in der Krise 2009 die Reichsten der Welt noch reicher geworden sind!

    Wir wissen auch, dass unser Finanzminister seine Vorschläge und Verhaltensregeln von der Deutschen Bank bekommt!

    Jetzt rechnen wir eins und eins zusammen und wissen, dass unsere Steuergelder nicht in Griechenland, Spanien oder sonstigen Ländern landen, sondern auf den Konten der Kapital-Elite.

    Das können wir dann in drei, vier Jahren in den Statistiken nachlesen.

    Im Übrigen schließt Herr Schäuble mit der Schweiz gerade einen Deal ab. Schweizer Banken überweisen Herrn Schäubles Ministerium 10 Milliarden EUR und alle Steuerflüchtlinge bleiben dafür weiterhin anonym und können weiterhin unsere Steuergelder in der Schweiz anlegen.

    Mit der momentanen Panik treibt man die Kleinanleger mit Verlusten aus ihren Aktien und zieht sie ein zweites Mal über den Tisch, indem man ihnen empfiehlt völlig überteuertes Gold zu kaufen.

  • Habe so drastisch Arschkriecher gesagt,weil diese
    Redakteure ein Szenario mittragen dessen Auswirkungen
    höchstwahrscheinlich alle Krisen in den Schatten stellt
    die es jemals gab.Ausgenommen vielleicht die...







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