Euro-Rettungspaket
Merkel will kein Gold als Kreditsicherheit

Den Vorschlag von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen, von verschuldeten Euro-Ländern Goldreserven als Sicherheit für Kredite zu verlangen, lehnt Kanzlerin Angela Merkel ab.
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BerlinBundeskanzlerin Angela Merkel will von verschuldeten Euro-Länder keine Goldreserven als Sicherheit für Kredite verlangen. In einer Sondersitzung der Unionsfraktion zu Euro-Rettung und Schuldenkrise am Dienstagabend in Berlin lehnte sie einen entsprechenden Vorschlag von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (beide CDU) ab. Nach Teilnehmerangaben sagte sie: „Ich rate, diesen Weg nicht weiter zu beschreiten.“ 

Doch von der Leyen ist nicht die einzige, die angesichts der anhaltenden Skepsis, ob die Euro-Staaten sich nicht doch noch auf Eurobonds verständigen, in die Offensive geht. Der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion und Vorsitzende des Parlamentskreises Mittelstand, Michael Fuchs, fordert potentielle Krisenstaaten wie Italien auf, Teile ihrer Goldreserven zu verkaufen, bevor sie auf europäische Hilfen zurückgreifen. „Die Italiener haben mit die größten Goldreserven der Welt“, sagte er dem Handelsblatt.

„Wenn Italien Teile davon veräußert, müsste es keine neuen Anleihen begeben“, sagte Fuchs.„Das würde den Anleihemarktentspannen und die wilden Spekulationen auf Gold eindämmen.“ Mit solchen Maßnahmen würden Angriffe auf einzelne Staatenbeendet werden.

In Teilen der Fraktion herrschte Unverständnis über Merkels ablehnende Haltung, die auch Fraktionschef Volker Kauder (CDU) vertritt. Kauder sagte zu von der Leyens Vorstoß: „Wir sollten die Diskussion, die die Finnen begonnen haben, nicht fortsetzen.“ 

Finnland hatte mit Griechenland eine Extra-Sicherheit als Gegenleistung für Hilfskredite ausgehandelt. Damit soll der Beitrag Helsinkis an den Athen-Hilfen abgesichert werden. So wurde Finnland trotz seiner Bedenken beim EU-Gipfel am 21. Juli für ein neues Milliarden-Hilfspaket für Griechenland mit ins Boot geholt. 

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  • Ich halte es für grundsätzlich falsch, Gold zu verkaufen, Unternehmen zu privatisieren oder ähnliches, um Schulden zu senken.
    Denn das sind immer nur einmalige Erträge und damit nicht nachhaltig. Echte Lösungen der Probleme bestehen in einer Senkung der Haushaltsdefizite der Länder. Das Haushaltsdefizit muss nicht nur gesenkt werden, es müssen sogar mehr Einnahmen als Ausgaben gemacht werden, damit die Schulden zurückgezahlt werden können.
    Denn man muss auch mal bedenken: Schulden dienen dazu, dass man neues Geld bekommt, um es später zurückzuzahlen. Nur in besonderen Situationen, wie in schlechten wirtschaftlichen Zeiten oder wenn ein Land schon immer eine schlechte Volkswirtschaft hatte und dies verbessern möchte, sollten Kredite aufgenommen werden. Genauso bei Unternehmen. Die sollten Schulden aufnehmen, um wachsen zu können und später durch dieses Wachstum die Schulden zurückzahlen zu können (oder in ebenfalls schlechten wirtschaftlichen Zeiten, wenn man Investitionen aufgrund der schlechten Ertragslage nicht durch Eigenkapital finanzieren kann).

  • Würden alle Bürger über die gleiche soziale Absicherung verfügen, wie unsere Kanzlerin, so wäre der Verzicht auf die Besicherung der ausgeliehenen oder der Veruntreuung preis gegebenen Steuergelder sicherlich kein Problem.

  • Der Vorschlag von Frau von der Leyen ist absolut richtig. Warum soll Deutschland einen unbegrenzten Scheck für Pleiteländer ausstellen, wenn diese verwertbare Assets wie Gold (das einzig wahre Geld) oder Industriebeteiligungen besitzen ? Im Endeffekt sollen die Eurobonds durch die Hintertür eingeführt werden bei Absetzung der parlamentarischen Demokratie. Eine absolute Katastrophe für das deutsche Volk und die Völker der wenigen anderen soliden Länder, was hier abgeht.

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