Euro-Rettungsschirm
Merkel signalisiert Gesprächsbereitschaft

Die Linie von Bundeskanzlerin Merkel war lange eindeutig: Private Gläubiger sollen am dauerhaften Euro-Rettungsschirm ESM beteiligt werden. Doch nun signalisiert sie in dieser Frage Gesprächsbereitschaft.
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BerlinBundeskanzlerin Angela Merkel weicht ihre harte Linie bei den Gesprächen über den dauerhaften Euro-Rettungsschirm ESM auf. Auf die Frage, ob Deutschland dem Drängen einiger Euro-Partner nachgeben werde, die vereinbarte Beteiligung privater Gläubiger wieder aus dem ESM-Entwurf zu streichen, antwortete Merkel: „Investoren wollen auf der einen Seite Berechenbarkeit, auf der anderen Seite haben wir jetzt doch eine Verunsicherung der Investoren über die Frage: Hält der Euro-Raum zusammen?“ Damit signalisiert sie Gesprächsbereitschaft.

Frankreich, Italien und andere Euro-Staaten sorgen sich, dass die Risikoaufschläge auf Staatsanleihen ihrer Länder steigen werden, wenn ab Mitte 2013 nur noch Euro-Staatsanleihen ausgegeben werden, in denen sich die Investoren durch sogenannte Collective Action Clauses (CAC) verpflichten, im Falle einer Insolvenz auf mögliche Forderungen zu verzichten. Über das Thema müsse in den kommenden Tagen geredet werden, sagte Merkel nach Gesprächen mit Österreichs Bundeskanzler Werner Faymann. Sie fügte jedoch hinzu: „Ich glaube, dass es sehr, sehr gute Gründe gibt, warum man sich damals entscheiden hat, CACs einzuführen für die Zukunft.“

Der ESM-Vertrag soll möglichst noch dieses Jahr beschlossen werden, damit der Ratifizierungsprozess in den 17 Euro-Staaten beginnen kann. Der ESM soll seine Arbeit am 1. Juli 2013 beginnen und Kredite über 500 Milliarden Euro vergeben können.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Euro-Rettungsschirm: Merkel signalisiert Gesprächsbereitschaft"

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  • Das muß Sie doch nicht wundern.
    Das ist Kommunismus. Das Volk verarmen und oben alles.
    Dass Merkel einknickt, wußten wir doch.
    Wenn die Nein sagt, dass ist es kurze Zeit später ein ja.
    Ja, die FDJ-Trulla hat es drauf, die Bürger zu täuschen und der bekloppte deutsche Michl merkt es gar nicht und ihre Umfragewerte steigen wieder.
    Sie hat gut gelernt bei Honecker
    Wir wissen doch "den Sozialismus in seinem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf" - Honecker

  • Die Zeiten sind vorbei, in denen sich die Staaten bequem
    refinanzieren und ihre Staatsverschuldungen immer
    höher schrauben konnten. Die Anleger, ob Banken,Versicherungen oder private Bürger, wollen nun mal Sicherheiten haben, wenn sie an Staaten Geld verleihen.Ich verstehe nicht, was
    daran so falsch ist.Kein Geldgeber ist so blind, dass er
    Geld verleiht ohne entsprechende Sicherheiten.
    Die Politik hat selbst Schuld daran,wenn Gläubiger misstrauisch sind, bzw. wurden, nach den Erfahrungen der letzten 2 Jahren.Wenn mir ein Schuldner erklärt, dass er
    für 20 % der Forderungen garantiert und für die restlichen
    80 % das Risiko eines Ausfalles besteht, werden die höheren Risiken mit höheren Zinsen und Kapitalaufschlägen
    versehen.Dies ist ein alltäglicher normaler Geschäftsvorgang.Die Leute, die sich hier so über die kapitalistischen Räuber, sprich Banken aufregen, sollen doch bitte schön mal nachdenken, dass auch das Geld der Bürger von diesen Banken verwaltet wird.Ich möchte euch mal
    kreischen hören, wenn im falle einer fehlerhaften Geschäftpolitik eine Bank Kundengelder verzocken würde u.
    eure Ersparnisse oder Anlagen wären verloren.Ihr würdet
    Amok laufen.Also, liebe Leute mehr Sachlichkeit.
    Daß der Euro von Anfang an eine Fehlentscheidung der Politik war ist nun wirklich Fakt und muß nicht ständig widerholt werden.Das gleiche trifft auf die Schuldenpolitik der Staaten zu.Die Schulden haben die Politiker gemacht und nicht die Banken.

  • Ein erster Schritt zu einem demokratischeren Europa wäre, dass die Abgeordneten eines Landes direkt vom Volk gewählt und nicht von den Parteien nach Brüssel entsendet (oder entsorgt?) werden.

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