Euro-Sondergipfel
Hundt kritisiert Merkels Euro-Krisenmanagement

Der Arbeitgeberchef fordert klare Entscheidungen in der Schuldenkrise. Zugleich sieht er die Wirtschaft in der Pflicht, Griechenland zu helfen.
  • 15

BerlinArbeitgeberpräsident Dieter Hundt hat vor dem Euro-Sondergipfel am Donnerstag deutliche Kritik am aktuellen Krisenmanagement geäußert und vor allem von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) einen klareren Kurs gefordert. "Deutschland hat in gewisser Weise eine Lokomotivfunktion und muss bei der Lösung des Problems eine Führungsrolle übernehmen", mahnte Hundt in einem Interview mit dem Handelsblatt (Donnerstagsausgabe). "Die Zeit für kleine Schritte, die die Finanzmärkte nicht überzeugen, ist nach den Spekulationen gegen italienische Staatsanleihen endgültig vorbei", sagte er.

Bedauerlicherweise fehle es jedoch an einer klaren Perspektive, monierte Hundt. "Wenn Frau Merkel ein stringentes Konzept hätte, wäre das sehr gut", sagte er. Doch leider fehle es an einer "fertigen Lösung". Das gelte sowohl für die Kanzlerin, als auch für die Vertreter der Bankenwelt.

Nach Einschätzung des Arbeitgeberpräsidenten wird ein Schuldenschnitt für Griechenland notwendig sein. "Ich befürchte, dass es am Ende ohne eine Umschuldung nur schwer gehen wird", sagte er. "Wenn einem Patienten mit Medikamenten nicht mehr zu helfen ist, muss irgendwann die Entscheidung für eine Operation fallen", urteilte Hundt über die Probleme Griechenlands und äußerte zugleich deutliche Sorge um die Zukunft der Gemeinschaftswährung. "Noch ist der Euro nicht geschwächt, aber er ist gefährdet", sagte er.

Auch für die deutsche Wirtschaft könne er sich allerdings eine noch aktivere Rolle bei der Erneuerung der griechischen Wirtschaft vorstellen, machte der Arbeitgeberpräsident deutlich. "Wir müssen sehen, wo und wie wir helfen können", sagte er. Interessant seien beispielsweise Überlegungen für einen Ausbau Griechenlands als Standort für Solarenergie. "Zudem könnten sich deutsche Unternehmen an Investitionsprojekten beteiligen", sagte Hundt. Das Problem sei, "dass es bisher keine konzertierte Aktion in dieser Richtung gibt."

Sven Afhüppe
Sven Afhüppe
Handelsblatt / Chefredakteur
Dietrich Creutzburg
Dietrich Creutzburg
Handelsblatt / Korrespondent

Kommentare zu " Euro-Sondergipfel: Hundt kritisiert Merkels Euro-Krisenmanagement"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Der rennt schon viel zu lange durch unser Land und gibt seienn bulshit ab. Er hat doch in allem Kohl den Rücken gestärkt. Er war doch auch glühender Befürworter des Euro, da er wußte, der nützt der Wirtschaft und den ohnehin schon Reichen Er findet doch gut, dass die Wirtschaft boomt auf Kosten der Bürger.
    Auf Dumpinglöhne und Ausbeutung muß er doch nicht stolz sein.
    Weg mit ihm
    Aber wer kommt nach? noch ein dümmerer Dummschwätzer?
    Denn andere gibt es in diesem Lan ja nicht mehr

  • Ja, so in etwa: Aber ich denke auch an Erdöl.

  • 1. GR verpachtet seine Urlaubsinseln an D - die Pacht ist mit der Hilfe abgegolten.
    2. Die Urlauber zahlen direkt an den deutschen Finanzminister, womit die Griechenlandhilfe in etwa 12 Jahren kompensiert sein dürfte.
    3. Warum eigentlich nicht ???

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%