Eurokrise
CSU greift EZB-Chef Draghi scharf an

Wegen des Kurses in der Eurokrise hat CSU-Generalsekretär Alexander Dobrinth den Präsidenten der EZB scharf angegriffen. Draghi begebe sich auf den besten Weg, als „Falschmünzer Europas“ in die Geschichte einzugehen.
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BerlinCSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt hat den Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, wegen des Kurses in der Eurokrise erneut scharf angegriffen. Draghis kolportierter Vorschlag zur Einführung einer Zinsobergrenze beim Aufkauf von Staatsanleihen aus Krisenländern sei "höchst gefährlich", sagte Dobrindt der "Bild am Sonntag". Mit solchen Vorschlägen begebe sich Draghi "auf den besten Weg, in das Geschichtsbuch als der Falschmünzer Europas einzugehen".

Die Zinsobergrenze wäre "eine Premium-Einladung für Spekulanten, die Spekulation gegen einzelne Länder auf die Spitze zu treiben", sagte Dobrindt der Zeitung. Gleichzeitig werde damit versucht, "entgegen den geltenden Verträgen eine Finanzierung der Schuldenländer durch die Hintertür zu stricken". Damit könnten "Schuldensünder ihren Schlendrian fortsetzen". Dobrindt warf Draghi vor, die EZB "als Schaufelrad" zu missbrauchen, "um Geld vom stabilen Norden Europas in den defizitären Süden zu schaffen". Damit mache der italienische Zentralbankchef die EZB "zur Inflationsbank".

EZB-Chef Mario Draghi hatte Anfang August gesagt, die Zentralbank werde "in den nächsten Wochen" die Bedingungen von Maßnahmen wie den erneuten Aufkauf staatlicher Schuldscheine diskutieren. Er machte jedoch keine konkreten Hilfszusagen. Die EZB lässt ihr Programm zum Aufkauf von Anleihen kriselnder Eurostaaten seit Mitte März ruhen. Mit dem zeitweisen Aufkauf will die Notenbank erreichen, dass Schuldenländer keine überhöhten Zinsen an Investoren zahlen müssen.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Eurokrise: CSU greift EZB-Chef Draghi scharf an"

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  • Dobrindt scheint der einzig verbliebene Klartextredner der CSU zu sein. Wo ist Söder? Doch recht hat er. Draghi hat seine Falschmünzerei bei Goldman Sachs gelernt. Warum kauft Draghi Bankanleihen der Schuldnerländer auf, obwohl er dafür weder Geld, noch einen Auftrag hat? Die EZB soll die €-Währung hüten und nicht den Engel für Investoren spielen (oder sollte man besser Zocker und Falschspieler sagen). Euch Deutschen muss klar sein, dass ihr die Zeche zahlen werdet, wenn die anderen nicht mehr können oder wollen und zwar nicht nur i.H.der 29 %-Quote (EZB-Anteil. Nun was soll´s ihr habt´s ja. Ob Dobrindt auch nur so ein "Eichmann der Neuzeit" ist, wird sich erweisen. Schließlich hat er für das Gesetz zum ESM-Vertrag gestimmt und damit gezeigt, dass er entweder nicht durchblickt oder selbst ein Falschspieler ist.

  • Die Zinsobergrenze wäre "eine Premium-Einladung für Spekulanten, die Spekulation gegen einzelne Länder auf die Spitze zu treiben", sagte Dobrindt der Zeitung. Gleichzeitig werde damit versucht, "entgegen den geltenden Verträgen eine Finanzierung der Schuldenländer durch die Hintertür zu stricken". Damit könnten "Schuldensünder ihren Schlendrian fortsetzen". Dobrindt warf Draghi vor, die EZB "als Schaufelrad" zu missbrauchen, "um Geld vom stabilen Norden Europas in den defizitären Süden zu schaffen". Damit mache der italienische Zentralbankchef die EZB "zur Inflationsbank".
    Das ist es, konzentriert formulert.

  • Wo waren denn die CSU-Stimmen bei der ESM-Abstimmung? Die haben doch fast alle dem Untergang zugestimmt. Herr Draghi führt nur aus, wozu ihn der Deutsche Bundestag und die CSU indirekt ermächtigt haben. Was soll dann jetzt das Geschwätz? Die Stimme muss man erheben, wenn es drauf ankommt. Hinterher so zu tun als ob, ist einfach nur noch widerlich bigott.

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