Europa und der Populismus Die riskante „Methode Merkel“

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Angst vor der Globalisierung spaltet Europa

Die gegenwärtige Lage stellt allerdings nicht nur für die deutsche Politik einer Herausforderung dar, wie ein anderer Befund der Umfrage der Bertelsmann-Stiftung zeigt. Danach ist die Angst vor der Globalisierung bei den Europäern unterschiedlich ausgeprägt: Während eine Mehrheit der EU-Bürger (55 Prozent) die internationale Verflechtung als Chance begreift, empfindet sie fast jeder zweite (45 Prozent) als Gefahr. Dabei gilt: Je niedriger das Bildungsniveau und je höher das Alter der Befragten, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Menschen Globalisierung als Gefahr empfinden.

Interessant ist in diesem Zusammenhang, wie sich Globalisierungspessimisten und -optimisten auf der europäische Landkarte verteilen. Während in Österreich und Frankreich die Angst vor der Globalisierung am höchsten ausgeprägt ist (55 bzw. 54 Prozent), leben in Großbritannien (64 Prozent), Italien und Spanien (jeweils 61 Prozent) die meisten Globalisierungsoptimisten. Deutschland liegt mit einer Mehrheit für die Optimisten (55 zu 45 Prozent) damit im EU-Trend.

In allen Ländern sind laut der Studie Einkommen, Bildungsgrad und Alter der Menschen ausschlaggebend für ihre Bewertungen: Bei Befragten, die sich selbst der Mittelschicht zuordnen, sind demnach die Globalisierungsoptimisten EU-weit deutlich in der Mehrheit (63 zu 37 Prozent), während in der Arbeiterschicht Pessimisten und Optimisten nahezu gleichauf sind (47 zu 53 Prozent).

Höherqualifizierte sehen die Globalisierung, wie die EU-Befragung ergab, häufiger positiv (62 Prozent) als Geringqualifizierte (53 Prozent). Am aufgeschlossensten gegenüber der Globalisierung sind demnach junge Europäer zwischen 18 und 25 Jahren (61 Prozent). Bertelsmann-Vorstand De Geus gibt denn auch zu bedenken, dass Deutschland und Europa einerseits „enorm“ von der Globalisierung profitiert hätten, andererseits sich aber viele Menschen zurückgelassen fühlten. „Wir müssen die internationale Verflechtung so gestalten, dass sie möglichst vielen Menschen nützt und nicht schadet“, so De Geus.

Wie wichtig hier ein Umdenken ist, zeigt auch der Umfragebefund, dass die Globalisierungsängste einhergehen mit einer ablehnenden Haltung gegenüber Politik und Gesellschaft. Globalisierungspessimisten würden demnach fast zur Hälfte (47 Prozent) für einen EU-Austritt stimmen. Nicht mal jeder Zehnte von ihnen (9 Prozent) vertraut Politikern allgemein und weniger als die Hälfte (38 Prozent) ist zufrieden mit der Demokratie in ihrem Land.

Globalisierungsoptimisten hingegen stimmen mit großer Mehrheit für die EU (83 Prozent) und sind mehrheitlich (53 Prozent) zufrieden mit der Demokratie. Das Vertrauen in Politiker ist allerdings auch bei den Optimisten nicht sehr stark ausgeprägt: Nur jeder fünfte vertraut seinen Volks- und Regierungsvertretern.

Befragt nach den konkreten Bedrohungen der Globalisierung zeigt sich ein Bild von Ausgrenzung und Unkenntnis. Die Pessimisten fühlen sich in ihren Gesellschaften mehrheitlich ausgegrenzt (54 Prozent) und sehen Migration als eine entscheidende Herausforderung der kommenden Jahre (53 Prozent). Interessanterweise hat aber nur etwas mehr als die Hälfte von ihnen laut Eigenauskunft überhaupt Kontakt mit Ausländern (55 Prozent).

Das Migrations-Thema ist auch in der Umfrage der Körber-Stiftung neben den Themen Brexit und transatlantische Entfremdung ein Grund dafür, dass die deutsche Bevölkerung zweifelt, ob die EU-Mitgliedsstaaten die richtigen Entscheidungen treffen. So urteilen 62 Prozent der Befragten, die EU sei nicht auf dem richtigen Weg. Gleichwohl haben die Befragten viel Vertrauen in Deutschlands Rolle in der EU und wünschen sich mehrheitlich einen Ausbau der Führung (59 Prozent). Eine ähnlich große Mehrheit sagt sogar, die Bundesregierung solle ihre Interessen in Krisenzeiten gegen die anderer Mitgliedsländer durchsetzen (60 Prozent).

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140 Kommentare zu "Europa und der Populismus: Die riskante „Methode Merkel“"

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  • Zitat: "L. Löwenstein"

    ".gabs denn vor 40 Jahren auch in diesem Ausmaß so viele Fälle, die mit Hartz IV/1Euro-Jobber/Aufstocker vergleichbar sind?"

    Das weiß ich nicht, kann es mir aber nicht vorstellen. In der DDR gab es nach meiner Kenntnis als Wessi offiziell kein Arbeitslosen und in den alten Bundesländern war der Anteil der Beschäftigten an der Gesamtbevölkerung viel geringer als heute. Die Nichtbeschäftigten waren häufig keine Arbeitssuchenden sondern schlicht "Hausfrau". Alleinerziehende, die heute häufig in wirtschaftlich schwieriger Situation klar kommen müssen, waren noch nicht so üblich.

  • Herr Marcel Europaeer - 30.11.2016, 15:46 Uhr

    Wenn ich einen total verklärten Blick habe, dann haben Sie aber auch einen eine Augenbinde was die Globalisierung angeht.
    Die Menschen heutzutage sind insgesamt wesentlich unzufriedener, weil sie ihren eigenen Anforderungen und Wünschen, gespeist aus Werbung und Konsumdruck, nicht gerecht werden.
    Dazu kommt noch, dass immer mehr in immer schlechter bezahlte Jobs abrutschen und davon nicht leben können. Dafür werden sie auch noch, wenn sie deswegen unzufrieden sind, von unseren Politikern herabgewürdigt und beschimpft.
    Da Sie sich ja so gut auskennen, gabs denn vor 40 Jahren auch in diesem Ausmaß so viele Fälle, die mit Hartz IV/1Euro-Jobber/Aufstocker vergleichbar sind?

  • Schauen wir mal über Tellerrand. Was sagt z.B. Präsident Klaus (Tschechien) zur Politik der Kanzlerin:

    https://www.youtube.com/watch?v=0lnRkd3eOB4

  • Zitat: Natürlich alleine (ohne Personal-Security) und wenn's besonders "prickelnd" sein soll, als Frau verkleidet"

    Natürlich ohne Security und ohne irgendwelche Mittelchen gegen die ganzen bösen Bullemänner. Frauen laufen hier übrigens auch zu Zehntausenden rum und machen mir keinen verängstigten Eindruck sondern ärgern sich höchstens über das nasskalte Wetter. Den Görlitzer Park und das Kottbusser Tor kenne ich mehr als Touri. Nicht sehr attraktiv aber nichts wovor man Angst haben sollte.

    Ich habe eine helle Pelle, müsste mich aber auch als Schwarzer hier nicht sorgen. Hautfarbe hat hier etwa den Stellenwert einer Haarfarbe. Ganz im Gegenteil zu den dunkelhäutigen Menschen, die es in die Provinz der neuen Bundesländer verschlagen hat und die "besorgten Bürgern" in die Hände fallen.

    Die 2016 bisher 15 ums Leben gekommene Radfahrer in Berlin geben mir als Biker mehr zu denken.

  • @Europaeer

    Wir haben verstanden. Wir folgen dem heiligen Kapitalismus zu neuen Ufern.

    Die Pfarrerin Merkel und der Erzengel Gabriel wird uns den Weg weisen.

    Wir freuen uns auf weitere schöne Jahre und lassen uns den deupel austreiben.

  • Zitat: "Und die Menschen waren glücklicher, behaupte ich mal. "

    Wo denn? In der DDR der 80er Jahre? Im Ruhrgebiet der 80er Jahre? Ich muss mir nur wieder Bilder aus dieser Zeit ansehen, um den Beweis zu haben: Wer behauptet, damals war alles besser, hat einen verklärten Blick in die Vergangenheit oder setzt ganz einfach Gefühl über Realität.

    Ihre Information zum Bevölkerungswachstum in Indien sollten sie aktualisieren. Die Fertilitätsrate in Indien ist nur noch wenig über 2.
    Das weltweite Bevölkerungswachstum begründet sich vor allem auf der hohen Fertilitätsrate in Afrika.

  • @Europaeer

    Am Alex soll es ja inzwischen, vor allem Abends, besonders "bunt" sein.
    Machen Sie auch mal einen Abstecher zum Görlitzer Park und zum Cottbusser Tor.

    Natürlich alleine (ohne Personal-Security) und wenn's besonders "prickelnd" sein soll, als Frau verkleidet

    Da sind die besonderen Highlights im "weltoffenen", "arm aber Sexy", nur noch durch den Länderfinanzausgleich lebensfähigen Berlin....

  • Na jetz aber, ihr seid hier bald schlimmer als die Hinterbänkler im Bundestag.
    Die sind ruhig, wenn die chefin spricht !

    ;-)

  • Merkel will den Kohl noch übertreffen.

    Sie muss Ihrer Bestimmung folgen.

    Das hat ihr der Prophet Kauderwelsch geblöckt.


  • Die meisten, die ich kenne, sind der Meinung "nicht nochmal 4 jahre Merkel, weitere 4 Jahre Stillstand, weitere 4 Jahre falsche Entscheidungen werden uns massiv schaden..."

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