Europa und der Populismus Die riskante „Methode Merkel“

Angst vor der Globalisierung treibt Populisten Wähler zu. Größter Profiteur in Europa ist laut einer Bertelsmann-Studie die AfD. Die Experten sind skeptisch, ob Merkel darauf die richtigen Antworten geben kann.
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„Merkels Methode birgt das Risiko, dass sie nicht die politisch befriedende Wirkung entfaltet, die sie beabsichtigt“, heißt es in der Bertelsmann-Studie. Quelle: Reuters
Angela Merkel.

„Merkels Methode birgt das Risiko, dass sie nicht die politisch befriedende Wirkung entfaltet, die sie beabsichtigt“, heißt es in der Bertelsmann-Studie.

(Foto: Reuters)

BerlinProtestwähler und populistisch argumentierende Politiker wirbeln in den USA und Europa bisher zementierte politische Mehrheiten durcheinander. Doch was treibt Menschen zu Parteien, die für sich allein beanspruchen, die Interessen des Volkes zu vertreten und sich gegen das sogenannte Establishment stellen? Eine EU-Studie der Bertelsmann-Stiftung kommt zu dem Ergebnis, dass Globalisierungsängste eine wesentliche Rolle bei dieser Entwicklung spielen.

Besonders in Deutschland schlägt sich diese Angst vieler Bürger, die hauptsächlich auf einer diffusen Furcht vor Migration gründet, in deren Wahlentscheidung nieder. So ergab die im August durchgeführte Befragung von 14.936 Personen in den neun größten EU-Mitgliedstaaten Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Niederlande, Österreich, Polen, Spanien und Ungarn, dass Anhänger rechtsnationaler und populistischer Parteien besonders häufig die Folgen internationaler Verflechtung fürchten. Über zwei Drittel der AfD- (78 Prozent), Front-National- (76 Prozent) und FPÖ-Unterstützer (69 Prozent) sehen demnach die Globalisierung als Bedrohung.

Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang auch der Befund, dass bei allen untersuchten rechtsnationalen Parteien, von der italienischen Forza Italia bis zur britischen Ukip, stets mindestens die Hälfte der Partei-Anhänger zu den Globalisierungspessimisten gehören. Die Experten schließen daraus, dass Globalisierungsangst ein Treiber für den Erfolg rechtsnationaler Parteien in Europa ist.

Auch bei linken Parteien spielen Globalisierungsängste eine Rolle, jedoch ist der Faktor dort laut der Studie nicht so bestimmend wie bei rechtsnationalen Parteien. Er überschreitet seltener die 50-Prozent-Marke: Am höchsten sind die Globalisierungsängste in dieser Parteiengruppe demnach bei der französischen Front de gauche (58 Prozent) und der deutschen Linkspartei (54 Prozent). Bei CDU/CSU, SPD und den Grünen spielen Globalisierungsängste keine herausragende Rolle: Jeweils gut ein Drittel dieser Parteianhänger hat laut Umfrage Angst vor der Globalisierung.

Aart De Geus, Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann Stiftung, sieht nunmehr die etablierten Parteien in der Pflicht, vor allem auf den Rechtsdrift in Europa zu reagieren und die Angst vor Globalisierung in ihre Arbeit einzubeziehen. „Wir dürfen das Werben um besorgte Bürger nicht den Populisten überlassen“, sagt er. Dass Handlungsbedarf besteht, legt eine weitere repräsentative Umfrage von TNS Infratest im Auftrag der Körber-Stiftung nahe: Viele der 1.001 befragten Bundesbürger glauben demnach, dass die EU nicht auf dem richtigen Weg sei, und sind unzufrieden mit dem Zustand der Union.

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  • Zitat: "L. Löwenstein"

    ".gabs denn vor 40 Jahren auch in diesem Ausmaß so viele Fälle, die mit Hartz IV/1Euro-Jobber/Aufstocker vergleichbar sind?"

    Das weiß ich nicht, kann es mir aber nicht vorstellen. In der DDR gab es nach meiner Kenntnis als Wessi offiziell kein Arbeitslosen und in den alten Bundesländern war der Anteil der Beschäftigten an der Gesamtbevölkerung viel geringer als heute. Die Nichtbeschäftigten waren häufig keine Arbeitssuchenden sondern schlicht "Hausfrau". Alleinerziehende, die heute häufig in wirtschaftlich schwieriger Situation klar kommen müssen, waren noch nicht so üblich.

  • Herr Marcel Europaeer - 30.11.2016, 15:46 Uhr

    Wenn ich einen total verklärten Blick habe, dann haben Sie aber auch einen eine Augenbinde was die Globalisierung angeht.
    Die Menschen heutzutage sind insgesamt wesentlich unzufriedener, weil sie ihren eigenen Anforderungen und Wünschen, gespeist aus Werbung und Konsumdruck, nicht gerecht werden.
    Dazu kommt noch, dass immer mehr in immer schlechter bezahlte Jobs abrutschen und davon nicht leben können. Dafür werden sie auch noch, wenn sie deswegen unzufrieden sind, von unseren Politikern herabgewürdigt und beschimpft.
    Da Sie sich ja so gut auskennen, gabs denn vor 40 Jahren auch in diesem Ausmaß so viele Fälle, die mit Hartz IV/1Euro-Jobber/Aufstocker vergleichbar sind?

  • Schauen wir mal über Tellerrand. Was sagt z.B. Präsident Klaus (Tschechien) zur Politik der Kanzlerin:

    https://www.youtube.com/watch?v=0lnRkd3eOB4

  • Zitat: Natürlich alleine (ohne Personal-Security) und wenn's besonders "prickelnd" sein soll, als Frau verkleidet"

    Natürlich ohne Security und ohne irgendwelche Mittelchen gegen die ganzen bösen Bullemänner. Frauen laufen hier übrigens auch zu Zehntausenden rum und machen mir keinen verängstigten Eindruck sondern ärgern sich höchstens über das nasskalte Wetter. Den Görlitzer Park und das Kottbusser Tor kenne ich mehr als Touri. Nicht sehr attraktiv aber nichts wovor man Angst haben sollte.

    Ich habe eine helle Pelle, müsste mich aber auch als Schwarzer hier nicht sorgen. Hautfarbe hat hier etwa den Stellenwert einer Haarfarbe. Ganz im Gegenteil zu den dunkelhäutigen Menschen, die es in die Provinz der neuen Bundesländer verschlagen hat und die "besorgten Bürgern" in die Hände fallen.

    Die 2016 bisher 15 ums Leben gekommene Radfahrer in Berlin geben mir als Biker mehr zu denken.

  • @Europaeer

    Wir haben verstanden. Wir folgen dem heiligen Kapitalismus zu neuen Ufern.

    Die Pfarrerin Merkel und der Erzengel Gabriel wird uns den Weg weisen.

    Wir freuen uns auf weitere schöne Jahre und lassen uns den deupel austreiben.

  • Zitat: "Und die Menschen waren glücklicher, behaupte ich mal. "

    Wo denn? In der DDR der 80er Jahre? Im Ruhrgebiet der 80er Jahre? Ich muss mir nur wieder Bilder aus dieser Zeit ansehen, um den Beweis zu haben: Wer behauptet, damals war alles besser, hat einen verklärten Blick in die Vergangenheit oder setzt ganz einfach Gefühl über Realität.

    Ihre Information zum Bevölkerungswachstum in Indien sollten sie aktualisieren. Die Fertilitätsrate in Indien ist nur noch wenig über 2.
    Das weltweite Bevölkerungswachstum begründet sich vor allem auf der hohen Fertilitätsrate in Afrika.

  • @Europaeer

    Am Alex soll es ja inzwischen, vor allem Abends, besonders "bunt" sein.
    Machen Sie auch mal einen Abstecher zum Görlitzer Park und zum Cottbusser Tor.

    Natürlich alleine (ohne Personal-Security) und wenn's besonders "prickelnd" sein soll, als Frau verkleidet

    Da sind die besonderen Highlights im "weltoffenen", "arm aber Sexy", nur noch durch den Länderfinanzausgleich lebensfähigen Berlin....

  • Na jetz aber, ihr seid hier bald schlimmer als die Hinterbänkler im Bundestag.
    Die sind ruhig, wenn die chefin spricht !

    ;-)

  • Merkel will den Kohl noch übertreffen.

    Sie muss Ihrer Bestimmung folgen.

    Das hat ihr der Prophet Kauderwelsch geblöckt.


  • Die meisten, die ich kenne, sind der Meinung "nicht nochmal 4 jahre Merkel, weitere 4 Jahre Stillstand, weitere 4 Jahre falsche Entscheidungen werden uns massiv schaden..."

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