Europaabgeordneter Theurer FDP-Politiker verortet AfD im „braunen Sumpf“

Weil er ihr Populismus attestierte, ist Bundespräsident Gauck von der Anti-Euro-Partei AfD scharf kritisiert worden. Rückendeckung bekommt das Staatsoberhaupt nun von der FDP, die noch deutlicher Stellung bezieht.
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Mitglieder der Partei Alternative für Deutschland (AfD) im Hafen von Stralsund (Mecklenburg-Vorpommern). Über die politische Richtung der Partei ist ein Streit entbrannt. Quelle: dpa

Mitglieder der Partei Alternative für Deutschland (AfD) im Hafen von Stralsund (Mecklenburg-Vorpommern). Über die politische Richtung der Partei ist ein Streit entbrannt.

(Foto: dpa)

BerlinDer FDP-Europaabgeordnete Michael Theurer hat Bundespräsident Joachim Gauck gegen Kritik des Chefs der eurokritischen Partei Alternative für Deutschland (AfD), Bernd Lucke, verteidigt. Jeder wisse, dass die AfD populistisch sei. „Da hat Bundespräsident Gauck recht", sagte das FDP-Bundesvorstandsmitglied. „In Deutschland wird man Tatsachen wohl noch benennen dürfen.“

Der Kölner „Express“ hatte berichtet, Gauck habe die AfD als „populistische Partei“ bezeichnet, über deren verpassten Einzug ins Parlament er „sehr dankbar“ sei. AfD-Chef Lucke hatte darauf der Zeitung gesagt: „Ich halte das für eine Entgleisung und einen Verstoß gegen die Neutralitätspflichten des Bundespräsidenten.“ Es sei nicht hinnehmbar, dass Gauck öffentlich äußere, wen er im Parlament sehen wolle und wen nicht.

Theurer sagte dazu, Luckes Reaktion „mit Schaum vor dem Mund“ zeige, dass der Bundespräsident den Nerv getroffen habe. „Wer sich bewusst ins populistische Lager begibt, muss sich nicht wundern, wenn er als Populist behandelt wird“, sagte der FDP-Politiker und fügte hinzu: „Wer im trüben Wasser fischt, muss sich nicht wundern, wenn er im braunen Sumpf ausrutscht.“

Bei einer Diskussionsveranstaltung mit dem polnischen Staatspräsidenten Bronislaw Komorowski an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) hatte Gauck am vergangenen Freitag nach Angaben des „Express“ gesagt, viele Länder hätten populistische Parteien im Parlament. „Wir nicht! Darüber bin ich sehr dankbar“. Jetzt aber sei der Einzug der AfD in das Europaparlament möglich.

Studie sieht rechtspopulistische Tendenzen bei der AfD
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  • Die AfD ist nicht rechts und auch nicht populistisch! Man nehme bitte folgende Untersuchung zur Kenntnis: http://www.wiwo.de/politik/deutschland/studie-wie-radikal-sind-die-afd-und-ihre-anhaenger/8658566.html Dass parteien wie die FDP nachtreten ist auch klar bei der Wählerwanderung zur AfD. ich gehöre übrigens dazu und war schon immer Liberal denkend - aber nie Rechts!

  • Was von FDP-Europapolitik zu halten ist, wissen wir spätestens seit
    KOCH-MEHRIN.
    So macht die FDP Europapolitik und deshalb wird sie auch bei den nächsten EU-Wahlen unter 3% bleiben. Sie hat es sich redlich verdient.

  • Soso, DAS meint also der "Rechtspopulismusforscher".
    Es würde mich mal interessieren, ob es auch "Linkspopulismusforscher" gibt.
    Vielleicht sogar solche die von der hochlöblichen Bundesanstalt für politische Bildung gefördert werden. - Allein, DAS bleibt wohl eine dürre Hoffnung. -

  • Was für ein armes Würstchen dieser Theurer doch ist... hat wohl Angst um sein Pöstchen in der EU und außer der abgedroschenen Nazikeule keine Argumente gegen die AFD. Gut, dass diese rückgratlosen Volksverräter aus dem Bundestag geflogen sind. Die FDP braucht heutzutage doch kein Mensch mehr. Ich sage nur "mehr Netto vom Brutto"... ha ha, was ist draus geworden?

  • "...schliesslich müssen wir alle Arbeiten um was zu erreichen."

    DAS stimmt eben leider nicht! ):
    Es gibt viel zuviele, die davon leben, Andere zu bevormunden, zu gängeln und ihnen ihre kaputte Ideologie aufzudrängen, z.B. bei der Energieversorgung, beim Autofahren oder bei der Ernährung.


    "Populismus ist was Gutes..."

    Selbstverständlich, weil durch die Alternative endlich der Klartext geredet wird, den die sog. "Etablierten" Parteien und Medien in der neuen Volkskammer auf den Index gesetzt haben und seit Jahren verteufeln.

  • "AfD-Chef Lucke sieht seine Partei hingegen „weder rechts noch links“"
    Das Wahlprogramm zielt auf die Mitte der Gesellschaft. Linkes und rechtes Gedankengut werden, so heißt es, strikt abgelehnt. Ein Antrag, jegliches Gedankengut von der Partei fernzuhalten, wurde nun vorgelegt und wird derzeit geprüft.
    hihihi

  • Mann muss nicht braun, Rechtsradikal oder ähnliches sein um zu erkennen das sich ein Sozialer Bodensatz bildet!

    Wir brauchen Fachkräfte aus dem Ausland, schliesslich müssen wir alle Arbeiten um was zu erreichen.

    Man sollte sich fragen wie es dazu gekommen ist das
    wir uns mit solchen Problemen rumärgern müssen.

    Denkt doch endlich mal an die Zukunft eurer Kinder und nicht immer so egoistisch von heut auf Morgen!

  • Für mich war die FDP nie abwägig.

    Jetzt ist Sie aber für mich gestorben!

    Die AfD hat den Mut Themen anzusprechen um die Sich die
    Politiker dringend kümmern müssen.

    Populismus ist was Gutes, denn es bedeutet das
    für das Volk regiert wird. Sollte unser Staatsoberhaupt eigentlich wissen.
    Peinlich das er dieses Wort nicht versteht und dem
    Diffamierungssumpf hinterherläuft.

    Wenn die FDP einen Hauch von Intelligenz hätte, wurde
    Sie sich gegen diesen Eurowahn aussprechen.
    Jeder kann 1+1 zusammenzählen und weiß wohin das führt.

    Gottseidank gibt es endlich die "Alternative für Deutschland"

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Schon bemerkenswert, dass das Handelsblatt Herrn Häusler zitiert, obwohl dieser in der Zeitschrift "Lotta" publiziert, die vom BW Verfassungsschutz als linksextremistisch eingestuft wird. Was kommt als nächstes? Zitieren Sie vielleicht jemanden, der in einer rechtsextremistischen Zeitschrift publiziert? Sie sollten wirklich besser prüfen, mit wem Sie sich ins Bett legen. Das ist jedenfalls unterstes Niveau.

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