Europäische Investitionsbank
Deutsche Industrie ruft europäische Kredite ab

Die deutsche Industrie rettet sich aus der Kreditklemme in die Arme der Europäischen Investitionsbank: Das Interesse an den zinsvergünstigten Darlehen ist spürbar gestiegen. Allein sieben Milliarden Euro gehen an die Autobranche. Offenbar sind alle deutschen Autohersteller an EIB-Krediten interessiert.

BRÜSSEL. Die deutsche Industrie rettet sich aus der Kreditklemme in die Arme der Europäischen Investitionsbank (EIB). Das Interesse der Unternehmen an den zinsvergünstigten EIB-Darlehen sei spürbar gestiegen, sagte Matthias Kollatz-Ahnen, Vizechef der Investitionsbank.

Im Kampf gegen die Rezession spielt die Hausbank der EU eine Schlüsselrolle. Sie steigert ihr Kreditvolumen in diesem und im nächsten Jahr um 15 Mrd. Euro, um Investitionsvorhaben der Wirtschaft zu fördern. Davon sollen allein sieben Mrd. Euro an die Autoindustrie gehen - drei Mrd. Euro mehr als ursprünglich vorgesehen, sagte EIB-Präsident Philippe Maystadt.

Der Belgier erfüllt damit einen Wunsch von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Sie hatte beim EU-Sondergipfel jüngst darum gebeten, das Kreditprogramm für die Autobranche nochmals aufzustocken. Für die Autoindustrie sei das Ende der Fahnenstange nun aber erreicht, stellte Maystadt klar. Schließlich müsse die EIB ihre Mittel einigermaßen ausgewogen auf alle Wirtschaftssektoren und Mitgliedstaaten verteilen.

An die Autoindustrie vergab die EIB seit Jahresbeginn bereits Darlehen von insgesamt 550 Mio. Euro. Ein Teil davon ging an die Volkswagen AG. Weitere 3,2 Mrd. Euro würden in Kürze bewilligt, sagte Maystadt. Offenbar sind alle deutschen Autohersteller an EIB-Krediten interessiert. "Wir sind auch mit Opel im Gespräch", sagte EIB-Vizepräsident Kollatz-Ahnen. Ein eventueller EIB-Kredit für Opel dürfe aber keinesfalls zum Mutterkonzern GM nach Amerika weitergereicht werden. Dafür werde die EIB sorgen.

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