Europäische Union
Deutschland bei Steuer- und Abgabenlast die Nummer neun

Die Gesamtbelastung mit Steuern und Sozialabgaben in Deutschland ist die neunthöchste in Europa. Nicht nur die skandinavischen Länder liegen bei den Spitzensätzen für die Einkommenssteuer noch vor der Bundesrepublik.

HB BRÜSSEL. Mit einem Anteil von 39,3 Prozent am Bruttoinlandsprodukt (BIP) war die Abgabenlast in Deutschland im Jahr 2006 geringer als in den skandinavischen Staaten, in Belgien, Frankreich, Italien, den Niederlanden und Österreich, wie aus einem am Donnerstag veröffentlichten Vergleich der europäischen Statistikbehörde Eurostat hervorgeht. An der Spitze lag Dänemark mit einer Steuer- und Abgabenquote von 49,1 Prozent.

Bei den Spitzensätzen für die Einkommenssteuer liegt Deutschland mit 47,5 Prozent auf dem sechsten Platz hinter Dänemark, Schweden, den Niederlanden, Finnland sowie Belgien und Österreich, die sich den fünften Platz teilen. Der niedrigste Spitzensteuersatz wurde im vergangenen Jahr in Rumänien gezahlt, wo auf die höchsten Einkommen nur 16 Prozent Steuern entrichtet werden mussten.

Ähnlich groß sind die Unterschiede bei der Körperschaftssteuer: Die Sätze reichen hier von nur zehn Prozent in Zypern und Bulgarien bis zu 35 Prozent in Malta. Deutschland liegt mit einem Satz von derzeit 29,8 Prozent an sechster Stelle. Seit 1995 sank die Körperschaftssteuer in Deutschland damit um 27 Prozentpunkte.

Bei der Betrachtung der impliziten Steuersätze, die laut Eurostat die tatsächliche durchschnittliche Abgabenbelastung angeben, fällt die Rangfolge allerdings vollkommen anders aus. Die implizite Besteuerung von Kapital fällt mit 42,5 Prozent ausgerechnet im bei Investoren beliebten Irland am höchsten aus, am geringsten mit nur 8,4 Prozent in Estland. Deutschland teilt sich mit einem impliziten Steuersatz auf Kapital von 23,4 Prozent mit Österreich einen moderaten 11. Platz unter den 16 Staaten, für die Angaben zur tatsächlichen Abgabenbelastung von Unternehmen vorliegen.

Verglichen damit ist die durchschnittliche Abgabenbelastung des Faktors Arbeit in Deutschland mit 39,6 Prozent relativ hoch. Die Bundesrepublik liegt damit auf dem achten Platz unter 26 EU-Staaten, für die entsprechende Daten vorliegen. Bei der Belastung des Konsums, also dem Durchschnitt aus der Mehrwertsteuer und Verbrauchssteuern wie der Mineralöl- oder Tabaksteuer liegt Deutschland mit einer Quote von 18,2 Prozent am unteren Ende der Skala. Nur in Spanien, Litauen, Italien, Griechenland und Rumänien sind die Konsumsteuern geringer.

Insgesamt ist die Steuer- und Abgabenlast in der EU in den vergangenen zehn Jahren mit einem Durchschnitt von rund 40 Prozent weitgehend stabil geblieben. Nach einem merklichen Rückgang in den Jahren 2000 bis 2004 stieg sie zuletzt wieder, was von Eurostat auf die verbesserte Wirtschaftslage zurückgeführt wird.

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