Europawahl
Deutsche Wirtschaft warnt vor EU-kritischen Parteien

Das Votum der Schweizer gegen mehr Zuwanderung hat Europa aufgeschreckt. Experten befürchten einen Stimmenzuwachs der EU-kritischen Parteien bei der Europawahl. Nun appelliert die deutsche Wirtschaft an die Bürger.
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BrüsselDeutschlands Wirtschaft appelliert an die Bürger, sich bei der Europawahl zu einer starken EU zu bekennen. „Die Europäische Integration ist ein Prozess, bei dem immer wieder auch Probleme zu lösen sind – von institutionellen Fragen bis hin zur Schuldenkrise. Doch diese Herausforderungen löst man nicht mit populistischen Parolen“, sagte Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) dem Handelsblatt (Dienstagausgabe). Ebenso deutlich positionieren sich die Maschinen- und Anlagenbauer. „Bei aller teilweise berechtigten Kritik an der EU ist das gemeinsame Europa auch ein Erfolgsmodell für den Maschinenbau. Daher sollten wir alle durch ein klares Bekenntnis Europa durch eine entsprechende Wahlbeteiligung stärken“, betonte VDMA-Hauptgeschäftsführer Hannes Hesse.

Der DIHK veröffentlicht an diesem Dienstag in Brüssel seine europapolitischen Positionen, um so in den Wahlkampf hineinzuwirken und die politische Agenda der nächsten fünfjährigen Legislaturperiode mitzubestimmen. „Reformen wagen. Vertrauen stärken“ lautet das Leitmotiv.

Nur ein gemeinsames Vorgehen mache die EU-Staaten stark — „und nicht Alleingänge, im Zweifel noch zulasten Dritter“, so DIHK-Hauptgeschäftsführer Wansleben. Seine Hoffnung: „Wenn die Bürger und Unternehmer merken, dass ihre Belange auch auf EU-Ebene wahrgenommen werden, werden auch die Erfolgschancen der EU-kritischen Parteien deutlich sinken.“

Thomas Ludwig
Thomas Ludwig
Handelsblatt / EU-Korrespondent

Kommentare zu " Europawahl: Deutsche Wirtschaft warnt vor EU-kritischen Parteien"

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  • Ich vermute, es wird sich nach der Europawahl die Parteien-Landschaft verändern, da vielen Bürgern auffllen wird, daß wir hier im föderalen Deutschland viele Dinge auf Landes-Ebene in den Bundesländern regeln.

    Die meisten anderen Staaten sind keine föderalen Gebilde, sondern haben eine Regierung, die den Staat lenkt.

    Ich bin für Europa und wünsche mir, daß sich viele heutigen Euro-Kritiker überlegen, wie man Politik im vereinten Europa machen möchte.

    Indien ist ganu wie Russland riesengroß und föderal aufgebaut. Sowohl Indien als auch Russland haben sogar mehr oder weniger eine gemeinsame Sprache.

    Hier ist alles nur noch um einen gemeinsamen Markt und nicht mehr wirklich um Politik.

    Das finde ich schade, denn wir denken ja kaum noch darüber nach, wie man in Europa Themen wie Sozialversicherung, oder Kammerberufe, föderal aufgebaute und demokratisch gewählte Berufsvertretungen in die poltischen Kommuniktions-Prozesse mit einbinden will.

    Es hat sich zu einer reinen Pro-/Contra-Diskussion entwickelt, aber man könnte alleine schon von den bestehenden Strukturen der Kammerberufe sehen, daß z.B. gemeinsam genutzte und föderal aufbebaute IT-Abteilungen fehle, oder daß sich nur das Europa-Parlament eine Echtzeit-Übersetzung leisten kann.

    ...warum nicht die demokratisch gewählten und föderal aufgebauten Berufsvertretungen?

    Europa ist viel mehr als die Summe aller Salden...

  • Um so eher man den kranken, perversen LOBBYISMUS und den drittklassigen "Volksvertretern" in Brüssel + National (nicht alle, aber zu viele)das Handwerk legt, um so besser !!!

    Ich bin nicht EUROPAfeindlich, im Gegenteil, aber ich fühle und bin mir mittlerweile Sicher, ich werde als Bürger verars..t !!!

    > Die Welt wird nicht bedroht von Menschen, die BÖSE sind, sondern von MENSCHEN, die das BÖSE zulassen <

    Und DIE, die den Lohn-Dumping-Vandalismus in EUROPA praktiziert warnt ??? Vor wem ?

  • Micha
    Ich bin Schweizer und ein klarer Befürworter der direkten Demokratie. Mein Abstimmungs Ja, war kein nein gegen Ausländer. Sondern ein Ja für die Mündigen Europabürger die ein Recht auf ihre Selbstbestimmung haben. Und eine Aufforderung Ihrer Stimme eine Gewichtung zugeben für Ihr eigenes Land einstehen zu dürfen, ohne gleich in einen rechten Ecken gestellt zu werden. Es geht hier nicht um Ausländerfeindlichkeit sondern um das Recht auf Selbstbestimmung mit ihren ganzen Konsequenzen!

    Meine Meinung zur direkten Demokratie ist, dass sich das Volk ganz klar mehr interessieren muss für die Politik, insbesondere für das Gemeinwohl des ganzen Landes unter Berücksichtigung der Interessen der Minderheiten. Das Volk mischt sich nicht ein solange die Regierung ihre Aufgaben im Sinne der Mehrheit wahrnimmt. Aber das Volk hat das Recht und auch die Verantwortung, die Regierung durch Volksinitiativen auf ihr Missbehagen aufmerksam zu machen und Änderungen herbeizuführen falls es bei einer eidgenössischen Abstimmung die Mehrheit des Volkes für eine Initiative gewinnen kann. Mit dieser Möglichkeit ist auch ein stetiger Druck seitens der Bevölkerung gegenüber der Regierung vorhanden, die Geschäfte im Sinne der Bevölkerung zu erledigen. Aber leider zeigt die Zunahme der Volksinitiativen den Mangel der Schweizer Regierung, die Geschäfte im Sinne der Allgemeinheit anzupacken. Durch die direkte Demokratie fühlt man sich als Bürger respektiert und ernst genommen. Hat ein Stimmbürger nur die Möglichkeit, alle paar Jahre eine Regierung zu wählen, die im Hinblick auf die Wahlen alles verspricht und danach wenig hält, führt dies zu einer politischen Verdrossenheit in Ermangelung von weiteren Einflussmöglichkeiten seitens der Bevölkerung. Durch die direkte Demokratie erlangt man mehr politischen Einfluss und Freiheit. Diese Freiheit verlangt dem mündigen Bürger jedoch grosses Verantwortungsbewusstsein ab.

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