Europawahl
Wie Seehofer die Fünf-Prozent-Hürde knacken will

Wütende Milchbauern und nervöse Politiker: In der CSU wächst vor der Europawahl am 7. Juni die Aufregung. Wird es der bayerischen Regionalpartei gelingen, ins Europäische Parlament einzuziehen? Horst Seehofer kämpft dafür. Keine leichte Aufgabe.

MARKT SCHWABEN. Plötzlich tritt ein Mann in Horst Seehofers Weg. Er hält ein Plakat vor sich hin. „Herr Seehofer, retten Sie uns vor Merkel und Sonnleitner“ steht drauf. Abrupt hält Seehofer an, sein Tross läuft fast auf. „Ihr Bauern müsst zusammenhalten“, fordert er zum Schulterschluss mit Bauernverbandspräsident Gerd Sonnleitner auf. „Nur gemeinsam seid ihr stark.“

Eben hat Bayerns Ministerpräsident seine Rede im Markt Schwaben, einer Stadt mit 12 000 Einwohnern im Münchner Speckgürtel, beendet. Der Auftritt war ohne Demonstration von Bauern abgelaufen – doch jetzt, am Ende, da hatten ihn die Proteste der Milchbauern wieder.

Die Europawahl ist der erste Test für Parteichef Seehofer, den die Wahlkatastrophe vom Herbst an die Spitze der Christsozialen brachte. Horst Seehofer kämpft für ein Ergebnis in Bayern, das sicherstellt, dass die Partei auch bundesweit die Fünf-Prozent-Hürde überspringt. Nur dann sitzen weiter CSU-Abgeordnete im Europaparlament.

Doch ausgerechnet jetzt fällt der Milchpreis, ausgerechnet jetzt fühlen sich die kleinen Höfe Bayerns im Überlebenskampf. Und ausgerechnet auf dem Land bietet sich ihnen mit den Freien Wählern eine konservative Alternative an. Wie schon bei der Landtagswahl droht die weißblaue Entfremdung zwischen CSU und Bauern der Partei zu schaden.

Sogar das schlagendste Argument der CSU könnte sich am Ende als gefährlich entlarven. Naturgemäß tritt von allen Parteien nur die CSU mit einer rein bayerischen Liste an. „Nur wer CSU wählt, wählt einen bayerischen Kandidaten“, wirbt Seehofer daher folgerichtig. Doch wieviel kann die CSU in Brüssel wirklich erreichen? Den stufenweisen Abschied von der Milchquote konnte sie nicht verhindern. Jetzt fallen die Preise – obwohl die Partei ihren Bauern immer etwas anderes versprochen hatte.

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