Europawahlkampf
Das erstaunliche Comeback des Edmund S.

Monate lang war er in der Versenkung verschwunden. Kaum ein Interview, keine Rede, schon gar kein Parteitermin. Jetzt ist Edmund Stoiber wieder da. Der einstige EU-Skeptiker wird demnächst in den Europawahlkampf ziehen, damit der Kontinent nicht zur CSU-freien Zone wird. Zur größten Gefahr wird für Stoiber dabei eine alte Bekannte, die ihm schon einmal zum Verhängnis wurde: Gabriele Pauli.

BRÜSSEL. Lange hat man nichts mehr von Edmund Stoiber gehört. Der Rücktritt seines Nachfolgers Günther Beckstein? Kein Kommentar. Die Wahl von Horst Seehofer? Schweigen. Die Nominierung von Karl-Theodor zu Guttenberg zum Wirtschaftsminister? Funkstille.

Nur noch die "High Level Group" zum Bürokratieabbau in Europa fand Platz in Stoibers Terminkalender. Nach seinem spektakulären Abgang als Ministerpräsident des Freistaats Bayern Ende 2007 hatte er München den Rücken gekehrt, um in Brüssel ein neues Leben jenseits der Politik zu beginnen. So schien es jedenfalls - 16 Monate lang. Nun ist der ehemalige CSU-Chef wieder da.

Fesch und frisch sieht er aus, als er an diesem Nachmittag im Europaparlament redet. Klar und verständlich klingt sein Vortrag über den bürokratischen Dschungel in der EU. Während er früher keinen geraden Satz herausbrachte, kann Stoiber heute sogar flüssig über die europäischen Bilanzregeln dozieren. Selbst Millionen und Milliarden bringt er nicht mehr durcheinander.

Zwar ziert sich Stoiber noch ein wenig, über Politik zu sprechen - "Ich bin ja nur Berater". Doch es dauert nicht lange, bis ein anderes, neues Gesicht zum Vorschein kommt: Der Bayer, der früher gern gegen den "Moloch Brüssel" und die Zumutungen der EU wetterte, hat sich vom Skeptiker zum überzeugten Europäer gemausert. Bald wird er sogar in den Europawahlkampf ziehen. "Die Bierzelte sind schon voll", behauptet Stoiber. Gemeinsam mit Seehofer habe er einige Wahlveranstaltungen für die CSU geplant. Auch von der Parteibasis läge bereits "eine Vielzahl von Anfragen aus ganz Deutschland" vor. "Ich steige voll ein", kündigt der Bayer in Brüssel vollmundig an. Wie zum Beweis gibt er gleich noch der "Bild"-Zeitung ein Interview, in dem er seine Partei zu Geschlossenheit mahnt.

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