Evangelische Kirche
EKD geht auf Konfrontationskurs mit Bundesregierung

Die Atompolitik und der Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan - zwei Punkte, bei denen die Evangelische Kirche Deutschlands mit der Bundesregierung überhaupt nicht einverstanden ist.
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HB HANNOVER. Der amtierende Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, hat den Afghanistan- Einsatz kritisiert und eine öffentliche Debatte über die künftige Rolle der Bundeswehr verlangt. Da klare Zielsetzungen, ein umfassendes Konzept und eine Ausstiegsstrategie fehlten, stehe die ethische Legitimation des Afghanistan-Einsatzes infrage, sagte Schneider am Sonntag zum Start der Tagung der EKD-Synode.

Parallel zum Castor-Transport mit Atommüll ins Wendland kritisierte Schneider das längere Festhalten der Bundesregierung an der Atomenergie. „Wir brauchen eine Energiepolitik, die nicht wieder auf Atomkraft setzt“, sagte der rheinische Präses. „Die Verlängerung der Laufzeit von Atomkraftwerken sehe ich deshalb kritisch.“ Dem Ausbau und der Nutzung regenerativer Energien gehöre die Zukunft. „Für mich übersteigt die Dauer der Strahlung der einzulagernden Brennelemente das dem Menschen gegebene Maß an Verantwortungsmöglichkeit“, sagte Schneider.

Auf Kritik des EKD-Chefs stieß ebenfalls die Neuberechnung der Hartz-IV-Sätze durch die Bundesregierung. Statt der unteren 20 Prozent der Einkommen habe die Regierung nun die unteren 15 Prozent zum Maßstab genommen. „Ich sehe mit großer Sorge, dass der Staat dadurch sein ausgleichendes Handeln den Armen gegenüber vermindert.“ In der Integrationsdebatte kritisierte Schneider pauschale Verurteilungen von muslimischen Zuwanderern.

„Die Einwanderungsgesellschaft ist Alltag und Normalität in Deutschland.“ Sie zu gestalten brauche keine Scharfmacher, sondern verdiene eine klare Analyse, Geduld und Pragmatismus.

Vor der EKD-Synode beklagte und bedauerte der amtierende Ratsvorsitzende den Missbrauch von Heimkindern in den 50er und 60er Jahren in Einrichtungen der Diakonie. Dabei habe es sich nicht um Übergriffe Einzelner, sondern um ein System gehandelt. „Dies rechtfertigt es, im Blick auf die betroffenen Heimkinder auch über eine Geste der finanziellen Hilfe zur Bewältigung oder Linderung der aktuellen seelischen Verletzungen nachzudenken.“

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  • Die EKD will anscheinend die 6 Partei im bundestag spielen. Dabei vergisst sie, dass die Meinung zu Atom,PiD und Asylanten in Deutschland weit auseinander geht.Wenn das aber das neue Parteiprogramm von Schneider wird, ist das nicht mein Programm und vieler anderer. Der Austritt ist vorprogrammiert. Stattdessen müssen Menschen die in Deutschland gescheitert sind weil sie ihre ideen im Arbeitsmarkt eingebracht haben und von banken vernichtet wurden, 30 Jahre Verfolgung mit Pfändung, Wohnungsverlust Scheidung etc auf sich nehmen. Also die Halbwertzeit von Thernobyl. Abtreibungen sind heutzutage ein Verbrechen angesichts einer alternen bevölkerung. Nur Staatsfeinde rufen nach Ausländern und ihren Kindern um sie dann bis zum Tod mit Hartz iV zu füttern. Die EKD ist wie die Linke, die plappern als Groupies auch alles nach was ROT/GRÜN von sich gibt und die haben in den 80zigern Millionen Asylanten nach Deutschland gerufen . Davon wollen sie nichts wissen, genauso wenig wie ihre Kriege die sie ins leben gerufen haben. Lieber Schneider gehen sie bitte nach Afghanistan als Frontpastor
    und bitte ganz nach vorne.

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