Ex-Asse-Leiter
Anlage sollte 100 Jahre halten

Der ehemalige Leiter der Schachtanlage Asse, Klaus Kühn, hat die Nutzung des Salzbergwerks zur Lagerung radioaktiver Abfälle verteidigt.
  • 0

HB HANNOVER. Im Untersuchungsausschusses zu dem maroden Atommülllager im niedersächsischen Landtag in Hannover sagte Kühn am Donnerstag, die Wahrscheinlichkeit eines Störfalles sei vor Inbetriebnahme der Anlage als „außerordentlich gering“ eingeschätzt worden. „Alle Anzeichen deuteten darauf hin, dass die Standsicherheit nicht gefährdet war“, sagte der heute 71-Jährige. Man habe nach dem damaligen Stand von Wissenschaft und Technik entschieden. Dabei sei man davon ausgegangen, dass die Grube mindestens 100 Jahre standfest bleibe. Hoch radioaktive Abfälle seien dort nicht gelagert worden. Dafür habe es nicht die technischen Voraussetzungen gegeben.

Das Skandal-Bergwerk, das inzwischen mit Wassereinbrüchen und Einsturzgefahr von sich reden macht, war vor rund 40 Jahren in Betrieb genommen worden. Kühn war nach eigenen Angaben für die Entwicklung und Erprobung einer Technologie zur Endlagerung radioaktiver Abfälle zuständig. Der Eintritt von Wasser oder Lauge sei auch damals als der größte anzunehmende Störfall betrachtet worden, sagte der promovierte Bergbauingenieur Kühn. Aber die damaligen Sicherheitsüberlegungen hätten zu dem Schluss geführt, „dass eine Gefährdung der Umwelt nicht zu befürchten ist.“

Kommentare zu " Ex-Asse-Leiter: Anlage sollte 100 Jahre halten"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%