Ex-EZB-Direktor Asmussen „Nur arbeiten macht nicht glücklich“

Der Wechsel von Jörg Asmussen vom EZB-Direktorium zum Staatssekretär im Arbeitsministerium ist ein Abstieg auf der Karriereleiter. Mit dem Schritt will er mehr Zeit für seine Familie haben, sagt er.
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„Ich bin im Jahr 2013 rechnerisch zehnmal um den Globus geflogen“: der ehemalige EZB-Direktor Jörg Asmussen. Quelle: dpa

„Ich bin im Jahr 2013 rechnerisch zehnmal um den Globus geflogen“: der ehemalige EZB-Direktor Jörg Asmussen.

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DüsseldorfDer bisherige EZB-Direktor Jörg Asmussen hat die privaten Gründe für seinen Wechsel von der Europäischen Zentralbank ins Bundesministerium für Arbeit und Soziales näher erläutert. „Der Dienstsitz Frankfurt und die häufigen Dienstreisen waren auf Dauer nicht mit dem Familienwohnsitz Berlin und insbesondere meinen sehr jungen Kindern zu vereinbaren“, sagte Asmussen, der Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) als Staatssekretär zuarbeiten wird, der „Rheinischen Post“ (Montagsausgabe). „Ich bin im Jahr 2013 rechnerisch zehnmal um den Globus geflogen.“ Sein Job-Wechsel habe „ausschließlich“ private Gründe, versicherte Asmussen.

Überhaupt beobachtet Asmussen eine neue Prioritätensetzung bei männlichen Spitzenpolitikern, die sich mit dem Motto zusammenfassen lasse: „Der Job kann noch so toll sein, nur arbeiten macht nicht glücklich.“ Änderungsbedarf sieht der studierte Volkswirt aber auch in der übrigen Arbeitswelt. „Wir werden als Gesellschaft insgesamt dafür sorgen müssen, dass unsere Arbeit so organisiert wird, dass sie mit den unterschiedlichen Lebensphasen, wie Kindererziehung oder zu pflegenden Angehörigen, besser zusammenpasst“, sagte er der „Rheinischen Post“.

Asmussen hatte seine achtjährige Amtszeit als EZB-Direktoriumsmitglied am 1. Januar 2012 angetreten. Davor war er Staatssekretär im Finanzministerium, erst unter Ressortchef Peer Steinbrück (SPD), später dann unter Wolfgang Schäuble (CDU). Seine Funktion bei der EZB soll Bundesbank-Vizepräsidentin Sabine Lautenschläger übernehmen. Bevor sie ihren neuen Job antreten kann, muss die Bundesregierung aber noch das Europaparlament konsultieren, bevor schließlich der EU-Ministerrat der Mitgliedstaaten über die Personalie abstimmt.

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21 Kommentare zu "Ex-EZB-Direktor Asmussen : „Nur arbeiten macht nicht glücklich“"

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  • Überhaupt beobachtet Asmussen eine neue Prioritätensetzung bei männlichen Spitzenpolitikern, die sich mit dem Motto zusammenfassen lasse: „Der Job kann noch so toll sein, nur arbeiten macht nicht glücklich.(Zitat)

    Die EZB benötigt eben stahlharte "richtige Männer" oder natürlich intelligente Frauen . Die deutsche Besetzung mit den vielen Rücktritten aus der EZB ist nicht gerade günstig für den "Euro". Das "Gewurstel" dort sollte endlich ein Ende nehmen, so gesehen könnte man zumindest den Rücktritt von Asmussen noch verstehen.

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  • @ besserwisser

    . . . Frau Nahles als Chefin . . . ." wer sagt dir das ? sie hat nur die Verantwortung und muss sie Nicht tragen , da ist keine Gefahr für Sozialstufe oder ein Bein schon im Knast.
    Kennst sie nicht über die Jahre ? Gefreiter aber Nicht FÜR DEUTSCHLAND .

    Frank Frädrich . . . Gott gewunden , Adler von Gauck verraten

  • Asmussen hat sich über die Draghi-Politik selbst disqualifiziert. Weidmann hat immer wieder vor dieser Politik gewarnt. Frau Lautenschläger könnte für Draghi unangenehm werden, und das ist dringend erforderlich. Die Rückstufung Asmussens's in die Bedeutungslosigkeit ist mehr als gerecht und vernünftig.

  • das soll er mal den kleine leuten erklären die unter der Geldpolitik leiden.... "nur arbeiten macht nicht glücklich".... der Mr Deregulierung... hat doch das elend erst mit ermöglicht...

  • man wird lautenschläger erstmal vergattern und schaun ob sie bereit ist, dass deutsche volk mit aller herzlichkeit zu versklaven. Sollte sie dazu ja sagen, was ja solchen leuten scheinbar nicht schwer fällt, so bekommt sie den job.

  • Asmussen ist brandgefährlich und skrupellos.

    Zusammen mit den Gamperschen Mittelhirnwesen aus Brüssel ist er gegen jedwede Interessen Deutschlands in seinen Gremien unterwegs!

  • Asmussen ist bei der EZB genauso verzichtbar wie im Arbeitsministerium.
    Er sollte eine Langzeitsabbatical nehmen und sich dann einen Halbtagsjob nehmen. Dann kann er nichts mehr kaputt machen kann, z.B. Draghi bei seinen Rettungsplänen, mit Eurobonds für Staaten oder auch den ESM direkt für die Banken umzufunktionieren, die Stange zu halten.

    Da bleibt dann auch Zeit für die Familie.

  • geldsystem: einfach mal goldschmied fabian, andreas popp danistakratie und prof bernd senf anschauen. Dazu noch, das zwangsgeldsystem von mario fleischmann. Dann anfangen selbst zu denken. PS: da einige von Verschwörungstheorien reden! Die Zinseszinsformel kann man nicht verändern, die ist nunmal eine mathematische Größe. Und die Preis/Lohnentwicklung und die Kriegsführung kann jeder nachverfolgen. Die Geldschöpfung aus dem Nichts ist auch Fakt. Das Wort Verschwörung ist hier nicht im geringsten angebracht. Es sind einfach einfache Fakten. Evtl. für den Einen so einfach, dass sie unglaubwürdig erscheinen könnten.

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