_

Ex-FDP-Generalsekretär: Liberaler Vordenker im Standby-Modus

Der Ex-Generalsekretär hat seinen Job als forschungspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion angetreten. Dabei bleibt Christian Lindner unverändert populär. Die Rückkehr an die Parteispitze ist nur eine Frage der Zeit.

Ex-FDP-Generalsekretär Christian Lindner. Quelle: dapd
Ex-FDP-Generalsekretär Christian Lindner. Quelle: dapd

BerlinBraun gebrannt und gut gelaunt nahm Christian Lindner am Dienstag die Glückwünsche seiner Kollegen entgegen. Er ist jetzt forschungspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion. Für einen wie Lindner, der mit 21 jüngster Abgeordneter aller Zeiten im Düsseldorfer Landtag war, ist das natürlich kein Spitzenjob.

Anzeige

Nach dem Rücktritt als Generalsekretär Mitte Dezember aber doch ein Ausrufezeichen. Bei den Liberalen gibt es viele, die sagen, auf einen wie Lindner könne die ums Überleben kämpfende FDP nicht verzichten. Mit dem Sprecherposten in der Fraktion ist der 33-Jährige nun so etwas wie ein liberaler Vordenker im Standby-Modus.

Warum er am 14. Dezember als Parteigeneral nicht mehr wollte, darüber schweigt Lindner eisern. Nachtreten ist seine Sache nicht. Sein Nachfolger Patrick Döring war da weniger zimperlich. In seinem schon legendären „Stern“-Gespräch kurz nach der Nominierung hatte er Lindner die Absicht unterstellt, er habe mit seinem Rücktritt einen Sturz von FDP-Chef Philipp Rösler herbeiführen wollen.

Einen großen Knall zwischen Rösler und Lindner gab es dem Vernehmen nach aber nie. Lindners Gegner warfen ihm vor, die FDP-Zentrale sei unter seiner Ägide nicht mehr kampagnenfähig gewesen. Umgekehrt wurden von Lindner beantragte Extra-Stellen für das Dehler-Haus nicht genehmigt, zudem lähmte die Mitgliederbefragung zum Euro lange den gesamten, kleinen Parteiapparat.

Für Rösler jedenfalls kam Lindners Rücktritt damals überraschend. Der Vizekanzler soll sich gefühlt haben, als wenn an der eigenen Haustür jemand das Schloss ausgetauscht hat. Unter dem Strich war es wohl eher eine schleichende Entfremdung, die zum Bruch der „Boygroup“ Rösler, Lindner und Gesundheitsminister Daniel Bahr führte.

  • Die aktuellen Top-Themen
Die Linke: Ulrich Maurer greift Parteispitze an

Ulrich Maurer greift Parteispitze an

In der Linken mehrt sich der Protest gegen die Parteispitze und den Zustand der Partei. Fraktionsvize Ulrich Mauer fordert eine radikale Verjüngungskur - und mehr Frauen. Denn in diesem Punkt hapert es gewaltig.

Gastkommentar: Die CDU muss weiter nach links rücken

Die CDU muss weiter nach links rücken

Nach der NRW-Wahl muss die Union neue Prioritäten setzen: Sie muss auf die Sorgen der Menschen reagieren. Sonst verliert sie noch mehr Vertrauen - und ihren Status als Volkspartei.

Studie: Bei Übernahmeschlachten gewinnt der Verlierer

Bei Übernahmeschlachten gewinnt der Verlierer

Wenn zwei Unternehmen um ein anderes streiten, bedeutet das oft nicht Gutes für den Gewinner. Denn bei Übernahmen können die Sieger die Erwartungen oft nicht erfüllen. Profiteur ist - der Verlierer.