Ex-Geheimdienstleute und Kaufleute soll geholfen haben
Polizei fahndet nach Pfahls mutmaßlichen Helfern

Nach der Festnahme des früheren Rüstungs-Staatssekretärs Ludwig-Holger Pfahls in Paris konzentriert sich die deutsche Polizei nun auch auf seine Fluchthelfer.

HB BERLIN. Die deutsche Polizei fahnde bereits nach den mutmaßlichen Helfern, berichtete die „Süddeutsche Zeitung“ am Donnerstag. Die 22 Seiten, auf denen die Namen aufgeführt seien, habe die Polizei in Pfahls' Pariser Wohnung gefunden. Weiter berichtet das Blatt, bei den Helfern solle es sich um ehemalige Geheimdienstmitarbeiter und Kaufleute gehandelt haben. Die deutschen Fahnder konzentrierten ihre Arbeit auf eine Reihe Deutscher und Franzosen, die Pfahls geholfen haben könnten. Die Zeitung erwähnt in diesem Zusammenhang auch namentlich einen deutschen Geschäftsmann, der ein guter Freund des ehemaligen CSU-Politikers gewesen sein soll. Die Zeitung schreibt, der fast akzentfrei Französisch sprechende Pfahls solle erklärt haben, seit seiner Flucht sich fast die ganze Zeit in Paris aufgehalten zu haben.

Pfahls gilt als Schlüsselfigur der CDU-Spendenaffäre. Ihm wird vorgeworfen, bei einem Panzergeschäft mit Saudi-Arabien Anfang der 90er Jahren 3,8 Mill. Mark Schmiergeld vom Waffenlobbyisten Karlheinz Schreiber angenommen zu haben. Der Untersuchungsausschuss des Bundestages hatte nicht nachweisen können, dass Bestechungsgelder Einfluss auf die Entscheidung der unionsgeführten Bundesregierung von Helmut Kohl für den Verkauf der 36 Fuchs-Spürpanzer an Saudi-Arabien hatten. Kohl hatte vor dem Gremium stets vehement bestritten, dass seine Regierung bestechlich war und außenpolitische Gründe für den Panzerverkauf angeführt.

Pfahls war am Dienstag nach fünf Jahren auf der Flucht von der französischen Polizei in Paris gefasst worden. Die Staatsanwaltschaft Augsburg will nun so schnell wie möglich die Auslieferung beantragen. Der Vorsitzende des ehemaligen CDU-Spenden-Untersuchungsausschusses, Volker Neumann, erklärte nach einem Bericht der „Neuen Osnabrücker Zeitung“, mit einer Auslieferung Pfahls sei erst in Monaten zu rechnen. Die Staatsanwaltschaft äußerte sich nicht zu einem Bericht der „Bild“-Zeitung, dem zufolge Pfahls schwer erkrankt ist. Pfahls habe den französischen Behörden gesagt, er habe in jüngster Zeit drei Schlaganfälle erlitten und bitte deshalb um eine schnelle Überstellung nach Deutschland, berichtete die Zeitung.

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