Ex-Verteidigungsminister Der Freiherr zu Guttenberg packt aus

Neun Monate nach seinem Rücktritt als Verteidigungsminister äußert sich Karl-Theodor zu Guttenberg erstmals zur Plagiatsaffäre: in einem Interview-Buch mit dem Titel „Vorerst gescheitert“.
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"Vorest gescheitert" heißt Guttenbergs Interview-Buch. Quelle: dapd

"Vorest gescheitert" heißt Guttenbergs Interview-Buch.

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BerlinNeun Monate nach seinem Rücktritt als Verteidigungsminister steht Karl-Theodor zu Guttenberg erstmals Rede und Antwort zur Plagiatsaffäre. Nächste Woche Dienstag erscheint ein Interview-Buch, in dem „Zeit“-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo den CSU-Politiker über seinen steilen Aufstieg ins Bundeskabinett, seinen tiefen Fall und ein mögliches Comeback befragt. Der Titel lautet: „Vorerst gescheitert“.

Guttenberg war Anfang März zurückgetreten, nachdem zahlreiche ungekennzeichnete Zitate in seiner Doktorarbeit entdeckt worden waren. Der Doktortitel wurde ihm aberkannt. Inzwischen lebt er mit seiner Familie in den USA. Am Samstag war er auf einer Sicherheitskonferenz in Halifax erstmals wieder öffentlich aufgetreten.

Der Herder-Verlag in Freiburg teilte am Montag mit, dass das Buch am 29. November erscheint. Guttenberg ist auf dem Titel schon im neuen Outfit zu sehen - mit Gel-freier neuer Frisur und ohne Brille. Der CSU-Politiker habe mit di Lorenzo unter anderem über seinen Umgang mit den eigenen Fehlern geredet, über die Zeit nach dem Rücktritt - und über die Voraussetzungen für eine Rückkehr in die Politik, heißt es in der Verlags-Mitteilung.

Das Buch erscheint eine Woche vor dem 40. Geburtstag Guttenbergs. Dass der Herder-Verlag den Termin jetzt verkündet, lässt vermuten, dass die Staatsanwaltschaft Hof noch in dieser Woche entscheidet, ob sie das Ermittlungsverfahren gegen Guttenberg einstellen wird. Eine ausführliche öffentliche Äußerung zur Plagiatsaffäre vor der Entscheidung wäre ein Affront gegen die Justizbehörde und womöglich auch juristisch leichtfertig.

Dass „Die Zeit“ den Zuschlag für den ersten Interviewtermin bekommen hat, war schon länger bekannt. Guttenberg hatte bereits bei seiner Verabschiedung mit einem großen Zapfenstreich angedeutet, das er ein Buch schreiben wolle. Nun ist es zunächst ein Interviewbuch geworden.

  • dpa
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16 Kommentare zu "Ex-Verteidigungsminister: Guttenberg packt aus"

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  • Den Link hab ich mir gleich mal gesichert, Ich bin gespannt, wie sie uns diesen Gutenberg wieder aufdrücken.
    Erinnert sehr an die russische Besatzung im Osten. Nur das das Volk dort offener und direkter ruhig gestellt wurde.

  • In der DDR musste eine Erklärung ausgefüllt wurden, dass die akademische Arbeit selbständig und nur unter Verwendung der im Quellenverzeichnis angegebenen Quellen erstellt wurde. bei Verstoß dagegen, verwirkte man das Recht auf Lebenszeit jemals wieder einen akademischen Grad ablegen zu können.
    Sicher, es gab da "politische Ausnahmen", aber die Zustände in der Bundesrepublik sind schon extrem.
    Ghostwriter - entweder hat es geistig drauf eine Arbeit zu schreiben, oder nicht. Diese Titel zu kaufen ist abartig und ein Schlag all derer, die mit Mühen und Entbehrungen einen akademischen Grad erworben haben. Denn neben der vorhanden Intelligenz kostet das auch noch viel Zeit. Oft Jahre.

    Aber es passt halt in die heutige Zeit, für Geld bekomme ich alles!

  • Und was sagen Sie zu Koch-Mehrin und ihrem Deutsch-Griechen-Kollegen von der FDP?
    Außerdem gibt es noch einen CDU und einen SPD-Mann, denen ebenfalls wegen Plagiaten der DR.-Titel aberkannt wurde.
    Alle diese sind übrigens noch im Amt

  • Unser famoser Herr Baron auf und davon Guttenhausen, jetzt ohne Fett im Haar und leicht gescheitelt, ist nun zu einem Loddar Matthäus / Pinocchio - Verschnitt mutiert.
    Und was hat er geleistet?
    Er hat die Aufgabe der Wehrpflicht ( zusammen mit der FDP!!! ) durchgesetzt, ohne ein neues Modell für die Bundeswehr und besonders für den jetzt weggefallenen Zivildienst zu präsentieren! Was das besonders für den ehemaligen gut funktionierenden Zivildienst bedeutet, werden wir sehr bald alle spüren!!
    Und sein Nachfolger hat zwar höflich aber deutlich zu erkennen gegeben, dass er im Verteidigungsministerium nur "rauchende Ruinen" vorgefunden hat.
    Und sowas tritt jetzt als 'distinguished statesman' auf.
    Das ist slapstick pur!!

  • Herr Guttenberg soll keine Bücher schreiben sondern arbeiten! Er hat sein Leben lang noch nicht gearbeitet, abgesehen von der kurzen Zeit als Politiker. Er hat keine Berufsausbildung (sondern nur ein erstes juristisches Staatsexamen). Er kann nichts. Er weiß nichts. Er ist der letzte, dessen Meinung irgend jemanden interessieren müsste.

  • Wie war das nochmal? Beim Zapfenstreich angekündigt: "ICH werde ein Buch schreiben!"

    Also mindestens ein Jahr Ruhe vor dem Kerl.

    Herausgegeben wird jetzt ein "Interview-Buch": Diktierte Fragen auf vordefiniert zu transportierende Aussagen. Mußte offenbar schnell gehen...

    Eine daraus entstandene Autobiographie in Ich-Form mit dem Titel "Das Geständnis" würde ich kaufen und lesen.

    Ein halbfertiges Konzept, als "Interview" publiziert, vordergründig aus der Feder des Befragten, ist schon per definitionem Schund. Weil die Stilform gewaltsam unterstellt, daß das noch jemanden interessiert.

    Also nochmal Herr Guttenberg. Weil's offenbar noch immer schwerfällt. Ganz ehrlich: WER hat's geschrieben? Und war's das dann jetzt endlich?

  • Wer die Wahrheit über Guttenberg und seine Hintermänner erfahren will, kauft dieses Buch:
    Friederike Beck: Das Guttenberg-Dossier. Das Wirken transatlantischer Netzwerke und ihre Einflussnahme auf deutsche Eliten
    http://therealstories.wordpress.com/2011/08/24/neues-buch-das-guttenberg-dossier/


    Hier ein kleiner Vorgeschmack:
    http://www.zeitgeist-online.de/exklusivonline/dossiers-und-analysen/230-das-guttenberg-dossier-teil-1.html

  • Unsere politisch gekauften Medien halten fest zur selbsternannten Elite. Gestern überall Werbung für seinen Vortrag in Halifax, heute Werbung für sein Buch. Wahrscheinlich wollen die Redakteure sich nach der Lesung ihr Buch von Guttenberg signieren lassen. Dafür biedern sie sich hier an. Kinder hier könnt ihr etwas fürs Leben lernen. Wenn ihr es später nur zum Betrüger gebracht habt, dann solltet ihr es zumindest in die große Politik geschafft haben. Dann liegen euch alle, die obrigkeitshörig sind, trotzdem weiterhin zu Füßen. Als kleine Angestellte und erlogenem Dr.-Titel werdet ihr leider für alle Zeit aus dem Rennen sein. Früher hieß es: "Wer nichts wird, wird Wirt." Heute wird man dann einfach Politiker.

  • @ Hayek
    das einzige Pack hier sind Sie und dieser Lügenbaron.
    Welcher wohl nun 'nen neuen Ghostwriter hat und glaubt, diesmal wohl unerwischt durchzukommen.

  • jeder hat eine zweite chance verdient .
    ich schlage kt für die wetten das moderation vor.

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