Existenzgründung
Wirtschaft begrüßt GmbH-Reform

Nach jahrelangen Vorarbeiten wird am kommenden Mittwoch ein neues GmbH-Gesatz verabschiedet. Es soll Gründern die Eintragung erleichtern und Missbräuche verhindern. In der Wirtschaft stößt die Reform durchweg auf positive Resonanz. Nur eine Berufsgruppe sieht sich im Nachteil.

BERLIN. Die Pläne der Bundesregierung zur Reform des GmbH-Gesetzes stoßen in der Wirtschaft auf Applaus. „Das geht in die richtige Richtung“, sagte Jan Wulfetange, Gesellschaftsrechtsexperte beim Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), dem Handelsblatt. Dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) gefällt vor allem die Absicht, künftig auch in Deutschland eine Mini-GmbH für Kleinunternehmer zur Verfügung zu stellen: „Das ist eine attraktive Möglichkeit für Existenzgründer“, sagte DIHK-Rechtsexpertin Annika Böhm.

Nach jahrelangen Vorarbeiten wird am kommenden Mittwoch das Bundeskabinett das „Gesetz zur Modernisierung des GmbH-Rechts und zur Bekämpfung von Missbräuchen“, kurz MoMIG genannt, verabschieden. Nach dem Entwurf, der dem Handelsblatt vorliegt, wird die Gründung einer GmbH deutlich vereinfacht: Generell ist statt 25 000 Euro nur noch ein Mindeststammkapital von 10 000 Euro erforderlich. Wem auch das noch zu teuer ist, der kann eine so genannte „Unternehmergesellschaft“ gründen, die kein Mindeststammkapital erfordert und dafür strengeren Transparenz- und Kapitalerhaltungsvorschriften unterliegt. Diese neuartige Mini-GmbH geht auf eine Forderung der Unionsfraktion zurück, die Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) bisher stets als überflüssig abgelehnt hatte.

Die Eintragung der GmbH soll nicht nur billiger, sondern auch schneller und unbürokratischer werden. Ziel ist, der Konkurrenz der britischen Limited Paroli zu bieten, die kein Stammkapital erfordert und bei Gründern immer beliebter wird. „Die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Gesellschaft mit beschränkter Haftung soll im europäischen Vergleich erhalten und gestärkt werden“, heißt es in der Gesetzesbegründung.

Existenzgründern stellt das Gesetz ein „Gründungs-Set“ zur Verfügung, mit dem der Weg zur GmbH besonders schnell und unkompliziert wird. Im Anhang des Gesetzes findet sich eine Mustersatzung und eine Muster-Handelsregisteranmeldung, die die Bedürfnisse kleiner Unternehmen abdecken sollen. Wem die Mustersatzung genügt, der kann sich die Kosten für die notarielle Beurkundung sparen: Eine Beglaubigung der Unterschriften der Gesellschafter reicht. Beim Handelsregister müssen keine gewerberechtlichen Genehmigungen mehr vorgelegt werden.

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