
Handelsblatt: Die Regierungskommission Corporate Governance verschärft ihren Kodex. Unternehmen sollen dafür sorgen, dass mehr Frauen in Führungspositionen kommen. Reicht das?
Kristina Schröder: Ich begrüße das sehr. Man darf die Wirkung des Kodex keinesfalls unterschätzen. Der Kodex bietet eine große Chance: Die Unternehmen müssen öffentlich Rechenschaft ablegen und riskieren bei Nicht-Einhaltung des Regelwerks, dass dies auf ihr Image und damit auf ihren unternehmerischen Erfolg zurückschlägt.
Anders als bei Aufsichtsräten verlangt der Kodex für Vorstände von Unternehmen nur, dass Frauen "angemessen" berücksichtigt werden.
Ja, aber die Folge ist, dass die Unternehmen sich der Diskussion werden stellen müssen, warum sie einen bestimmten Anteil als angemessen empfinden und anstreben.
Deutschland liegt mit drei Prozent Frauen in Top-Jobs international weit hinten. Wie lange geben Sie den Unternehmen noch Zeit, diesen Anteil massiv nach oben zu korrigieren.
Neuerdings tut sich viel. Es gibt einige neue weibliche Dax-Vorstände. Zudem weiß ich aus Unternehmen, dass viele ganz gezielt nach Frauen für Aufsichtsrat und Vorstand suchen. Die Telekom ist da erfreulicherweise mit einer freiwilligen Quote vorgeprescht. Es spricht sich herum, dass es nicht im ökonomischen Interesse der Unternehmen ist, die Hälfte des Begabtenpools zu ignorieren.
Wäre nicht eine Quotierung sinnvoll?
Ich kann nur so lange guten Gewissens auf eine Quote verzichten, solange ich in der Wirtschaft eine stetige Verbesserung sehe. Das ist aktuell so, aber wir brauchen eine ständige Veränderung in die richtige Richtung. Das Beste an einer "angedrohten" Quote ist, dass sie wie ein Damoklesschwert wirkt.
Die Frau Ministerin braucht sich doch gar keine Gedanken um eine Frauenquote zu machen.Laut Gender Mainstraming, das ja als Gesetz sogar vorgeschrieben ist, gibt es doch gar keine Geschlechter mehr. Laut Gender Mainstreaming
wurde doch ein Mann nur durch Erziehung zum Mann und eine Frau auch nur durch Erziehung zu einer Frau. Was nun, Frau Ministerin?
Man sieht, dieses System führt sich selbst ad absurdum. Aber lassen wir sie doch. Das kleine Politikmädchen Schröder will doch auch nur n bisschen mitspielen bei den grossen Jungs. :-)
Eine wichtige Ergänzung zu dem interview: in ihrer „Kronberger Erklärung“ plädieren 60 Spitzenmanagerinnen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz gegen eine gesetzliche Quote, wie sie aktuell in der Politik diskutiert wird. Die Managerinnen im Alter zwischen 33 und 43 Jahren sind alle Preisträgerinnen der initiative „Generation CEO“ ( http://www.heinerthorborg.com/generation-ceo.html ), die der Frankfurter Top-Personalberater Heiner Thorborg gegründet hat und dessen Schirmherrin sogar Frau Schröder ist.
Die Managerinnen sprechen sich explizit dafür aus, das Potential an Talenten besser auszuschöpfen. Sprecherin der initiative ist ines Kolmsee, CEO der SKW Holding AG.
Kern der Forderungen der Managerinnen ist, „eine bessere balance männlicher und weiblicher Talente auch in Spitzengremien der Wirtschaft herzustellen“. Die Managerinnen setzen auf die Überzeugung und Verantwortung der Vorstandsvorsitzenden, die diesen Kulturwandel nicht delegieren, sondern anführen müssen.
Richtiger und wichtiger sind die Qualifikationen. Nur diese Eigenscvhaften bringen das Unternehmen voran. Sehr ich das Wirken der Frau Merkel, Deutschland in den Abgrund getrieben, dann haben Frauen in der Politik nichts zu suchen.
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