Exklusivumfrage
Die deutsche Wirtschaft hat gewählt

Die deutsche Wirtschaftselite unterstützt das Wahlprogramm der CDU/CSU in allen wesentlichen Punkten. Das gilt auch für den umstrittenen Plan der Union, die Mehrwertsteuer anzuheben. Sogar das Vorhaben der Union, die von Rot-Grün abgeschaffte Steuerpflicht für Veräußerungsgewinne wieder einzuführen, findet bei den Top-Managern eine knappe Mehrheit.

DÜSSELDORF. Dies ist das Ergebnis des aktuellen Handelsblatt Business-Monitors, für den das Hamburger Meinungsforschungsinstitut Psephos in der Zeit vom 4. bis 19. August 763 deutsche Führungskräfte im Auftrag des Handelsblatts und der Unternehmensberatung Droege und Comp. telefonisch befragt hat.

Auch in der direkten Bewertung der Spitzenpolitiker liegt die Kanzlerkandidatin der Union vorn. Angela Merkel bewerten die Top-Manager mit 3,2 auf einer Skala von eins (sehr gut) bis fünf (sehr schlecht). Bundeskanzler Gerhard Schröder dagegen kommt nur auf 3,5.

Die deutsche Wirtschaft erhofft sich viel von einem Politikwechsel. "Wenn es einer neuen Regierung gelingt, die großen Themen sofort anzusprechen und auch gleich Lösungen aufzuzeigen, wird es eine Aufbruchstimmung geben", sagt Hans-Peter Keitel, Vorstandschef des Hochtief-Konzerns und Präsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie. "Nur so sehe ich eine Chance", betont Keitel.

Wie die Befragung zeigt, decken sich die Wünsche der Mehrheit der Top-Manager mit zahlreichen Positionen der Union: Die für Anfang 2006 von der Union angekündigte Erhöhung der Mehrwertsteuer von 16 auf 18 Prozent beispielsweise hält eine große Mehrheit von 68 Prozent der Befragten "grundsätzlich für richtig". Heinrich von Pierer, Aufsichtsratschef von Siemens und künftiger Berater von Unionskanzlerkandidatin Angela Merkel, bringt es auf den Punkt: "Die Lohnnebenkosten müssen dringend runter. Ich habe Verständnis, dass man den Weg über eine Mehrwertsteuererhöhung geht."

Kein klares Meinungsbild ergibt sich bei der Frage, wie der Staat die Mehreinnahmen aus einer Mehrwertsteuererhöhung verwenden soll. 46 Prozent der Befürworter einer Mehrwertsteuererhöhung meinen, die künftige Bundesregierung solle damit die Lohnnebenkosten senken und zugleich die Staatskasse sanieren. Diesen Weg will die CDU/CSU voraussichtlich gehen. Gut ein Drittel der Top-Manager fordert hingegen, die Einnahmen aus einer höheren Mehrwertsteuer sollten ausschließlich in Entlastungen bei den Lohnnebenkosten fließen.

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