Experte will Schwelle für Entlassungen deutlich erhöhen
Experte fordert Strafsteuer für Jobvernichter

Der Wirtschaftsweise Wolfgang Franz fordert für Unternehmen mit hohen Entlassungsraten auch höhere Beiträge zur Arbeitslosenversicherung.

HB BERLIN. Der Zeitung „Die Welt“ (Dienstag) sagte Franz, die Kosten der Arbeitslosigkeit sollten künftig besser auf ihre Verursacher verteilt werden: „Ich bin dafür, dass Unternehmen, die viele Mitarbeiter entlassen müssen höhere Arbeitslosenbeiträge bezahlen als Firmen, die wenig oder gar nicht entlassen.“ Dies würde die Schwelle für Entlassungen deutlich erhöhen, „weil sich die Unternehmen gründlicher als bisher überlegen werden, ob sie ihre Mitarbeiter wirklich entlassen wollen“.

Konkret sollten die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung danach bemessen werden, wie stark entlassene Arbeitnehmer eines Unternehmens die Leistungen der Arbeitslosenversicherung in Anspruch nehmen, sagte das Mitglied des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Als Richtschnur könnten dabei die durchschnittlichen Entlassungen der vergangenen drei Jahre gelten: „Wenn man nur die aktuellen Entlassungsraten als Maßstab zugrunde legen würde, führt das zu einer zu starken Belastung des Unternehmens in einer ohnehin schwierigen wirtschaftlichen Lage.“

Der Direktor des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim betonte: „Es wäre sinnvoll, die Höhe des Beitrags der Arbeitnehmer zur Arbeitslosenversicherung von der Qualifikation und dem Entlassungsrisiko des jeweiligen Arbeitnehmers abhängig zu machen: Je höher jemand qualifiziert ist, desto niedriger sollte sein Arbeitslosenbeitrag sein.“

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