Experten warnen vor Euro-Austritt

Griechen-Krise schürt Angst vor instabilem Balkan

Euro-Populisten vergessen in der Griechenland-Debatte gerne einen entscheidenden Aspekt, kritisieren Außenexperten. Das Land ist wichtiges Bollwerk – gegen Terroristen und gegen die Gefahr übergreifender Konflikte.
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Junge Frau trägt die Farben Griechenlands auf der Wange. Quelle: dpa

Junge Frau trägt die Farben Griechenlands auf der Wange.

(Foto: dpa)

BerlinAls der griechische Premier Antonis Samaras vor kurzem in Berlin weilte, bat er die europäischen Partner angesichts der Diskussionen über den möglichen Euro-Austritt seines Landes, sich auch mal die geopolitische Lage Griechenlands anzusehen. „Wir versuchen, an unseren Grenzen einen Tsunami illegaler Flüchtlinge aufzuhalten. Griechenland befindet sich in einer so exponierten Lage, dass es nicht destabilisiert werden sollte“, sagte der Premier.

Die Warnung von Samaras kommt nicht von ungefähr, denn das nur ein stabiles Griechenland die Südostflanke der EU absichern kann - gegen Flüchtlingsströme, gegen Terroristen und gegen die Gefahr übergreifender Konflikte liegt für Außenpolitiker auf der Hand. Immerhin sind schon Zehntausende von Menschen vor dem Bürgerkrieg in Syrien gen Westen geflohen. Der Konflikt zwischen Türken und Kurden flammt wieder auf. Und es spitzt sich die Auseinandersetzung um die Nuklearanlagen in Iran immer mehr zu.

Vielleicht nutzt der griechische Finanzminister Jannis Stournaras bei seinem Besuch am heutigen Dienstag in Berlin die Gelegenheit, abermals auf diesen Umstand hinzuweisen. Zunächst trifft er Außenminister Guido Westerwelle (FDP), anschließend ist ein Gespräch mit Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) geplant. Auch wenn im Mittelpunkt die finanzielle Lage des überschuldeten und wirtschaftlich angeschlagenen Griechenlands steht, Stournaras vermutlich sein neuestes Sparpaket mit einem Volumen von knapp zwölf Milliarden Euro vorstellen wird und er zudem die bislang erfolglose Bitte seines Ministerpräsidenten wiederholen wird, seinem Land mehr Zeit für Sparbemühungen und Reformen zu geben, so wird doch auch der sicherheitspolitische Aspekt eine Rolle spielen.

Für die Experten aus Union und SPD steht daher außer Frage, dass Griechenland in jedem Fall in der Euro-Zone gehalten werden müsse – vor allem aus sicherheitspolitischen Gründen. Griechenland sei nicht nur als Mitglied der EU und der Nato ein integraler Bestandteil im europäischen Bündnissystem“, sagte der außenpolitische Sprecher der Unions-Fraktion im Bundestag, Philipp Mißfelder, Handelsblatt Online. „Durch seine exponierte Lage in Südosteuropa und im östlichen Mittelmeer spielt Griechenland eine wichtige Rolle für die dortige regionale Stabilität.“ Das Land sei auch ein „bedeutender Akteur im Verhältnis zum Balkan und zur Türkei, nicht zuletzt wegen des Zypern-Konflikts“, unterstrich der CDU-Politiker. Die strategische Rolle Griechenlands bleibe daher „wichtig“ für Deutschland.

"Griechenland nicht parteipolitischen Interessen opfern"
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51 Kommentare zu "Experten warnen vor Euro-Austritt: Griechen-Krise schürt Angst vor instabilem Balkan"

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  • Teil 3:
    " Gavros "

    " Ich habe hier viele Dinge wild vermischt, aber wenn wir schon über grundsätzliche Dinge sprechen und diskutieren, dann über ALLE Grundsatzthemen. Auch über diejenigen, die euch NICHT gefallen und vor denen ihr eure Augen verschließt. "
    - Bereits 2008 hat unsere Angie die versammelte Presseallmacht um falsche, d.h. geschönte Berichterstattung gebeten (MERKEL-PRESSEMAULKORB). Wenn man darüberhinaus die tägliche Portion Müll in Glotze und diversem WC-Papier verpackt serviert bekommt, kann einem nur noch übel werden.

    Abschließend noch eine Bemerkung: Vor bald 60 Jahren war ich mit meinen Eltern auf einem Schweizer Campingplatz. Belgier, Holländer, Franzosen, Italiener, Spanier, Deutsche, Österreicher, Schweizer usw. usw. campierten FRIEDLICH(!) nebeneinander, und wenn EINEM ein Mißgeschick passierte, waren ALLE da und haben geholfen. Kaum wurden aber Nachrichten gehört oder gelesen, ... (Den Rest kann ich mir sparen.)
    Und so frage ich:
    WER sorgt denn ständig für Krawall? Die Völker oder deren angebliche (Ver-)Führungskräfte?
    WER gehört denn in die Klapse? Die Völker oder deren Politverbrecher als BANKSTER-Erfüllungsgehilfen?

  • Teil 2:
    " Gavros

    5. Grundlage der Abrechnung für die Erdgasförderung wird der Dollar. Was mit "eurem" Euro passiert, ist uns egal. Wir haben das Währungslager gewechselt und stehen auf Seiten des Dollars.
    - Gaddafi wurde umgebracht, weil er dem wertlosen Petro-Dollar, der nichts anderes ist als bedrucktes Papier einiger Privat-Bankster (Rockefeller, Rothschild etc.), die hinter der FED stehen, einen lybisch-/afrikanischen Gold-Dinar entgegenstellen wollte. Und Kennedy ging es vor rd. 50 Jahren genau so: Am 4. Juni unterschrieb er die Executive Order 11110 zur Einführung des (Kennedy-)Dollar auf Deckungsbasis der Silberbestände in der Staatsbank. Knapp 6 Monate später, am 22.11.1963 wurde er ermordet, und sein Nachfolger Johnson nahm diesen Erlaß als eine der ersten Amtshandlungen zurück und zog 1964 die rd. 4 Milliarden Kennedy-Banknoten aus dem Verkehr. Also VIEL VERGNÜGEN mit dem Dreckspapier namens Dollar!

    6. Die hunderttausenden illegalen Flüchtlinge die in Griechenland die Kriminalitätsraten explodieren lassen, werden an der Weiterreise nach Zentraleuropa nicht mehr gehindert.
    - Bitte eines nicht vergessen: Der Deutschen Hauptfehler sind der Deutschen Gründlichkeit und ihre Schlafmützenmentalität. Es dauert viel zu lange, bis der Michel aufbegehrt. Wenn aber - dann auch (leider) zu gründlich. Und es könnte durchaus sein, daß bei der RÜCKFÜHRUNG sich zwischen den "Durchgelassenen" auch Personen aus Süd-Ost-Europa befinden. Dann sind sie wieder in Griechenland. Und aß dies ein "multikultureller Spaß" werden sollte wage ich zu bezweifeln.
    "So wie ihr sie uns in Griechenland aufzwingen wollt."
    -Bitte nicht vergessen: Kissinger (USA) sagte schon mitte der 70-er Jahre, daß man den GR tief in ihre kulturellen Wurzeln schlagen muß. Vielleicht könnte man sie so zwingen nachzugeben.

    Zu diesem Themenkomplex würde ich u.a.
    ISBN 978-3-938656-13-6 empfehlen.

  • " Griechen-Krise schürt Angst vor instabilem Balkan "
    " Gavros
    Eins vorneweg - ich bin Grieche. Und die Welt könnte so einfach für "uns" sein...

    Teil 1:


    1. Der "Schuldendienst" wird komplett eingestellt.
    - Gleichzeitig kommt aber auch kein Warmer Regen mehr. Und warum "schlechtem" Geld noch gutes hinterherwerfen?

    2. Zeitgleich wird eine eigene nationale Währung eingeführt bzw. Griechenland tritt aus dem EURO-Währungsraum aus.
    - Hoffentlich bald

    3. Die griechischen Banken werden durch Russland rekapitalisiert (wie auf Zypern).
    - Da wäre ich mir nicht so sicher, siehe 4.

    4. Die Lizenzen zur Erschließung der Erdgasvorkommen werden an Russland und die USA vergeben
    - Geht nicht mehr, weil vor kurzem bereits Geheimverträge zwischen USA, GR und Türkei geschlossen wurden: GR liefert, USA bohrt, Türkei verarbeitet...


  • @stavros

    Mir gefallen ihre Schritte, nur im Radikalen liegt die Veränderung.

    Ob sich GR dazu aufrafft ?. Nach einigen Stunden in der Taverne kommen ja oft die wunderschönsten Pläne auf, um dann, wie auf dem Balkan üblich, mit Kopfschmerz tragisch in sich zu versinken.

    Kein Wort von grundlegender Reform für ihr Land, sprich: wohin mit ihren Kleptokraten . Sollen die wieder in Amt und Zepterwuerden ?.

    Ihre Hinweise zu Russland treffen wohl den Punkt. RUS Oligarchenableger suchen die Wärme, investieren seit geraumer Zeit allerdings lieber in Strandgrundstuecke und Hotels. Und herrschen über Athens Unterwelt.

    Passt auf, zuletzt zahlt ihr beim Strandbesuch noch Eintritt.


    Ob die intelligente griechische Jugend "orthodoxen Geschäftsgeschmarri" folgt, wage ich zu bezweifeln. Und ob Russland euch die notwendigen Lebensmittel billig zu Rubelpreisen anbietet, wage ich ebenfalls zu bezweifeln ( grosse Endproduktion habt ihr ja nicht, war ja billiger zu importieren als hart was aufzubauen ).

    Kurzum: Manche Griechen haben keine Plan und neigen zu irrationalen Handlungen. Sollten diese sich auf den Sturz von ND und Pasok konzentrien, auf die Verfolgung der kriminellen Oberklasse und ihrer Verwaltungsableger Zoll, Polizei, Finanzwesen etc, ), wuerde sich bei mir ein Hoffnungsschimmer einstellen.
    So aber kann ich ihnen nur zuprosten: Jamas...

    Seien die Götter mit euch, ihr braucht sie wirklich....

  • @Gavros
    "Eins vorneweg - ich bin Grieche. Und die Welt könnte so einfach für "uns" sein..."

    Nun eine eigene Währung für Hellas wäre in der Tat die beste Lösung.
    Aber solange die Griechen wie du immer nur andern die Schuld für eigenes Versagen geben, wird Griechenland nie auf die Beine kommen.

    Habt endlich etwas Stolz und hört auf andere anzubetteln und für all eure Probleme verantwortlich zu machen.

    Ich weis um die harte Geschichte von Griechenland und habe prinzipiell Sympathie, aber es reicht.

  • Eins vorneweg - ich bin Grieche. Und die Welt könnte so einfach für "uns" sein...

    1. Der "Schuldendienst" wird komplett eingestellt. Sollen die Banken doch sehen wo sie bleiben (vor allem die Banken der "westlichen Welt"). Unser jetziges problem, wird zu eurem zukünftigen Problem und zum problem für eure Politiker.
    2. Zeitgleich wird eine eigene nationale Währung eingeführt bzw. Griechenland tritt aus dem EURO-Währungsraum aus. Auch hier interessiert es uns nicht was anschl. mit eurer grandiosen Exportwirtschaft wird wenn niemand mehr eure Waren kauft.
    3. Die griechischen Banken werden durch Russland rekapitalisiert (wie auf Zypern). Uns passiert nichts, ihr werdet um euer "Erspartes" zittern.
    4. Die Lizenzen zur Erschließung der Erdgasvorkommen werden an Russland und die USA vergeben (wie auf Zypern). Auch hier: IHR braucht Gas & Öl. Und IHR werdet weiterhin teuer dafür bezahlen es zu erhalten. Jedes mal wenn ihr an der Tankstelle bezahlt.
    5. Grundlage der Abrechnung für die Erdgasförderung wird der Dollar. Was mit "eurem" Euro passiert, ist uns egal. Wir haben das Währungslager gewechselt und stehen auf Seiten des Dollars.
    6. Die hunderttausenden illegalen Flüchtlinge die in Griechenland die Kriminalitätsraten explodieren lassen, werden an der Weiterreise nach Zentraleuropa nicht mehr gehindert. Viel Spass beim Aufbau einer WIRKLICHENmultikulturellen Gesellschaft, mit unübersehbaren Einflüssen aus Afghanistan, Pakistan, Bangladesch und Co. So wie ihr sie uns in Griechenland aufzwingen wollt.

    Ich habe hier viele Dinge wild vermischt, aber wenn wir schon über grundsätzliche Dinge sprechen und diskutieren, dann über ALLE Grundsatzthemen. Auch über diejenigen, die euch NICHT gefallen und vor denen ihr eure Augen verschließt.

  • @hafnersp
    Sie haben Recht – ich hatte diesen Artikel auch gelesen und mich über die offensichtliche Hilflosigkeit beim Suchen immer neuer „Argumente“ amüsiert. Wir haben aber gerade Sauregurkenzeit in allen Redaktionen – vor dem 12.09. wird ja nichts Nennenswertes passieren. Deshalb müssen wir den einen oder anderen Artikel eben zweimal lesen – mit leicht geändertem Wortlaut.
    Aber nun (noch einmal) zum Artikel:

    Das Argument ist Blödsinn. Die Südostflanke GR’s ist wie ein Sieb. Besser ist es, man verlegt die zu bewachende Grenzlinie an die nördliche Grenze GR’s – an die Grenzen zu Albanien, Mazedonien, Bugarien. Die sind viel einfacher zu bewachen als die offene Ägäis. Und GR erkennt man den Schengen-Status ab. Fertig. Kein Sicherheitsrisiko mehr.
    Ob nun GR im € bleibt oder nicht – die Ägäis bleibt die Ägäis und sie ist wie ein offenes Scheunentor für Flüchtlinge. Da muss sowieso eine Lösung her.
    Jetzt das angebliche Sicherheitsrisiko "Flüchtlingss-und/oder Terroristenstrom" als Argument für den €-Verbleib Griechenlands zu nehmen – das ist unseriös, durchschaubar und einfach lächerlich.

  • " Experten warnen vor Euro-Austritt:
    . Griechen-Krise schürt Angst vor instabilem Balkan "
    " ... Das Land ist wichtiges Bollwerk – gegen Terroristen und gegen die Gefahr übergreifender Konflikte. "

    Zuerst sollte man mal die "Experten" näher unter die Lupe nehmen. Die allermeisten sind nämlich bezahlte MIETMÄULER und taugen noch nicht mal dazu, in der Pfeife geraucht zu werden.

    Wenn sich einer auf den linken Daumen gehauen hat, wird er sich wohl kaum auch auf den rechten hauen, nur weil ihm ein "Experte" gesagt hat, der Schmerz würde dann nachlassen ...

    Aber die Deutschen sollen den Humbug glauben, der ihnen als "Schäu-Mer-Bollwerk" an "Sauce Hollandaise" in Griechenland hinter einer Spanischen Wand an der Vino-Bar Osso auf den Teller romterrorpoyt wird.

    Wenns nicht so traurig wäre könnte man lachen.

  • "Kritische Geister sollten wir auf keinen Fall mässigen"

    Volle Zustimmung. Noch heute regen sich die "Gutmenschen" auf, dass man nix gegen die Nazis unternommen hätte und den Mund gehalten hätte bzw. alle Mitläufer gewesen seien.
    Und genau diese "Gutmenschen" versuchen heute, Kritiker wieder mundtot zu machen. Völlig daneben.

  • @Jan-Oliver.Be

    Schön, dass Sie mit einem Ihrer Egos Selbstgespräche führen.

    "Bei dieser Konzentration von hasserfüllten Versagern ist jedes Wort zu viel."

    Es stellt sich zwar die Frage, woher Sie wissen wollen, dass es sich bei den von Ihnen bepöbelten Personen um "Versager" handeln soll, dennoch sollten Sie Ihrer Umwelt dann auch bitte den Gefallen tun und Ihr Versprechen einhalten: "ist jedes Wort zu viel".

    Pöbeln Sie also bitte künftig in der Kneipe um die Ecke, auch wenn man sich da nicht so leicht tarnen kann. Dann muss die HB-Redaktion auch nicht mer so häufig zensieren. Sicher auch in deren Sinne ein Vorteil.

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