Experten zu SPD-Führungswechsel: Wirkung völlig unklar
Wahlforscher sehen Schröders Schritt als Machtverlust

Der Führungswechsel an der SPD-Spitze wird die Bundesregierung nach Einschätzung des Wahlforschers Matthias Jung nicht aus ihrem Stimmungstief herausführen.

HB BERLIN. Ohne nachhaltige Erfolge in der Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik werde die „stabile Negativstimmung“ gegen die SPD bestehen bleiben, sagte der Experte von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen am Freitag. Da Schröder künftig keinen direkten Zugriff mehr auf die Partei habe, könne das als Machtverlust interpretiert werden.

Nach Meinung des Düsseldorfer Parteienforschers Ulrich von Alemann ist die Wirkung auf die Gunst der Wähler völlig unklar. „Wie sein Schritt beim Bürger ankommt, kann man nicht prognostizieren“, sagte er in einem dpa-Gespräch. Diese öffentliche Wirkung sei es aber, auf die der Kanzler setze. „Er glaubt und hofft zumindest, die durch schlechte Umfrageergebnisse völlig verwirrte Partei damit wieder hoch zu bringen.“

Der Mainzer Parteienforscher Jürgen Falter erwartet keine „nennenswerten Veränderungen“ in der politischen Stimmung. Zunächst müsse die Stimmung innerhalb der SPD besser werden, damit die Partei geschlossen nach außen auftreten könne, sagte er der dpa. Falter wertete Schröders Schritt als „Mischung aus Notbremse und Befreiungsschlag“. Bei der SPD könne damit etwas Beruhigung eintreten. Fraktionschef Franz Müntefering komme viel stärker aus der Mitte der Partei und sei stärker akzeptiert als Schröder: „Insofern ist der Schachzug vielleicht gar nicht so ungeschickt.“

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